Wem GehRt Kaliningrad?

Wem GehRt Kaliningrad
Wirtschaft – Hafen von Kaliningrad Die Oblast Kaliningrad hat für Russland nach wie vor große Bedeutung als Militärstützpunkt (bis 1991 gesperrt) sowie durch eisfreie Ostseehäfen, Die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone „ Jantar » zeigt nur zögerlich Erfolge, was insbesondere der starken Abschottung des Gebietes, der herrschenden Bürokratie, der hohen Kriminalität und der häufig anzutreffenden Korruption angelastet wird.

In Kaliningrad gibt es eine große Fischereiflotte (die größte Russlands) sowie Automontage für BMW und KIA, Die Wirtschaft leidet unter der Abschottung des Gebietes von seinen Nachbarn und den zum russischen Kernland zu überwindenden Staatsgrenzen. Große Hoffnungen werden in den Fund von Erdöl in der Ostsee gesetzt.

Große Teile der ländlichen Bevölkerung arbeiten in der meist genossenschaftlich organisierten Landwirtschaft und – an der Küste – der Fischerei. Sehr viel Landwirtschaft wird hierbei zur Selbstversorgung betrieben. Seit Ende der 2000er Jahre legte die russische Regierung mehrere Wirtschaftsförderungsprogramme auf, um die wachsende Kluft zwischen den wirtschaftlich erfolgreichen Nachbarländern einerseits und der stagnierenden Oblast andererseits nicht noch größer werden zu lassen und die Wirtschaft der Oblast zu „stabilisieren».

  1. Doch diese Versuche blieben ohne anhaltenden Erfolg.
  2. Seit 2010 war das Kernkraftwerk Kaliningrad als erstes Kernkraftwerk der Oblast nahe Neman an der Memel im Bau, dieses sollte sowohl das Stromdefizit nach der Abschaltung des litauischen Kernkraftwerks in Ignalina kompensieren als auch zur Erzeugung anderweitig exportierbaren Stroms dienen.

Allerdings verkündete im November 2015 der russische Energieminister, dass die Bauarbeiten in absehbarer Zeit nicht wieder aufgenommen werden, als Grund gab er veränderte wirtschaftliche Bedingungen an.

Wer besitzt Kaliningrad?

Zuzug aus den Sowjetrepubliken – Anstelle der geflüchteten und vertriebenen Deutschen wurden Neubewohner aus den Sowjetrepubliken angesiedelt: Russen, Russlanddeutsche, Juden, Belarussen und Ukrainer. Mit der Unabhängigkeit Litauens und dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Kaliningrader Gebiet nach 1989 zur russischen Exklave zwischen Polen und Litauen.

  • Deutsche Gebietsansprüche hatten sich erledigt, da die Wiedervereinigung 1990 mit der Anerkennung der deutsch-polnischen Oder-Neiße-Grenze verbunden war.
  • Bald lockerte sich die Kaliningrader Abhängigkeit von Moskau – zumindest ein wenig.
  • Es entwickelte sich ein offener Grenzverkehr mit den beiden Nachbarstaaten.

Dieser Öffnung hat Russlands Krieg gegen die Ukraine ein Ende gesetzt. Gerade in Kaliningrad lässt Vladimir Putin seither die Muskeln spielen. Die Exklave dient ihm als schwer bewaffneter Vorposten in seiner aktuellen Konfrontation mit dem Westen und, wie schon bei Stalin, als Teil einer blutgetränkten heiligen russischen Erde.

Hat Kaliningrad mal zu Deutschland gehört?

Die russische Exklave, das frühere Königsberg, ist heute Stützpunkt der Ostsee-Flotte, Spuren der deutschen Vergangenheit gibt es viele. Und wie geht die Bevölkerung mit den Sanktionen um? Kaliningrad ist eine an der Ostsee gelegene russische Exklave.

Sie gehört der Russischen Föderation an, wird aber von Litauen, Polen und der Ostsee eingeschlossen. Das Gebiet und die gleichnamige Stadt waren als Königsberg früher Teil des Deutschen Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ostpreußen durch das „Potsdamer Abkommen» von 1945 zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt: Aus dem östlichsten Winkel Deutschlands wurde der westlichste des Sowjetreichs.

Danach wurde gründlich russifiziert, deutsche Spuren wurden, so weit es ging, ausgelöscht. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 legen Kaliningrader aller Generationen die verschütteten Spuren der Geschichte wieder frei. Heute gibt es eine Art ostpreußische Renaissance, ein neues Interesse an der Geschichte der Region, in der man lebt.

Wie viel Deutsche leben noch in Kaliningrad?

Bevölkerung

Nationalität VZ 1959 VZ 2021
Armenier 524 8.379
Litauer 21.262 4.279
Deutsche 648 4.118
Tataren 2.202 3.250

Wird Kaliningrad unabhängig?

Kaliningrad will unabhängig werden Autonomiebewegung in russischer Exklave gegründet red/APA/AP Der Standard • 23.02.2005 Kaliningrad. In der russischen Exklave Kaliningrad (früher Königsberg) hat sich am Montag eine Bewegung für mehr Autonomie konstituiert.

Warum gehoert Kaliningrad zu Russland?

Was Kaliningrad für Russland so wichtig macht Litauen schränkt den Güterverkehr nach Kaliningrad ein. Moskau reagiert mit scharfen Drohungen: Warum ist die Exklave zwischen Polen und Litauen so wichtig für Russland? Die Exklave Kaliningrad an der Ostsee gehört zu Russland, liegt aber seit dem Zerfall der Sowjetunion zwischen Polen und – zwei Ländern, die der EU und der Nato angehören und im Ukraine-Krieg zu den wichtigsten Unterstützern der Regierung in Kiew gehören.

  1. Das tausend Kilometer von Moskau entfernte Kaliningrad hat keine direkte Landverbindung nach Russland, ist für Moskau aber von großer strategischer und militärischer Bedeutung.
  2. Um EU-Sanktionen gegen Russland umzusetzen, schränkt Litauen nun den ein.
  3. Moskau ist verärgert – und droht mit Gegenmaßnahmen mit «schweren negativen Auswirkungen».

Warum ist die Exklave so wichtig für Russland? Welche Auswirkungen hat die Beschränkung des Güterverkehrs nach Kaliningrad und welche Bedeutung hat der Konflikt für die Beziehungen zwischen Russland und der EU? Kaliningrad ist das frühere ostpreußische Königsberg und wurde im April 1945 von der Roten Armee erobert und der Sowjetunion zugeschlagen.

  • Das Kaliningrader Gebiet hat eine Fläche von gut 15.000 Quadratkilometern und ist damit etwa so groß wie Schleswig-Holstein.
  • Etwa eine Million Einