Welche Städte Sind Vom Hochwasser Betroffen?

Welche Städte Sind Vom Hochwasser Betroffen
Tote und Verletzte – In Deutschland meldeten die Behörden aufgrund des Jahrhunderthochwassers bislang mehr als 180 Tote (alle Zahlen im Abschnitt Stand: 27.Juli). Da noch viele Menschen vermisst werden, wird von einer steigenden Zahl von Todesopfern ausgegangen.

Besonders betroffen ist Externer Link: Rheinland-Pfalz : Dort starben mindestens 133 Menschen, fast alle im Landkreis Ahrweiler in der Eifel. Mehr als siebenhundert Menschen wurden in dem Bundesland verletzt, 73 werden noch vermisst. In Nordrhein-Westfalen sind mindestens 47 Menschen in Folge des Unwetters gestorben.

Stark betroffen waren in Rheinland-Pfalz neben dem Ahrtal auch andere Eifel-Regionen sowie die Stadt Trier. In Nordrhein-Westfalen richtete das Hochwasser vor allem in Hagen und Wuppertal, im Kreis Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis, sowie in Teilen des Bergischen Landes große Schäden an.

Welche Orte an der Ahr sind vom Hochwasser betroffen?

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde durch die Hochwasserkatastrophe schwer getroffen. Die Wassermassen verwüsteten große Teile der Stadt. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben. Fast alle Brücken in der Stadt wurden zerstört, viele Straßen stark beschädigt.

Zahlreiche Gebäude wurden verwüstet. Die Wasser-, Strom- und Gasversorgung kam zum Erliegen. Das Kanalsystem wurde durch den Schlamm ebenfalls beschädigt.68 Menschen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und zwei aus Bad Neuenahr-Heimersheim starben bei der Flutkatastrophe. Insgesamt waren neun Stadtteike betroffen: Bad Neuenahr, Ahrweiler, Bachem, Ehlingen, Green, Heimersheim, Heppingen, Lohrsdorf und Walporzheim.

Hier geht es zurück zur Hochwasser-Karte. Die Sebastianstraße in Bad Neuenahr zwei Tage nach dem Hochwasser Privat/W. Cordes

Wo war das Hochwasser in Deutschland am schlimmsten?

Historische Hochwasserereignisse – Seit Jahrhundert haben die Anwohner der großen deutschen Flüsse mit Hochwasserkatastrophen zu kämpfen gehabt. So gilt das Magdalenenhochwasser im Juli 1342 an Main und Rhein historisch als die größte Überflutungskatastrophe in Mitteleuropa.

Im selben Jahr war auch die Elbe von schweren Überschwemmungen betroffen. Einige Jahrhunderte später richtete ein durch Eisstau im sehr kalten Winter 1783/84 verursachtes Hochwasser gewaltige Schäden am Rhein an. Als das stärkste historische Hochwasser an der Donau gilt die Katastrophe von 1501 mit einem Wasserstand von ca.13 m in Passau, und 1899 gab es hier erneut ein großes Hochwasserereignis.

Neben diesen historischen Hochwassern gab es auch in den letzten 25 Jahren immer wieder Überschwemmungskatastrophen, die die Frage aufkommen ließen, ob sich an ihnen schon der Klimawandel zeigt.

Wo war das Hochwasser im Ahrtal am schlimmsten?

Liste –

Auflistung der dokumentierten Hochwasserereignisse an der Ahr und ihrer Nebenbäche

Datum Ort(e) Ereignis
16. Aug.1348 Ein Kaufvertrag über Wiesenland enthält Sicherungsklausel gegen Landverlust durch Flussbettverlagerung infolge des Ahrhochwassers.
27. Okt.1410 Landübertragung als Pfand wegen erlittenen Schadens durch Hochwasser.
1410 Die Greener Mühle wurde durch Hochwasser weggerissen.
1488 Die wilde Ahr hat die Brücke zerbrochen (Ratsprotokoll).
1547 Durch Hochwasser wird die Mühle zu Hemmessen beschädigt.
8. Nov.1582 Hemmessen Mühle in Hemmessen durch Hochwasser beschädigt.
Mai 1590 Hemmessen Durch Unwetter mit Platzregen schwoll die Ahr stark an, der Mühlenteich der Landmühle wurden schwer beschädigt.
1590 Green Die Greener Mühle wurde durch Hochwasser zerstört.
1598 Unteres Die Wiesen werden durch die Ahr mit Hochwasserschlamm überzogen.
6. Juli 1598 Ahrtal Hochwasser nach Gewitter ( 12. Juli 1959).
30. Mai 1601 Ein mit Regen und Hagel führt zu unvorstellbaren Wassermassen, die 16 Gebäude, Häuser, und Ställe zerstören, 9 Personen ertranken.
1603 Hemmessen Anhaltende Überschwemmungen der Ahr führen zur Verwüstung der Mühlenklausen und -teiche.
5. Mai 1606 Hemmessen Durch Überschwemmungen der Ahr wurde das freiadelige Haus und Hof völlig zerstört und weggeschwemmt.
1618 Wadenheim Verschiedene Wiesen durch Hochwasser verwüstet.
1659 Hemmessen Die Hemmesser Mühle wurde durch Hochwasser zerstört, sie wurde weiter oberhalb wieder aufgebaut.
1663–1671 Ahrweiler Bewirtschaftetes Land immer wieder durch Hochwasser zerstört.
2. Feb.1677 Hemmessen Die Hemmesser Landmühle wurde durch Hochwasser weggerissen.
1680 Hemmessen Das Dorf und die kurfürstliche Landmühle wurden durch Hochwasser bedroht.
1686 Hemmessen Die Landmühle wird durch Hochwasser erheblich beschädigt.
Feb.1687 Ahrweiler Durch Schneeschmelze ausgelöste große Überschwemmung riss mehrere Brücken, davon zwei in Ahrweiler, hinweg.
April 1687 Wadenheim, Hemmessen Landmühle zu Hemmessen und einige Häuser wurden vom Hochwasser bedroht.
1. Aug.1719 Schäden durch Überschwemmungen. Menschen flüchten sich auf Bäume.
18. Mai 1721 , Wadenheim Überschwemmung.
16. Jan.1739 Ahrweiler Eisstau verursachte eine große Überschwemmung, welche die steinerne Brücke in der Nähe des Ahrtors zerstörte.
2.–6. Jan.1760 Beul, Wadenheim hochgehende Ahr.
1761 Green Das Dorf wurde durch Hochwasser teilweise zerstört.
1763 Vom Hochwasser wurden Straßen überflutet.
14. Okt.1764 Mayschoß Noch größeres Hochwasser.
1764 Mayschoß Großes Hochwasser.
9. Dez.1784 Wadenheim Ahrhochwasser.
24. Juni 1788 Mayschoß Ahrhochwasser.
23. Juli 1788 , Ahrhochwasser.
20.–26. Jan.1789 Hemmessen Ahrhochwasser.
1790 Wadenheim 30 Häuser mit Scheunen und Ställen wurden durch das Hochwasser weggespült und zum »Steinhaufen« gemacht.
3. Feb.1795 Beul Durch Hochwasser mit Eisgang wurden alle Brücken an der Ahr fortgerissen.
21. Juli 1804 Ahrtal Größtes und folgenschwerstes Hochwasser. Durch Gewitterregen führte die Ahr bereits seit Tagen Hochwasser, als am 21. Juli 1804 ein erneutes Unwetter in der Hoch- und Ahreifel sich mit riesigen Niederschlägen entlud. Alle zur Ahr führenden Nebenflüsse, vor allem der, und, schwollen innerhalb kürzester Zeit stark an. Der Höchststand des Hochwassers war in Antweiler 2,50 m und in Dernau 1,85 m höher als das Hochwasser von 1910. Der für das 1804-Hochwasser rekonstruierte Spitzenabfluss von 1100 m³/s ist der bis heute größte an der Ahr aufgetretene Hochwasserabfluss. Das Hochwasser forderte 63 Menschenleben; 129 Wohnhäuser, 162 Scheunen und Stallungen, 18 Mühlen, 8 Schmieden und nahezu alle Brücken, insgesamt 30, wurden von den Wassermassen weggerissen. Weitere 469 Wohnhäuser, 234 Scheunen und Ställe, 2 Mühlen und 1 Schmiede wurden beschädigt, 78 Pferde und Zugrinder kamen in den Fluten um, die gesamte Ernte wurde vernichtet. Hauptartikel:
1810 Ahrtal Ahrhochwasser.
17. Mai 1818 Mayschoß Durch Starkregen wurden an der Oberahr alle Brücken weggerissen.
25. Juni 1838 Das Dorf wurde durch das Hochwasser des Bengener Bachs überschwemmt.
13. Juli 1839 Bengen Erneute Überschwemmung.
23. Juni 1844 Ahrweiler, Bengen Bei Ahrweiler wurden zahlreiche Weinberge in die Tiefe gerissen und große Erd- und Schuttmassen verfrachtet. In Bengen wurde ein Haus zerstört.
Juli 1848 Grommes Im Trierbachtal verursachte das Hochwasser große Schäden, u.a. stürzten einige Fachwerkwände von Häusern an der Hauptstraße ein.
11. Juni 1859 ,, und Das Unwetter hatte im gesamten Kreis schwere Schäden von mehr als einer halben Million Thaler verursacht und 40 Menschenleben gefordert. Der Regen war so stark, dass die Bäche in den Tälern innerhalb weniger Minuten zu reißenden Flüssen wurden. Insbesondere waren das Brohltal, Vinxtbachtal und der Hellbach, der bei Sinzig in die Ahr mündet, betroffen. In kamen 19 Menschen ums Leben. Von den am stehenden Häusern blieben oft nur noch Ruinen stehen. In Westum, ein Ortsbezirk von Sinzig, ertranken sechs Menschen im Hellbach.
22. Juli 1870 Dernau Das Hochwasser reichte bis zur Hauptstraße.
Jan.1880 Als das Eis des zugefrorenem Ahrflusses losbrach, wurden durch das Treibgut von bis nach Bad Neuenahr alle Brücken fortgeschwemmt sowie auf der Strecke mehrere Gebäude schwer beschädigt.
März 1880 Ahrtal In Folge des starken Frostes und des schnell eintretenden Tauwetters stieg die Ahr so hoch an, dass sie den Höhenstand des Jahrhunderts zweimal erreicht hatte und wieder viele Schäden verursachte.
10.–27. Nov. / Dez.1882 Bodendorf Hochwasser durch langanhaltenden Regen nach vorangegangenem kalten, trockenen Wetter.
1885 Unwetter mit Überschwemmung.
23.–24. Juni 1888 Kreis Ahrweiler Durch Gewitterregen in der traten die Ahr und der über die Ufer und richten große Schäden an. Im Bereich von Ahrweiler werden 3 Brücken beschädigt oder zerstört. In Dernau wurde der ganze Ort unter Wasser gesetzt. Weinbergmauern stürzten ein, Terrassen und Muttererde wurden abgeschwemmt, alle Keller geflutet, die Vorräte verdarben. Der am Standort Altenahr rekonstruierte Pegelstand betrug 162,64 m (über NN) und der Spitzenabfluss 280 m³/s.
23. Jan.1890 Ahrtal Ahrhochwasser durch Schneeschmelze.
30. Juni 1891 Ahrtal Ahrhochwasser.
2. Feb.1893 Ahrtal Ahrhochwasser durch Schneeschmelze.
Feb.1901 Bodendorf Ahrhochwasser.
Dez.1901 Ahrtal Ahrhochwasser durch Schneeschmelze.
März 1906 Bodendorf Das Hochwasser ging überall zurück.
12.–13. Juni 1910 Ahrtal und Nebentäler Nach vorangegangenen, anhaltenden Regenfällen zwischen und schwollen die zur Ahr entwässernden Bäche stark an und führten in der Ahr zu einem Pegelstand von 5,0 m. Der für Altenahr ermittelte Spitzenabfluss des Hochwassers betrug ca.500 m³/s. Durch mitgeschwemmte Hölzer, Baugerät und anderes Material der gerade im Bau befindlichen wurde die Wirkung des Hochwassers vor allem im oberen und mittleren Ahrtal noch verstärkt. Insgesamt kamen 52 Menschen (eine andere Quelle nennt 70 Menschen), zumeist Bahnarbeiter um, die sich teilweise in ihren Baracken befanden. Alle Ortschaften im Tal des Trierbachs, Adenauerbachs und der oberen und mittleren Ahr erlitten erhebliche Schäden, nahezu alle Brücken wurden zerstört. Hauptartikel:
15.–27. Jan.1918 Ahrtal Hochwasser durch Schneeschmelze, am 16. Januar 1918 betrugen der am Standort Altenahr rekonstruierte Pegelstand 162,41 m (über NN) und der Spitzenabfluss 284 m³/s.
11.–19. Jan.1920 Am 11. Januar um 6:10 Uhr Wasserstand Pegel 2,30 m, das Hochwasser hielt etwa 8 Tage an, Höchststand am Pegel Müsch 2,90 m. Am Standort Altenahr betrugen der rekonstruierte Pegelstand 162 m (über NN) und der Spitzenabfluss 170 m³/s.
Jan.1922 Bodendorf Hochwasser nach Regenwetter.
Mai 1922 Bodendorf Durch Hochwasser wurde die neue eiserne Brücke und das Mühlenwehr stark beschädigt.
Nov.1924 Bodendorf Durch Hochwasser Flutung der Weinkeller, dabei wurde viel Most, der noch in war, geschädigt.
31. Dez.1925 – 1. Jan.1926 Bodendorf, Durch Schneeschmelze und Regen starkes Hochwasser, das starke Schäden anrichtete, Höchststand am Pegel Reimerzhoven.
Mai 1936 Bodendorf Durch Starkregen Hochwasserschäden an mehreren Gebäuden.
Aug.1936 Bodendorf Zwei weitere Hochwässer nach Unwettern.
14. Jan.1938 Bodendorf Ahr-Hochwasser infolge rascher Schneeschmelze.
23. Dez.1952 Bodendorf Die starken Regenfälle der letzten Tage führten an Rhein und seinen Nebenflüssen zu Hochwasser.
22. Feb.1953 Ahrtal Frühlingswetter mit 15°C führte zur Schneeschmelze in der Eifel und Hochwasser der Ahr.
24. März 1955 Ahrtal Durch anhaltenden Schneefall und folgende Schneeschmelze führt die Ahr Hochwasser, neuer Sportplatz und Straße bis Haus Lenz überschwemmt.
1. Feb.1961 Ahrtal Enormes Hochwasser durch Schneeschmelze ließ die Keller am Ahrweg aus dem angeschwollenen Mühlenteich sowie den Sportplatz und die Straße bis zum Cafe Lenz für zwei Tage überfluten.
3. Juni 1961 Ahrtal Hochwasser nach tagelangem Regen ließ den Sportplatz, die Bäderstraße bis zum Haus Wirte-Koch, die Keller der Häuser am Goldguldenweg und einen Teil der Bäderstraße überfluten.
1. April 1962 Ahrtal Tagelanger Regen und Schneeschmelze führte zum Hochwasser.
6. Dez.1965 Hochwasser durch Tauwetter und Rückstau des hochgehenden,
23./24. Feb.1970 Ahrtal Hochwasser im gesamten Ahrgebiet durch Schneeschmelze und anhaltende Niederschläge.
16. Aug.1972 Ahrtal Hochwasser durch starke Sommergewitter in Rhein- und Ahreifel, besonders betroffen war die Untere Ahr.
7.–9. Juli 1975 Adenau Hochwasser der Ahr durch starke Regenfälle.
12.–15. Juli 1980 Ahrtal Hochwasser durch anhaltende Niederschläge in der,
7. Feb.1984 Ahrkreis Wolken-bruchartige Regenfälle und Gewitter führten zu zahlreichen Überschwemmungen im gesamten Ahrkreis. Die Ahr war über Nacht zu einem reißenden Fluss geworden. In Müsch stand der Pegel auf 2,64 m.
29./30. Mai 1984 Ahrkreis Am Nachmittag des 30. Mai 1984 waren mehr als 60 l Regen gefallen und führte zu Hochwasser vor allem in Orten der Gemeinde,, und Esch. Es war der höchste Niederschlag seit Mai 1949 mit 45,6 l pro m² binnen 24 Stunden.
Nov.1984 und Anfang 1985 und Mündungsgebiet der Ahr Die aus der Ahr in den Rhein abfließenden Wassermassen hatten mit unbändiger Gewalt den vor etwa 100 Jahren aufgeschütteten Damm (zum Schutz der Schifffahrt auf dem Rhein) abgetragen. Treibgut und entwurzelte Bäume hatten die 80 Jahre alte Leinpfadbrücke erheblich beschädigt.
Mitte März 1988 Ahr Die Ahr trat über die Ufer, Keller und tiefergelegene Wohnräume überfluteten. Der Hochwasserstand näherte sich den Markierungen vergangener Jahrhunderthochwasser.
12. Jan.1993 Pegel Altenahr / Hochwasserstand: 293 cm
Jahreswende 1993/1994 Kreis Ahrweiler Schwere, langanhaltende Regenfälle ließen die Flüsse über die Ufer treten. Das höchste Hochwasser war am 23. Dezember 1993 beim Pegel Andernach mit 10,51 m. Die Bundesstraße B9 war etwa 80 cm überflutet. Pegel-Stand Altenahr am 21. Dez.1993: 349 cm, am 31. Dez.: 233 cm 5.000 Einwohner im Kreis Ahrweiler waren betroffen, Menschen wurden evakuiert. Kripp an der Ahrmündung war mit am schlimmsten betroffen. Als wesentliche Gründe für das Ausmaß der Katastrophe wurden genannt: Die Schnelligkeit des anströmenden Wassers, was wenig Zeit für Vorsorgemaßnahmen ließ, und die Ungläubigkeit vieler Anwohner, was eine unzureichende Hochwasservorsorge zur Folge hatte. Die Schadens-Bilanz zum Hochwasser 1993/94 belief sich auf 3.825 Kubikmeter Sperrmüll, der bis zum 12. Januar auf die Deponien des Kreises Ahrweiler angeliefert wurde.
Anfang 1995 Kreis Ahrweiler Pegel-Stand Altenahr am 23. Jan.1995: 311 cm Das Hochwasserereignis im Kreis Ahrweiler war weniger dramatisch als vor zwölf Monaten. Die Wassermassen stiegen weniger schnell an als im Vorjahr und die Menschen waren – als Lehre aus dem Vorjahres-Hochwasser – gewarnt. Die Schadens-Bilanz zum Hochwasser belief sich auf 1.500 Kubikmeter Sperrmüll.
3. Jan.2003 Altenahr Pegel Altenahr / Hochwasserstand: 288 cm
28. Sept.2007 Altenahr Pegel Altenahr / Hochwasserstand: 254 cm
2. Januarhälfte 2011 Ahr, Sinzig und Hochwasser an der Ahr und am Rhein, die Schneeschmelze ließ Bäche und Flüsse anschwellen und über die Ufer treten. Das Mündungsgebiet der Ahr zwischen Sinzig und Kripp glich einer Seenplatte.
1.–4. Juni 2016 Adenau, Altenahr, Grafschaft, Müsch, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen In Altenahr standen nach den starken Regenfällen zahlreiche Straßen unter Wasser, auch Bundes- und Landesstraßen mussten für den Verkehr gesperrt werden. Insgesamt 25 Menschen wurden mit Booten und einem Hubschrauber vom Campingplatz bei Altenahr gerettet. Die Brücke über den war am 4. Juni 2016 von den Fluten des ansonsten beschaulichen Bachs weggerissen worden. Im Raum Grafschaft fiel am 4. Juni zwischen 14 und 16 Uhr bis zu 115 mm/m² Niederschlag. Die in (88.000 m³) und liefen über. Im Kreis Ahrweiler wurden insgesamt 800 beschädigte Gebäude gemeldet. Pegel Altenahr / Hochwasserstand: 371 cm. Zum Hochwasserschutz soll zukünftig der Wasserrückhalt in der Fläche verbessert werden. In Aubereichen am Flussufer sollen wieder Retentionsflächen entstehen, in denen sich die Ahr schadlos ausbreiten kann. Vorgesehen sind Flächen von insgesamt 32.000 m².
14.–17. Juli 2021 Landkreis Ahrweiler Im Landkreis Ahrweiler hinterließ das Hochwasser eine Spur der Verwüstung. Kreisweit wurden 62 Brücken zerstört und weitere 13 schwer beschädigt. Auf der wurden mindestens sieben und rund 20 Kilometer Gleis durch Über- und Unterspülungen unbefahrbar. Zudem erlitten 19 Kindertagesstätten und 14 Schulen Beschädigungen. In der Gemeinde stürzten sechs Häuser ein, zahlreiche weitere wurden schwer beschädigt. In der Stadt starben zwölf Bewohner der Behinderteneinrichtung „-Haus». Mehr als 330 Menschen konnten mit Hubschraubern von Dächern und Bäumen gerettet werden. Pegel Altenahr / Hochwasserstand: ca.1000 cm. Der für das Hochwasser ermittelte Spitzenabfluss wurde mangels vorliegender Messdaten mittels des Pegels Reimerzhoven mit 750–1000 m³/s abgeschätzt. Damit zählt dieses Ereignis seit der Aufzeichnungen neben den Hochwassern von 1804 und 1910 zu den stärksten bekannten Hochwasserereignissen an der Ahr. Weitere Informationen:
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Was war die größte Überschwemmung der Welt?

Historische Flutkatastrophen in anderen Ländern –

  • 1862: Vereinigte Staaten von Amerika : Durch atmosphärische Flüsse ausgelöste, 40-tägige Starkregen führen zur Großen Flut von 1862 im Pazifischen Nordwesten, Die Katastrophe wird in neuerer Zeit im Arkstorm -Szenario der United States Geological Survey verarbeitet.
  • 1887: China : Starke Regenfälle verursachen eine Flutkatastrophe am Gelben Fluss 1887 ; Über 130 000 km² werden überschwemmt (zwischen 900 000 und 2 Millionen Tote)
  • 1927: Vereinigte Staaten von Amerika : Starke Regenfälle verursachen die Mississippiflut 1927,
  • 1931: China – Starke Regenfälle, gefolgt von mehreren Zyklonen, verursachten die schwerste Flutkatastrophe des 20. Jahrhunderts mit geschätzt 3,7 bis 4 Millionen Toten.
  • 1938–1947: Überflutung des Gelben Flusses mit 890.000 Toten
  • 1952: Lynmouth-Katastrophe 34 Tote.
  • 1953: Hollandsturmflut : Schwerste Sturmflut des 20. Jahrhunderts in den Niederlanden und England (ca.2.500 Tote)
  • 1970: Bengalen – Wirbelstürme und Flutwellen (über 300 000 Tote)
  • 1998: China – Der Jangtsekiang tritt über die Ufer, mehr als 3000 Menschen kommen ums Leben, etwa 14 Millionen werden obdachlos.
  • 2004: Indischer Ozean – Tsunami in 15 Ländern gleichzeitig. (ca.226.000 Tote) (siehe: Erdbeben im Indischen Ozean 2004 )
  • 2005: USA – New Orleans wird vom Hurrikan Katrina heimgesucht.
  • 2006: Ungarn, Rumänien und Bulgarien : Die Donau tritt an vielen Stellen über die Ufer. Dämme werden geöffnet, um unbewohnte Gebiete als Rückhaltebecken zu nutzen. Diese Überflutungen verselbstständigen sich aber teilweise und schwemmen ganze Dörfer weg.
  • 2007: Afrika – Die Länder südlich der Sahara werden quer über den ganzen Kontinent von einer Flutkatastrophe heimgesucht. Mindestens 250 Menschen sterben.
  • 2008: Ende Juli in Rumänien und Ukraine müssen über 36.000 Menschen vor einer Überschwemmung evakuiert werden.
  • 2008: Ende August müssen nach wochenlangen Monsunregenfällen und einem großen Dammbruch in Nepal nach großflächigen Überschwemmungen im indischen Bundesstaat Bihar über 1,2 Millionen Menschen vor den Überschwemmungen fliehen.
  • 2010: Hochwasser in Mitteleuropa im Frühjahr 2010 Hohe Schäden durch Deichbrüche, insbesondere in Polen zeichneten dieses Hochwasser aus.
  • Juli und August 2010: Überschwemmungskatastrophe in Pakistan 2010 infolge außergewöhnlich starken Monsunregens, Etwa 14 Millionen Menschen sind betroffen, 6–7 Millionen davon benötigen humanitäre Hilfe, über 1000 Menschen starben (Stand 17. August 2010).
  • Oktober 2010: In Benin treten durch anhaltend starke Regenfälle die Flüsse Mono und Queme über die Ufer.680.000 Menschen sind von Überschwemmungen betroffen, rund 100.000 Menschen werden obdachlos. In der Großstadt Cotonou infizieren sich ca.800 Menschen mit der Cholera,
  • 2011: Überschwemmungen in Queensland 2010/2011 : 200.000 Personen mussten evakuiert werden und 35 Menschen verloren ihr Leben.
  • 2011: Starke Niederschläge und die Schneeschmelze lösen die Mississippiflut 2011 aus.
  • 2013: Hochwasser in Mitteleuropa 2013, es waren neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Polen, Tschechien und die Donauanrainerstaaten betroffen.
  • 2015: Hochwasser in Ghana 2015
  • 2021/22: Überschwemmungen in Malaysia 2021/22
  • 2022: Durch extremen Monsunregen verursachte Flutkatastrophe in Pakistan mit mehr als 1400 Toten und rund 13000 Verletzten ; als eine der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Bevölkerungen leiden die Menschen in Pakistan unter ausfallenden Ernten und einer millionenhohen Obdachlosigkeitsrate.

Wie teuer war die Flut im Ahrtal?

Allein die Schäden der Ahrtal-Katastophe kosten jeden Steuerzahler 360 Euro. – Allein die Flutschäden im Juli 2021 haben Deutschland einem Bericht des schweizerischen Analyse-Instituts Prognos zufolge rund 40,5 Milliarden Euro gekostet – nur bis zu 8,5 Milliarden Euro seien aber von Versicherungen übernommen worden, weitere Gelder stammen aus dem EU-Solidaritätsfond sowie aus privater Tasche.

  1. 2021 haben Bund und Länder mehr Geld für die Beseitigung der Flutschäden im Juli 2021 als für den Klimaschutz ausgegeben», sagte Ökonom Holger Bär der Frankfurter Rundschau,30 Milliarden Euro haben der Bund und die Länder für die Kostendeckung der Flutschäden beigesteuert.
  2. Es sind Summen, an die sich die Bevölkerung in Zeiten des Klimawandels gewöhnen muss.

„Teilen Sie mal 30 Milliarden durch 83 Millionen und schauen Sie, was das für den Bundesbürger bedeutet» – das Ergebnis: 361 Euro pro Kopf. „Diese Summe stottern wir jetzt 30 Jahre ab», sagte Bär.

Wie viele Vermisste gibt es noch in Ahrweiler?

Mindestens 170 Menschen sind bei dem Flut-Desaster in Rheinland-Pfalz und NRW ums Leben gekommen. Mehr als 600 wurden verletzt. Nach der Hochwasser-Katastrophe gibt es von vielen Vermissten immer noch kein Lebenszeichen. Allein im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler noch 155 Menschen vermisst.

Sind alle Opfer der Flutkatastrophe gefunden?

Opfer der Flutkatastrophe: Die namenlosen Toten aus dem Ahrtal Region – Der Tote, den Suchhund „Nkumba» von Silke Baumblüht an einem Bach im Stadtgebiet von Bad Münstereifel aufspürte, wird ein Grab mit seinem Namen bekommen. Das wird nicht bei allen Opfern der verheerenden Flutkatastrophe möglich sein, die in der Nacht zum 15.

  1. Juli über die Region hereinbrach.
  2. Denn von den bislang 169 entdeckten Leichen sind noch 47 nicht identifiziert.59 Menschen werden an der Ahr immer noch vermisst.
  3. Gerichtsmediziner haben die Identität aller Toten aus den betroffenen Kommunen in Nordrhein-Westfalen klären können.
  4. Davon sind die Forensiker an der Ahr weit entfernt.

In einer Halle am Nürburgring untersuchen die Ärzte die unbekannten Toten aus dem Ahrtal. Die Leitung obliegt hier, wie im gesamten rheinland-pfälzischen Katastrophengebiet, der ADD, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier – die Regierungsbehörde für die einstigen Regierungsbezirke Koblenz und Trier.

Ist der Tunnel in Altenahr wieder offen?

Das Foto vom riesigen Loch am Tunnel in Altenahr ging um die Welt. Jetzt ist der Krater wieder aufgefüllt, den die Ahr bei der Flutkatastrophe gerissen hatte. Die Straße ist wieder befahrbar. Video herunterladen (11,1 MB | MP4) Am Morgen nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 war er für alle in Altenahr zu sehen: ein Krater, neun Meter tief und 50 Meter breit.

  • Auf seinem Grund lagen ein Auto, Baumstämme und Teile benachbarter Häuser, die unterspült worden waren.
  • Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann (CDU) erinnert sich genau an den Moment, als er zum ersten Mal in das Loch blickte: «Man konnte sich gar nicht vorstellen, dass das Wasser eine solche Gewalt hat und einen solchen Schaden anrichten kann.

Unfassbar!» Das Foto zeigt die Bundesstraße 267 und den Tunnel in Ahrbrück am 16.7.2021. Es ist eines der bekanntesten Bilder der Flutkatastrophe. Der Krater steht sinnbildlich für das Ausmaß der Zerstörung durch das Hochwasser im Ahrtal. dpa Bildfunk Picture Alliance «Das ist definitiv eines der bekanntesten Bilder der Flutkatastrophe.»

Sind die Straßen an der Ahr wieder befahrbar?

Der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs durch Land und Kommunen schreitet voran. – Das hat Verkehrs- und Tourismusministerin Daniela Schmitt mitgeteilt: Einige Abschnitte sind bereits wiederhergestellt, andere über neu beschilderte Alternativrouten befahrbar – so kam jüngst der Abschnitt zwischen Remagen und Walporzheim hinzu.

  1. Weitere Teilstücke befinden sich im Bau oder in Planung.
  2. Auch der Einsatz von Radbussen zur Überbrückung einzelner Abschnitte wurde geprüft und wird zum Mai bereits umgesetzt werden.
  3. Ministerin Schmitt dankte dem LBM-Projektbüro Wiederaufbau, dem Kreis und den Kommunen mit ihrem Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr sowie den Tourismusorganisationen für die gute Zusammenarbeit und das Vorankommen beim Wiederaufbau des Ahr-Radwegs.

„Der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs schreitet voran. Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger sowie für den Tourismus im Tal», sagte Verkehrs- und Tourismusministerin Daniela Schmitt auch mit Blick auf den Beginn der Radsaison. „Dort, wo es möglich ist, wollen wir schnellstmöglich durch Provisorien, Alternativstrecken, Beschilderungen und Übergangslösungen das Radfahren ermöglichen und konnten das gemeinsam mit den Kommunen auch bereits in einigen Abschnitten umsetzen.

Das ist gerade auch für den Tourismus im Ahrtal ganz entscheidend», betonte Verkehrsministerin Schmitt und dankte allen Akteuren für die gute Zusammenarbeit beim gemeinsamen Wiederaufbau des Ahr-Radwegs. Der komplette Wiederaufbau des Ahr-Radwegs wird in den besonders zerstörten Abschnitten noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dafür werden stellenweise Alternativrouten als Übergangslösung geplant und errichtet. „Land und Kommunen arbeiten beim Wiederaufbau des Ahr-Radwegs eng zusammen, das LBM-Projektbüro Wiederaufbau ist hierbei koordinierend tätig», erklärte Verkehrsministerin Daniela Schmitt.

So fand auf Einladung des LBM-Projektbüros Wiederaufbau Ende Februar ein Koordinierungstreffen aller Akteure zum Wiederaufbau des Ahr-Radweges statt: mit Vertreterinnen und Vertretern der Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig, der Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr, der Kreisverwaltung sowie der SWB Regional für den Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr und der Tourismusorganisationen Ahrtal und Eifel.

Ziel des Koordinations-Treffens war es, alle Beteiligten über den aktuellen Stand zu informieren, den Informationsaustausch zu verstetigen, um so den Wiederaufbau des gerade für den Tourismus wichtigen Ahr-Radwegs zügig weiter voranzubringen. „Der Wiederaufbau des Ahr-Radweges ist für uns alle ein zentrales Thema.

Wir arbeiten auf allen Ebenen sehr eng und sehr konstruktiv zusammen. Der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs mit seinen verschiedenen Baulastträgern bedarf der umfassenden Koordination. Alle arbeiten Hand in Hand», sagte Stefan Schmitt, Leiter des Projektbüros Wiederaufbau Ahrtal beim LBM. Daher wird der Austausch zum Wiederaufbau des Ahr-Radweges zwischen den beteiligten Akteuren kontinuierlich fortgeführt.

Der aktuelle Stand zum Wiederaufbau des Ahr-Radwegs in Kürze:

Der Ahr-Radweg zwischen Blankenheim und Fuchshofen ist weitgehend wiederhergestellt, beschildert und somit durchgängig befahrbar. In Antweiler verläuft er bis zur Wiederherstellung eines zerstörten Teilstücks ersatzweise noch durch die Ortslage.

Zwischen Fuchshofen und Schuld wird der Radweg wie bislang auf der Landesstraße mitgeführt. Hier wird die schon vor der Flut begonnene Planung zum Bau eines abseits der Straße geführten Radweges vom LBM fortgeführt.

Von Schuld bis Ahrbrück ist der Radweg großteils fertiggestellt und zu den Pfingstferien 2023 auch wieder durchgängig befahrbar. Hier haben die SWB in enger Abstimmung mit dem Projektbüro des LBM im Zuge des Baus der neuen Infrastrukturtrasse für die Ver- und Entsorgungsleitungen auch den Radweg wiederhergestellt. Die Freigabe der Infrastrukturtrasse am 12. April ist ein Schritt hin zu der vollständigen Freigabe des beschilderten Radweges Ende Mai.

Für den Abschnitt zwischen Ahrbrück und Altenahr wird ab Mai die bestehende Radbuslinie 844 (Altenahr-Rheinbach) bis Ahrbrück verlängert, so dass für diesen Abschnitt auch bereits ein alternatives Angebot besteht. Darüber hinaus arbeiten das LBM-Projektbüro, die Stadtwerke Bonn und die Deutsche Bahn mit Hochdruck daran, dass auch für dieses Teilstück bis zu den Pfingstferien eine Befahrbarkeit hergestellt werden kann.

Die größte Herausforderung bleibt der Wiederaufbau im Bereich der Mittelahr zwischen Altenahr und Walporzheim, Dieser massiv zerstörte Teilabschnitt wird aufgrund der intensiven Bauarbeiten im Tal für den Radverkehr in den nächsten Jahren nicht geeignet sein. Deshalb wird zur Überbrückung eine weiträumigen Umfahrung über eine „Höhenroute» geplant (Verlauf über Kalenborn und Ringen mit Zuwegungen nach Mayschoß und Marienthal). Ziel ist, bis 2024 diese Höhenroute einzurichten. Parallel arbeiten das LBM-Projektbüro und die Deutsche Bahn intensiv an den Planungen für den Wiederaufbau des Radweges in der Tallage.

Von Walporzheim bis Sinzig ist der Ahrradweg durchgängig beschildert und befahrbar. In Teilstücken verläuft er dabei auf Provisorien und Ersatzrouten. Die endgültige Wiederherstellung wird parallel weiterverfolgt, jedoch noch längere Zeit beanspruchen.

Insgesamt muss im Bauverlauf mit kurzfristigen Sperrungen und Umleitungen gerechnet werden, über die der LBM, die Kommunen und die Tourismusorganisationen regelmäßig bspw. auf ihren Internetseiten informieren werden. Seitens des Ahrtal Tourismus wird zusätzlich eine entsprechende Informationsbroschüre zu Umfahrungen und Alternativrouten für den Radtourismus erstellt.

Link zum Wiederaufbau-Plan für den Ahr-Radweg: https://lbm.rlp.de/de/wiederaufbau-ahrtal/ Befahrbarkeit Ahr-Radweg Projektstatus Ahr-Radweg Hintergrund: Der rund 65 Kilometer lange rheinland-pfälzischen Teil des Radweges mit seinen mehr als 40 betroffenen Bauwerken wurde zu fast 60 Prozent beschädigt oder komplett zerstört.

Rund 56 Kilometer liegen in der Baulastträgerschaft der Kommunen. Zur Unterstützung der Kommunen im Ahrtal hat der LBM die zentrale Koordination der Planungen übernommen.

Welche Straßen in Ahrweiler sind vom Hochwasser betroffen?

Wiederaufbau in Ahrweiler: Rund 60 Straßen sind von der Flut betroffen Die letzte von sieben als Videokonferenzen veranstalteten Einwohnerversammlungen zum Wiederaufbau in der Kreisstadt nach der Flut beschäftigte sich mit Ahrweiler. Rund 60 Straßen sind in Ahrweiler mehr oder weniger stark von Flutschäden betroffen.

  • Dabei wurden die Karl-von-Ehrenwall-Allee und die Otlerstraße in Ufernähe besonders stark getroffen und zu großen Teilen fortgespült.
  • Dort entstehen derzeit Provisorien, führte Tiefbau-Abteilungsleiter Alfred Bach zu den angelaufenen Aufbaumaßnahmen aus.
  • Gerade diese beiden Straßen verdeutlichen das Ausmaß der Katastrophe noch einmal.

So muss die Ehrenwall-Allee eine komplett neue Gründung erhalten, um wieder aufgebaut werden zu können. „Dort muss wahrscheinlich ein Schutzwall errichtet werden, der eine Böschung und die Straße hält», vermutet Bach. Aktuell gibt es eine Notstraße für Feuerwehr und Lieferanten der Ehrenwall’schen Klinik.

Welche Brücken an der Ahr sind zerstört?

Brücken

Ortschaft ggf Name Einschränkungen
Ahrbrück Brücke Ahr -Radweg zerstört
Ahrbrück Brücke Mühlenauel zu Pützfelder Kapelle Brücke steht, Zutritt unklar
Kreuzberg Brücke freigegeben
Altenburg Fußgängerbrücke Höhe Spielplatz zerstört

Sind die Straßen an der Ahr wieder befahrbar?

Der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs durch Land und Kommunen schreitet voran. – Das hat Verkehrs- und Tourismusministerin Daniela Schmitt mitgeteilt: Einige Abschnitte sind bereits wiederhergestellt, andere über neu beschilderte Alternativrouten befahrbar – so kam jüngst der Abschnitt zwischen Remagen und Walporzheim hinzu.

Weitere Teilstücke befinden sich im Bau oder in Planung. Auch der Einsatz von Radbussen zur Überbrückung einzelner Abschnitte wurde geprüft und wird zum Mai bereits umgesetzt werden. Ministerin Schmitt dankte dem LBM-Projektbüro Wiederaufbau, dem Kreis und den Kommunen mit ihrem Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr sowie den Tourismusorganisationen für die gute Zusammenarbeit und das Vorankommen beim Wiederaufbau des Ahr-Radwegs.

„Der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs schreitet voran. Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger sowie für den Tourismus im Tal», sagte Verkehrs- und Tourismusministerin Daniela Schmitt auch mit Blick auf den Beginn der Radsaison. „Dort, wo es möglich ist, wollen wir schnellstmöglich durch Provisorien, Alternativstrecken, Beschilderungen und Übergangslösungen das Radfahren ermöglichen und konnten das gemeinsam mit den Kommunen auch bereits in einigen Abschnitten umsetzen.

Das ist gerade auch für den Tourismus im Ahrtal ganz entscheidend», betonte Verkehrsministerin Schmitt und dankte allen Akteuren für die gute Zusammenarbeit beim gemeinsamen Wiederaufbau des Ahr-Radwegs. Der komplette Wiederaufbau des Ahr-Radwegs wird in den besonders zerstörten Abschnitten noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dafür werden stellenweise Alternativrouten als Übergangslösung geplant und errichtet. „Land und Kommunen arbeiten beim Wiederaufbau des Ahr-Radwegs eng zusammen, das LBM-Projektbüro Wiederaufbau ist hierbei koordinierend tätig», erklärte Verkehrsministerin Daniela Schmitt.

So fand auf Einladung des LBM-Projektbüros Wiederaufbau Ende Februar ein Koordinierungstreffen aller Akteure zum Wiederaufbau des Ahr-Radweges statt: mit Vertreterinnen und Vertretern der Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig, der Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr, der Kreisverwaltung sowie der SWB Regional für den Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr und der Tourismusorganisationen Ahrtal und Eifel.

Ziel des Koordinations-Treffens war es, alle Beteiligten über den aktuellen Stand zu informieren, den Informationsaustausch zu verstetigen, um so den Wiederaufbau des gerade für den Tourismus wichtigen Ahr-Radwegs zügig weiter voranzubringen. „Der Wiederaufbau des Ahr-Radweges ist für uns alle ein zentrales Thema.

  1. Wir arbeiten auf allen Ebenen sehr eng und sehr konstruktiv zusammen.
  2. Der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs mit seinen verschiedenen Baulastträgern bedarf der umfassenden Koordination.
  3. Alle arbeiten Hand in Hand», sagte Stefan Schmitt, Leiter des Projektbüros Wiederaufbau Ahrtal beim LBM.
  4. Daher wird der Austausch zum Wiederaufbau des Ahr-Radweges zwischen den beteiligten Akteuren kontinuierlich fortgeführt.
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Der aktuelle Stand zum Wiederaufbau des Ahr-Radwegs in Kürze:

Der Ahr-Radweg zwischen Blankenheim und Fuchshofen ist weitgehend wiederhergestellt, beschildert und somit durchgängig befahrbar. In Antweiler verläuft er bis zur Wiederherstellung eines zerstörten Teilstücks ersatzweise noch durch die Ortslage.

Zwischen Fuchshofen und Schuld wird der Radweg wie bislang auf der Landesstraße mitgeführt. Hier wird die schon vor der Flut begonnene Planung zum Bau eines abseits der Straße geführten Radweges vom LBM fortgeführt.

Von Schuld bis Ahrbrück ist der Radweg großteils fertiggestellt und zu den Pfingstferien 2023 auch wieder durchgängig befahrbar. Hier haben die SWB in enger Abstimmung mit dem Projektbüro des LBM im Zuge des Baus der neuen Infrastrukturtrasse für die Ver- und Entsorgungsleitungen auch den Radweg wiederhergestellt. Die Freigabe der Infrastrukturtrasse am 12. April ist ein Schritt hin zu der vollständigen Freigabe des beschilderten Radweges Ende Mai.

Für den Abschnitt zwischen Ahrbrück und Altenahr wird ab Mai die bestehende Radbuslinie 844 (Altenahr-Rheinbach) bis Ahrbrück verlängert, so dass für diesen Abschnitt auch bereits ein alternatives Angebot besteht. Darüber hinaus arbeiten das LBM-Projektbüro, die Stadtwerke Bonn und die Deutsche Bahn mit Hochdruck daran, dass auch für dieses Teilstück bis zu den Pfingstferien eine Befahrbarkeit hergestellt werden kann.

Die größte Herausforderung bleibt der Wiederaufbau im Bereich der Mittelahr zwischen Altenahr und Walporzheim, Dieser massiv zerstörte Teilabschnitt wird aufgrund der intensiven Bauarbeiten im Tal für den Radverkehr in den nächsten Jahren nicht geeignet sein. Deshalb wird zur Überbrückung eine weiträumigen Umfahrung über eine „Höhenroute» geplant (Verlauf über Kalenborn und Ringen mit Zuwegungen nach Mayschoß und Marienthal). Ziel ist, bis 2024 diese Höhenroute einzurichten. Parallel arbeiten das LBM-Projektbüro und die Deutsche Bahn intensiv an den Planungen für den Wiederaufbau des Radweges in der Tallage.

Von Walporzheim bis Sinzig ist der Ahrradweg durchgängig beschildert und befahrbar. In Teilstücken verläuft er dabei auf Provisorien und Ersatzrouten. Die endgültige Wiederherstellung wird parallel weiterverfolgt, jedoch noch längere Zeit beanspruchen.

Insgesamt muss im Bauverlauf mit kurzfristigen Sperrungen und Umleitungen gerechnet werden, über die der LBM, die Kommunen und die Tourismusorganisationen regelmäßig bspw. auf ihren Internetseiten informieren werden. Seitens des Ahrtal Tourismus wird zusätzlich eine entsprechende Informationsbroschüre zu Umfahrungen und Alternativrouten für den Radtourismus erstellt.

Link zum Wiederaufbau-Plan für den Ahr-Radweg: https://lbm.rlp.de/de/wiederaufbau-ahrtal/ Befahrbarkeit Ahr-Radweg Projektstatus Ahr-Radweg Hintergrund: Der rund 65 Kilometer lange rheinland-pfälzischen Teil des Radweges mit seinen mehr als 40 betroffenen Bauwerken wurde zu fast 60 Prozent beschädigt oder komplett zerstört.

Rund 56 Kilometer liegen in der Baulastträgerschaft der Kommunen. Zur Unterstützung der Kommunen im Ahrtal hat der LBM die zentrale Koordination der Planungen übernommen.

Wo begann das Hochwasser an der Ahr?

DAS Hochwasser VON 1804 IM KREISE AHRWEILER DAS Hochwasser VON 1804 IM KREISE AHRWEILER VON DR. HANS FRICK VORBEMERKUNGEN Am 21. Juli 1954 waren 150 Jahre verflossen, seit das Ahrtal samt einigen seiner Nebentler von einem uerst folgenschweren Hochwasser heimgesucht wurde.

  • Die Erinnerung an diese Katastrophe ist seither bei der Ahrbevlkerung nie ganz geschwunden, zweifellos u.a.
  • Aufgefrischt durch die kleinen, meist rtlich beschrnkten Berichte in den bekannten heimatgeschichtlichen Werken des vorigen Jahrhunderts, durch gelegentlich vorkommende Markierungen des damaligen Hchstwasserstandes und andere Erinnerungszeichen wie etwa die alte Gedenktafel im Pfarrhaus zu Dorsel, deren lngere Inschrift (abgedruckt in der Adenauer Zeitung» unter dem 15.

Aug.1929) das Unglck sogar durch verschiedene Zahlen erlutert, die allerdings von den amtlich festgestellten Angaben etwas abweichen. Das Fehlen einer einheitlichen, das gesamte Katastrophengebiet erfassenden und auf sicheren handschriftlichen Quellen beruhenden Untersuchung veranlate mich anfangs 1929 zu entsprechenden Nachforschungen.

Sie fanden ihren Niederschlag in einer Gesamtdarstellung, die in der Rhein- u. Ahrzeitung am 26. Juli und im Koblenzer Heimatblatt (Wochenbeilage des Koblenzer Generalanzeigers) am 22. September 1929 unter dem Titel Das Hochwasserunglck des Jahres 1804 im Ahrtal» erschien. Da inzwischen 25 Jahre vergangen sind, nehme ich an, da der Inhalt meiner damaligen Arbeit nur noch wenigen Personen bekannt ist.

Zeitungsaufstze haben erfahrungsgem nur eine kurze Lebensdauer, whrend Jahrbcher bestimmten Inhalts sich leichter sammeln lassen und auerdem noch nach Jahren in Archiven und ffentlichen Bibliotheken eingesehen werden knnen. Daher erscheint mir eine Wiederholung bzw.

Ausweitung der frheren Darstellung im Heimat-Jahrbuch fr den Kreis Ahrweiler» gerade zu Ende 1954 wohl angebracht, wobei eine Angabe und Charakterisierung der benutzten Quellen nicht fehlen soll: Die wiederaufgegriffene Darstellung fut im wesentlichen auf zwei Aktensammlungen aus der napoleonischen Besatzungszeit, die im Staatsarchiv Koblenz (Abt.256 II, Nr.66a u.68) aufbewahrt werden.

Wesentliche Stcke darin sind genaue, in franzsischer Sprache abgefate Berichte ber die Ortsbesichtigungen, die unmittelbar nach Ablauf des Hochwassers entweder von dem damaligen Unterprfekten des Arrondissements Bonn, Eichhof, oder von den deutschen Brgermeistern der betroffenen Mairien vorgenommen wurden, ferner eine tabellarische Zusammenstellung, in der fr 32 Ortschaften des heutigen Kreises Ahrweiler und fr die Stahlhtte bei Dorsel, die fortgerissenen wie die beschdigten Brcken, Wohnhuser, Scheunen, Stlle, Mhlen und Schmieden, sowie die ertrunkenen Menschen und Zugtiere zahlenmig erfat sind.

Weitere bis 1806 reichende Berichte betreffen die Entschdigungen und Wiederaufbauten. Auer diesen handschriftlichen Quellen wurde auch einiges aus den kurzen Schilderungen, die der Rheinische Antiquarius in Band III, 10 unter Rech (S.138) und Laach (S.165) vom Hochwasser gibt, mitverwertet. Die anschlieend folgende Darstellung hlt sich weitgehend an den Wortlaut der frheren Arbeit, bringt jedoch auer einigen anderen kleineren Zustzen noch etliche klrende Ergnzungen aus zwei Berichten des damaligen Brgermeisters der Mairie Ringen, die ich erst mehrere Wochen nach Fertigstellung jener Arbeit im Stadtarchiv Ahrweiler an unerwarteter Stelle (B XIII 28) entdeckte.

Sie betreffen die Hochwasserschden in den Drfern Wadenheim, Beul und Hemmessen, aus denen die heutige Stadt Bad Neuenahr hervorgegangen ist. Diese ausfhrlich gehaltenen Stcke habe ich wrtlich bei Anpassung an die heutige Schreibweise unter der berschrift Bad Neuenahr» und das Hochwasser von 1804″ in der Rhein- und Ahrzeitung am 5.

Oktober 1929 verffentlicht. DARSTELLUNG Man schrieb damals nach der im Rheinland geltenden Zeitrechnung den 2. Thermidor (= Hitzemonat) des Jahres 12 der franzsischen Republik. Schon am Tage vorher waren im Niederschlagsgebiet der Ahr mehrere Gewitter niedergegangen, so da der Gebirgsflu vermutlich schon mehr Wasser als gewhnlich zu Tal fhrte.

An dem Unglckstag selbst, einem Samstag, tobten die Elemente ber der ganzen Eifel. Infolgedessen hatten Nette und Brohl Hochwasser, und der bach beschdigte nach einem Bericht, den der Prfekt des Rhein-Moseldepartements, Chaban, am 29. Aug.1805 nach Paris gab, die Baulichkeiten des Bades Bertrich, fr die der letzte Kurfrst von Trier, Clemens Wenzeslaus, ber 200 000 Francs ausgegeben hatte, derart schwer, da sie eingestrzt wren, wenn er nicht so schnell die dringendsten Reparaturen veranlat htte.

  1. Die Quellen dieser drei Flchen liegen mit denen einiger Ahrzuflsse, insbesondere des Trierbachs, des Adenauer Bachs und des Kesselinger Bachs, alle auf einem verhltnismig kleinen Stck Hocheifel zusammen.
  2. Doch nirgends war das Unheil so gro wie im Ahrtal, das auer dem eigenen Wasser noch das jener rechtsseitigen Zuflsse aufzunehmen hatte.

An der oberen Ahr in der Gegend von Msch und Antweiler begann das Gewitter gegen 3 Uhr, unterhalb von Kreuzberg bis zum Rhein zwischen 4 und 5 Uhr. Infolge von beraus starken Wolkenbrchen go der Regen unaufhrlich nieder, und das ganze Gebiet war mehrere Stunden in Feuer und Wasser verwandelt».

  • In weniger als vier Stunden trat eine allgemeine berschwemmung ein.
  • Die mit einem solchen Naturereignis vertrauten Ahrtalbewohner hatten inzwischen die gewhnlichen Vorkehrungen getroffen.
  • Aber dieses Mal war jede Vorsorge unntz.
  • Dem Flulauf entlang erreichte die Flut zwischen 6 und 10 Uhr eine Hhe, wie sie bis dahin wahrscheinlich noch nicht erlebt wurde.

Im Rhein. Antiquarius wird sie durch die Angabe charakterisiert, da die Ahr zur Zeit des hchsten Wasserstandes ber der Steinbrcke bei Rech eine Hhe von 8 Fu, d.h. nach heutigem Ma von etwa 2,50 m, erreicht habe.Diese Angabe deckt sich in etwa mit der Aussage der Dorseler Gedenkplatte, da der wilde Strom in einer Hhe von acht, zehn, ja sogar bis zwanzig Schuh (ber dem normalen Wasserstand) hier Steinhaufen, dort stinkenden Kot hinterlassen habe.

  • Vielleicht ist der Wasserstand der Ahr bei der groen Flut vom 13.
  • Juni 1910 an einigen besonders engen Stellen des Tals noch hher gewesen.
  • Doch waren die Schrecken, die die Ahrbevlkerung 1804 erlebte, weit grer, da die Mglichkeit einer telefonischen Warnung der fluabwrts gelegenen Ortschaften noch nicht bestand und die Brcken, Wohnhuser, Stallungen usw.

viel weniger widerstandsfhig gebaut waren als heute. Die Folgen waren entsetzlich. Nach der eingangs erwhnten, fr das obere und mittlere Ahrtal und seine Sei tentler, nicht aber fr die Un-terahrstrecke HemmessenSinzig, aufgestellten Tabelle gab es 63 Tote.

Diese entfielen alle auf das Ahrtal. Natrlich war die Zahl der fortgerissenen (emprtes) oder schwer beschdigten (ruines) Gebude und Brcken entsprechend hoch. Im Ahrtal samt seinen Nebentlern verschwanden 129 Wohnhuser, 162 Scheunen oder Stlle, 18 Mhlen und 8 Schmieden vollstndig vom Erdboden.469 Wohnhuser, 234 Scheunen oder Stlle, 2 Mhlen und l Schmiede wurden schwer beschdigt.

Die Gesamtviehverluste sind nicht erfat; doch werden 78 Pferde und Zugrinder als ertrunken angegeben. Da die Bume in den Niederungen, unter ihnen viele Obstbume, meist entwurzelt und zum Verderben der talabwrts gelegenen Huser und Brcken mit gewaltiger Kraft abgetrieben wurden, strzten fast smtliche Brcken ein, auch die von Stein, im ganzen zusammen mit der in einer anderen Tabelle gezhlten Sinziger Brcke, 30 Stck.

  1. Adenau und Msch verloren je 3 Brcken, Schuld und Dernau je 2.
  2. Von den Steinbrcken wurde nach der Meldung des Unterprfekten diejenige zwischen Mayscho und Rech, die seit mehr als einem Jahrhundert allen Ereignissen standgehalten hatte», zerstrt.
  3. Hiermit kann nur die damals wohl zweibogige Steinbrcke bei Rech gemeint gewesen sein, deren Verlust auch in der Tabelle verzeichnet ist.

Nach dem Rhein. Antiquarius soll sie 1764 erbaut worden sein und 1804 drei Bogen verloren haben. Da aber Chaban am 29. August 1805 berichtete, da diese Brcke, die heute vier Bogen besitzt und seither unzerstrt blieb, durch zwei Bogen vergrert worden sei, damit sie auch fr alle auerordentlichen Flle ausreiche, liegt hier ein Irrtum des Antiquarius vor.

Auch mu die alte Brcke schon 1759 gebaut worden sein, da die 1919 von der amerikanischen Besatzung in die Ahr gestrzte frhere Brckenfigur des hl. Johannes Nepomuk diese Jahreszahl in ihrer Inschrift enthielt (nach dem groen Werk: Die Kunstdenkmler des Kreises Ahrweiler.S.519). Den Erwerbsquellen der Bewohner brachte die Hochflut riesigen Schaden.

Neben den Nutzbumen wurden ganze Weinberge in den Niederungen fortgeschwemmt und die Felder, Grten und Wiesen derart mit Sand und Kies zugeschttet, da der Unterprfekt Eichhof in seinem Bericht nach Koblenz die Ansicht aussprach, sie knnten niemals wieder urbar gemacht werden.

Er befrchtete daher, da die Zahl der Drfer beiderseits der Ahr wegen der verringerten Lebensmglichkeiten auf ein Drittel zusammenschmelzen werde. Natrlich war in der Ahrniederung auch die ganze Getreideernte vernichtet. Die verschiedenen amtlichen Berichte geben erschtternde Einzelheiten von den Wirkungen dieser Sinflut».

Eichhof selbst, der seine eigene Besichtigung, die er von Bonn aus zusammen mit dem Gendarmerieoffizier unternahm, wegen Unterbrechung jeglicher Verbindung mit der Oberahr nur bis Kreuzberg ausdehnen konnte, leitete seinen Bericht vom 25. Juli mit der Feststellung ein, da das anscheinend im ganzen Departement vorgekommene letzte Gewitter in einem Teil seines Arrondissements Entsetzen, Tod und Zerstrung» gebracht habe.

  1. Der erste Ort an der Oberahr, von dem in einem Bericht aus Barweiler ein derartig schwerer Schaden gemeldet wurde, war Msch, wo der Trierbach in die Ahr mndet.
  2. Die beiden Gewsser stiegen hier so schnell an, da das zwischen ihnen liegende Dorf binnen 2 Stunden vollkommen berschwemmt war.
  3. Auer den drei Brcken wurden acht Wohnhuser, 22 Scheunen und Stlle und 2 Mhlen fortgerissen sowie 11 Wohnhuser, darunter 6 sehr schwer, beschdigt.

Ihr Mobilar fhrte die Ahr fort. Am schlimmsten war es, da auch 4 Menschenleben zu beklagen waren. Nach der eingangs erwhnten Tabelle ertranken in Antweiler keine Menschen. Doch wurden 6 Wohnhuser, 8 Scheunen und Stlle und 2 Mhlen zerstrt und 42 Wohnhuser erheblich beschdigt.

  • Schuld verzeichnete an Opfern: 2 Tote, 7 Wohnhuser, 7 Scheunen und Stlle, 2 Mhlen, 2 Brcken und 15 schwer beschdigte Wohnhuser.
  • Im Vergleich dazu kamen die Ahrdrfer Insul, Dmpelfeld, Liers und Hnningen glimpflich davon.
  • Insgesamt gingen 7 Wohnhuser, 7 ‘Scheunen und Stlle, 3 Mhlen (davon 2 in Henningen) und 2 Brcken (Insul, Dmpelfeld) verloren; 11 Wohnhuser, 3 Scheunen u.

Stlle erlitten bedeutende Beschdigungen. Liers war besonders glcklich dabei; dort gab es nur eine zerstrte Scheune, aber keine wesentlichen Beschdigungen. Das hochgelegene Ptzfeld ist berhaupt nicht genannt. Der Vollstndigkeit halber sei erwhnt, da das Unwetter auch oberhalb von Msch betrchtliche landwirtschaftliche Schden verursacht haben mu, wenn auch sonst verhltnismig wenig zu beklagen war.

  1. Die Dorseler Gedenkplatte sagt darber in etwas verbessertem Deutsch etwa folgendes: 1804, den 21.
  2. Julius, nachmittags 3 Uhr, strzte bei einem schrecklichen, von Norden kommenden Gewitter das Wasser in Strmen aus den Wolken, wodurch der Grund von vielen ckern bis auf die Felsen fortflo, von den Bergen, besonders hier unter der Kirche und der Stahlhtte, groe Erdmassen, Sand, Hecken und Stauden hinabgeschafft wurden, die Ahr von einem Berge zum ndern strmte, die Stahlhtte pltzlich ausgelscht und die Mhlen- und Httenklausen samt der sehr starken steinernen Httenbrcke fortgerissen wurden,

Unsere Tabelle verzeichnet Dorsel ebensowenig wie die unterhalb von Ahrweiler gelegenen Ortschaften. Bei Stahlhtte ist als einzige Hochwasserwirkung die erhebliche Beschdigung einer Schmiede angegeben. Abwrts der Einmndung des Kesselinger Bachs in die Ahr, bei Brck, war das Unheil besonders gro.

  • In diesem Dorf wurden 14 Wohnhuser, 14 Scheunen und Stlle und l Mhle fortgeschwemmt, 11 Wohnhuser und ebensoviele Scheunen und Stlle schwer beschdigt.
  • Nach einem nheren Bericht des Brgermeisters von Hnningen wurden 12 Huser in Brck, die am rechten Ahrufer lagen, derart dem Erdboden gleichgemacht, da keine Spur mehr von ihnen zu sehen war.

Eine aus Vater, Mutter und drei Kindern bestehende Familie, die im Haus geblieben war, eine andere Familie (Vater, Mutter, Kind) und eine Witwe, insgesamt 9 Personen, ertranken. In Kreuzberg verschwanden 4 Wohnhuser, 5 Scheunen und Stlle, 3 Mhlen und l Schmiede vom Erdboden.

Je 25 Wohnhuser und Scheunen oder Stlle erlitten groe Beschdigungen.4 Personen ertranken. Wie Eichhof dazu selbst berichtete, hatte der Mller in der prchtigen Mhle, die dem Anton Belderbusch aus Bonn gehrte, in Erkenntnis der drohenden Gefahr eines seiner Kinder, das verkrppelt war, ergriffen und, von der Mutter gefolgt, bereits den Fu aufs Land gesetzt, als das Haus, in dem sich noch 2 Tchter, sein Bruder und ein Kind aus dem Dorfe befanden, durch den Sto groer Bume getroffen, vor den Augen der Eltern zusammenbrach und alles unter sich begrub.

Auch wurden alle Papiere des Friedensgerichtes Ahrweiler, die sich zu Kreuzberg im Hause des Kanzlisten befanden, fortgesplt. In Altenburg hauste die Hochflut entsetzlich. Nach der Tabelle wurden 14 Personen, 17 Wohnhuser und 23 Scheunen und Stlle sowie l Brcke des Flusses Beute.

  • Auch gab es 23 sehr beschdigte Wohngebude.
  • Eichhof meldet hier 15 ertrunkene Personen und auer den Hausverlusten die Zerstrung der dortigen Kapelle und der Mhle des Grafen Kesselstatt.
  • Altenahr hingegen kam wieder glimpflich davon.
  • Hier wurden l Brcke, 2 Huser, 2 Scheunen oder Stlle, l Schmiede und l Pottaschefabrik» mit vieler Ware im Werte von 15000 Francs vernichtet, 7 Huser und ebensoviele Scheunen oder Stlle erheblich beschdigt.
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Keine Menschenverluste. In Reimerzhoven gingen nach der Tabelle l Brcke, 9 Wohnhuser und 11 Scheunen oder Stlle verloren. Weitere 2 Huser wurden schwer beschdigt. Eichhof berichtet, da von insgesamt 10 Husern, Scheunen und Stllen nur ein Gebude brig geblieben sei.

  • Doch waren auch hier keine Menschenleben zu beklagen.
  • Auch von dem kleinen Laach blieb wenig stehen.
  • Hier wurden 15 Wohnhuser und 20 Scheunen oder Stlle sowie die Kapelle und die Brcke fortgeschwemmt.6 Wohnhuser wurden sehr stark beschdigt.
  • Hier kamen wie in Altenburg 14 Menschen ums Leben, unter ihnen nach Eichhofschem Bericht eine sechskpfige Familie (Vater, Mutter, vier Kinder).

Er verzeichnet auch die Zerstrung der sogenannten Laacher Mhle», whrend der Rhein. Antiquarius noch mitteilt, da die dort in einem Wohnhaus noch heute aufgehngte Glocke (nach den ‘Kunstdenkmlern, S.379, aus dem Jahre 1504) von jener Kapelle stamme. In Mayscho wurden l Brcke, 8 Wohnhuser und ebensoviele Scheunen oder Stlle sowie l Schmiede vernichtet.55 Wohngebude und 55 Scheunen oder Stlle erlitten sehr starke Schden.

Jedoch konnten sich alle Einwohner retten. Geringer waren die Sachverluste in Rech. Auer der schon genannten Steinbrcke wurden 4 Wohnhuser (darunter das Pfarrhaus), 7 Scheunen oder Stlle und l Mhle zum Einsturz gebracht, 5 Wohnhuser und 5 Scheunen oder Stlle erheblich beschdigt. Doch fanden hier 5 Menschen den Tod, und zwar kamen sie nach dem Eichhofschen Bericht alle in dem zerstrten steinernen Pfarrhaus um, der Geistliche, sein Kster, seine Magd und eine Frau mit ihrem Sugling.

Die beiden letzten wurden in der Nhe von Remagen aus dem Wasser gezogen, whrend nach dem Rhein. Antiquarius die Leiche des Pfarrers Meyer» 1), des ersten Pfarrers der Pfarrei Rech, der noch aus dem Fenster einigen gefhrdeten Nachbarn die Generalabso’1’ution erteilt habe, erst nach einem Jahr unversehrt im Schlamm bei Marienthal aufgefunden wurde.

  1. Nach der gleichen Quelle verschwand auch vllig der 18 Fu ber dem normalen Wasserstand der Ahr gelegene Stotzheimer Hof bei Rech.
  2. Unter allen Ortschaften des Kreises verzeichnete Dernau die weitaus grte Zahl von schwer beschdigten Gebuden, nmlich 103 Wohnhuser und ebensoviele Scheunen oder Stlle.
  3. Zudem wurden 2 Brcken und 5 Gebude, nmlich 1 Wohnhaus, 3 Scheunen oder Stlle und 1 Schmiede, vollkommen zerstrt.2 Personen ertranken.

Nach Eichhof handelte es sich um 2 Juden, die in ihrem Haus mit 16 Stck Hornvieh ums Leben kamen. Von Marienthal meldet die Tabelle den Wassertod von 2 Personen, die Zerstrung einer Brcke, die Vernichtung von 7 Wohnhusern und einer Mhle und die schwere Beschdigung von 3 Wohngebuden.

  1. Dazu berichtete Eichhof besonders ausfhrlich.
  2. Nach seiner Darstellung waren von 7 Husern zunchst 3 stehen geblieben, jedoch in sehr bedrohlichem Zustand.
  3. Die Witwe Robach wollte zusammen mit ihrem ltesten Sohn noch eine Lade mit i’hren kleinen Schtzen in Sicherheit bringen, als das steinerne Haus hnlich wie die Mhle in Kreuzberg durch Baumstmme zum Einsturz gebracht wurde.

Beide fanden den Tod und wurden bei Heimersheim» (tatschlich bei Hemmessen) aus dem Wasser gezogen und den beiden ndern Shnen zur Bestattung wiedergegeben. Diese waren dadurch dem gleichen Schicksal entgangen, da sie whrend des Hauseinsturzes gerade damit beschftigt waren, das Vieh auf eine Anhhe zu schaffen.1) Nach dem 1952 erschienenen Werk von Pfarrer Peter Schug Geschichte der zum ehemaligen klnischen Ahrgaudekanat gehrenden Pfarreien der Dekanate Adenau, Ahrweiler und Remagen» hie dieser 1758 geborene Pfarrer «Johann Mayer».

  • Die Leiche wurde am 18.
  • Mai 1805 bei Marienthal gefunden und am 19.
  • Mai beigesetzt.
  • Ein junger Mann, der das Haus der Nachbarin einstrzen sah, rettete sich durch Schwimmen auf einen Baum nahe der Unglcksstelle, wo er die ganze Nacht zubrachte, bis ihn seine Eltern aus dem Wasser ziehen konnten.
  • Die zur Domne gehrige Mhle war bei der Besichtigung schwer beschdigt; jedoch stand das Gebude noch.

Das Kloster blieb unversehrt und diente in diesem Augenblick als Aysl fr die geretteten Menschen und Tiere. Walporzheim ist in keinem Schriftstck genannt, ist also von Menschen- und wohl auch Gebudeverlusten verschont geblieben. Bei Ahrweiler verzeichnet die Tabelle keine zerstrten Brcken, Wohnhuser, Scheunen oder Stlle, wohl aber l zerstrte Mhle, 60 schwer beschdigte Huser und 7 Ertrunkene, whrend Eichhof auch mehrere» zerstrte Huser erwhnt.

Nach seiner Darstellung war die ganze Stadt berschwemmt. Der Strom trat durch das Obertor ein und gelangte mitten in die Stadt, auer vielen Toten Husertrmmer und riesige Baumstcke mit sich fhrend, die durch ihren Sto die Huser der Stadt so beschdigten, da auch mehrere davon einfielen und fortgefhrt wurden.

Unter den 7 ertrunkenen Personen befand sich ein Vater von sechs Kindern. Das Wachsen des Wassers erfolgte so schnell, da alle im Keller und im Erdgescho befindlichen Vorrte, Waren und Gegenstnde verdarben oder verloren gingen. Nach einer vor 50 Jahren erschienenen Zeitungsnotiz, die sich auf einen Originalbrief in der Ahrweiler Zeitung beruft (Ahrtal, Wassernot 1804″ in der Koblenzer Volkszeitung vom 23.7.1904), stand die ganze Stadt in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis zum 2.

Stockwerk im Wasser. Zum Glck sei ein Teil der Stadtmauer durch Holz durchstoen worden, so da ein Ablauf vorhanden war. Auch eine Brcke wurde hier zerstrt, da Prfekt Chaban 1805 in dem schon erwhnten Bericht mitteilte, in Ahrweiler sei eine Holzbrcke gebaut worden, die breiter und solider sei als die fortgerissene.

ber die Beschdigungen unterhalb von Ahrweiler uert sich Eichhof nur kurz und sehr allgemein. Er stellt fest, da in den Gemeinden Wadenheim, Heimersheim (!) u. Beul Heimerzheim» ist wahrscheinlich wieder mit Hemmesheim», dem heutigen Hemmessen verwechselt niemand umgekommen sei, die Wohnungen jedoch grtenteils verwstet (devastees), die Obstbume und das Korn bis auf die Wurzeln herausgerissen und all die schnen Wiesen bis zum Rhein mit Sand bedeckt» wren.

Er selbst wird dieses Gebiet, das im Vergleich zu den anderen Teilen des Ahrtals die Katastrophe noch einigermaen gnstig berstanden hatte, wohl kaum besichtigt haben. Auch die mehrfach angefhrte Tabelle enthlt keinerlei Angaben ber diese Ahrtalstrecke. Sehr eingehend ist dagegen der am 25. Juli niedergeschriebene Brgermeisterbericht ber die in der Mairie Ringen gelegenen Drfer Wadenheim, Hemmesheim und Beul.

Er bezeichnet es als ein groes Glck fr diese Ortschaften, da die um sie herum aus Vorsorge angepflanzten Weidenbume, worunter sogenannte Kopfweiden zu verstehen sind, die von der Ober- und Mittelahr herabgetriebenen Bauhlzer und sonstigen groen Trmmerstcke auffingen und von den Wohngebieten fernhielten.

Wasserkraft und Wasserhhe waren aber doch so gro, da in dem der Ahr am nchsten gelegenen Hemmessen, das zudem noch von dem von Ahrweiler kommenden Mhlenteich berhrt wurde, smtliche Wohnungen, in Beul zwei Drittel und in Wadenheim die Hlfte der Gebude samt den im Erdgescho untergebrachten Effekten» zum Teil erheblich beschdigt wurden.

Das nebenstehende Bild wurde mit Genehmigung des Herausgebers Dr. Hans Peters dem Buch Die Ahr Ansichten aus alter Zeit» von W. Ottendorff-Simrock entnommen. Ponsart: Das Hochwasser der Ahr im Jahre 1804 Doch konnte das Vieh bis auf eine Kuh und zwei Schweine noch gerettet werden. Die oberhalb von Hemmessen liegende Landmhle» wurde am rgsten betroffen; sie war lange Zeit vllig unbrauchbar. Nach einer zuletzt im frheren Realgymnasium als Bestandteil des Ahrweiler Stadtarchivs aufbewahrten, inzwischen durch Kriegsereignisse vernichteten Aufstellung von etwa 1806 besa Wadenheim damals 75, Hemmessen 46 und Beul 39 numerierte Huser.

  • Der damalige Maire, Josef Reifferscheid, wohnte nicht in Ringen, sondern in Wadenheim.
  • Aus einem zweiten Bericht vom 27.
  • Juli, in dem der Brgermeister 40 Mann Hilfskrfte aus nichtgeschdigten Gemeinden erbat, erfahren wir, da die Einwohner schon vier volle Tage mit dem Wegrumen der vom Flu angeschwemmten Stcke und mit der Reinigung ihrer Huser beschftigt waren, ohne schon einen rechten Erfolg zu sehen.

Eine zweite, namentliche Aufstellung von 1804 aus der gleichen Abteilung des Stadtarchivs Ahrweiler bezifferte die Anzahl aller Hochwassergeschdigten in den 3 Drfern mit 199. Bei 76 von ihnen stand die Bemerkung: Haus schwer beschdigt». Die brigen waren in der Landwirtschaft mehr oder minder stark geschdigt.

  1. Bei diesen, aber auch bei vielen Hausgeschdigten, fand sich der Zusatz: Ernte des Jahres verloren».
  2. Die beiden Brgermeisterberichte bezeichnen die landwirtschaftlichen Schden in den drei Drfern als betrchtlich.
  3. Im einzelnen waren sie von der gleichen Art, wie sie auch von der Ober- und Mittelahr berichtet sind: Verlust der Getreideernte in den berschwemmten Gebieten, berlagerung der cker, Wiesen und Grten mit Steinen und hohem Grind, so da sie fr lange Zeit unbrauchbar seien.

Nach der erwhnten Geschdigtenliste hatten Graf Schaesberg mit 2661 Francs auf 221 Ar, das Gut der ehemaligen Mnstereifeler Jesuiten mit 1342 Francs auf 111 Ar und Graf Metternich mit 760 Francs auf 63 Ar die grten Schden. Diese Gutsbesitzer sind als reich bezeichnet, whrend 121 Geschdigte sehr arm (indigents) genannt werden.

  • Zweifellos wurde die in frheren Jahren schon oft weggeschwemmte, aber immer wieder erneuerte Knppelbrcke zwischen Wadenheim und Beul auch diesmal fortgerissen.
  • Denn der Brgermeister hatte bereits bei seinem Kollegen in Knigsfeld, allerdings vergeblich, um Hilfskrfte gebeten, weil Beul von den brigen Gemeinden der Mairie durch die Ahr getrennt sei.

Trotz allem werden die Bewohner der drei Drfer ihrem Herrgott dankbar gewesen sein, da er sie vor weit Schlimmerem bewahrt hatte, wie es ihnen noch fast zwei Monate lang lebhaft vor Augen gefhrt wurde. Denn man fand in dem ihre Ortschaften umgebenden Gehlz nacheinander 16 Hochwasserleichen, in den ersten vier Tagen allein deren 6, unter ihnen bei Hemmessen die obengenannte Ww.

Robach aus Marienthal. Die letzte Leiche wurde gem dem Kirchenbuch (kath. Pfarrarchiv Bad Neuenahr) erst am 13. September entdeckt und beigesetzt. Auch aus den Friedhfen herausgerissene Srge wurden aufgefangen. Inwieweit der Wasserstrom an der Unterahr sonst noch Huser beschdigte und Holzbrcken fortri, ist heute wohl nicht mehr zu ermitteln.

Doch ist seine gewaltige Kraft hinreichend am 26. Juli durch den Bericht des Sinziger Brgermeisters veranschaulicht, da von der dortigen groen Brcke ber die Ahr» nicht nur das Holz, aus dem sie zusammengesetzt war, sondern auch die Steinpfeiler, auf denen sie aufgebaut war, fortgetragen wurden.

Diese Sinziger Brcke war gewi die wichtigste Verkehrsbrcke an der ganzen Ahr. Da am gleichen Tag auch die entsprechenden Brcken ber die Nette bei Weienthurm und ber den Brohlbach bei Brohl einstrzten, war die linksrheinische Strae Koblenz-Bonn dreimal unterbrochen. Wie schon bemerkt, hauste das Unwetter in einigen Seitentlern der Ahr ebenfalls mit betrchtlicher Strke.

Insbesondere waren daran der Trierbach, der Adenauer Bach, der Kesselinger Bach und deren Nebenbche beteiligt. Als geschdigte Gemeinden verzeichnet jene Tabelle im Trierbachgebiet Bauler, Nohn, Kirmutscheid und Hoffeld, im Bereich des Adenauer Bachs Adenau, Gilgenbach, Lckenbach, Leimbach und Niederadenau und im Bezirk des Kesselinger Bachs Staffel, Kesseling, Denn und Weidenbach.

  • Tote gab es hier nirgends.
  • Bauler, Nohn, Hoffeld und Gilgenbach verloren nur je eine Brcke.
  • In Staffel wurde die Kapelle durch den dortigen Bach stark beschdigt.
  • Am strksten wurden Adenau, Kesseling und Denn betroffen.
  • In Adenau, das auch in einem Brgermeisterbericht besonders beklagt wird, wurden 3 Brcken, 43 Wohnhuser und 3 Scheunen oder Stlle fortgerissen und 60 Wohngebude derart beschdigt, da sie dem Einsturz nahe waren.

Die darin befindlichen Mbel und Gegenstnde wurden entweder fortgeschwemmt oder unbrauchbar gemacht. In Kesseling gab es 2 zerstrte und je 11 stark beschdigte Wohngebude und Scheunen oder Stlle. Hier wurde auch ein Pottaschemagazin» samt den Waren» fortgesplt.

In Denn wurden durch den Dennbach sogar 5 Wohnhuser, 5 Scheunen oder Stlle, 2 Mhlen und l Schmiede hinweggerissen und auerdem noch je 8 Wohngebude und Scheunen oder Stlle beschdigt. In den brigen 6 Drfern wurden insgesamt 3 Brcken, 8 Wohnhuser, 14 Stlle oder Scheunen und l Mhle (Niederadenau) zerstrt, 9 Wohngebude und 6 Scheunen oder Stlle erheblich beschdigt.

Selbstverstndlich erlitten alle genannten Gemeinden auch mehr oder minder groe landwirtschaftliche Schden. Das Hochwasser lief verhltnismig schnell ab. Fr die heimgesuchten Gemeinden drohte Hungersnot, da alle Mhlen, soweit sie berhaupt noch standen, betriebsunfhig waren.

  • Daher ordnete Unterprfekt Eichhof unmittelbar nach der Besichtigung sofortige Hilfsmanahmen an.
  • Die nicht betroffenen Nachbardrfer hatten Lebensmittel herbeizuschaffen und Hilfskrfte zu stellen zur Bergung der Menschen- und Tierleichen, die sich zum Teil schon durch ihren Geruch bemerkbar machten.
  • Durch Sachverstndige, denen er Steuerbeamte beigab, lie er sogleich die Sachverluste abschtzen.

Er erwirkte von seinem Vorgesetzten in Koblenz die Erlaubnis zur Holzentnahme zum Notbrckenbau. Schlielich stellte er den Hochwassergeschdigten ffentliche Hilfe in Aussicht. Auf den Bericht Eichhofs suchte Chaban selbst das Ahrtal auf. berwltigt von der Gre des Unglcks, bestimmte er, da auch die weiter entfernten Brgermeistereien seines Departements eine ihrer Gre entsprechende Zahl von Hilfskrften mit Schaufeln und Hacken zu stellen hatten.

An dem Hilfwerk wurden sogar die an der Mosel liegenden Brgermeistereien bis ber Cochem hinaus beteiligt. Beispielsweise hatt die Brgermeisterei Winningen 30 Mann an die Ahr zu entsenden, und zwar im einzelnen: Winningen 10, Kobern 8, Gls 6, Lay 4, Bisholder und Wolken je l Mann. Durch dieses Verfahren kam eine betrchtliche Zahl von Arbeitskrften zusammen.

So ist einmal von 832 Mann die Rede, von denen 472 nach Antweiler, Schuld und Mayscho und 119 nach Ahrweiler beordert wurden. Insbesondere erreichte der Prfekt durch sein nachdrckliches Eintreten fr die Geschdigten, da der franzsische Staat 120 000 Francs aus Steuergeldern und Holz aus den Gemeindewldern im Werte von 40 000 Francs freigab.

  1. Napoleon stellte aus seiner Privatschatulle 30 000, die Kaiserin 4 800 Francs zur Verfgung.
  2. Ein Aufruf Chabans zur Sammlung freiwilliger Beitrge ergab im Departement etwa 40 000 Francs, auerhalb dieses Bezirks kamen 5 500 Francs ein.
  3. Auerdem wurden fr die Jahre 1804 und 1805 etwa 75000 Francs an Steuern nachgelassen.

Insgesamt standen in den Wiederaufbaujahren 18041806 zu Gelduntersttzungen, zum Wiederaufbau und zur Ausbesserung der Gebude, zur Wiederherstellung der Straen und Brcken und zur Regulierung des Flulaufes schlielich etwa 245 000 Francs zur Verfgung. Der Brgermeister Kriechel von Ahrweiler wurde zum Spezialkommissar fr die Hochwasserschden ernannt.

  1. Er machte die Vorschlge fr die Verwendung der Gelder und zahlte aus.
  2. Mit der Summe konnte der Not des Einzelnen wie der der Gemeinden in etwa gesteuert werden.
  3. Immerhin htte in manchen Fllen die gute Absicht schneller verwirklicht werden knnen.
  4. Denn im April 1806, also beinahe 2 Jahre nach der berschwemmung, war noch der Wiederaufbau von 43 Wohnhusern, 62 Stllen und 62 Scheunen in Losen an Unternehmer ausgeschrieben.

: DAS Hochwasser VON 1804 IM KREISE AHRWEILER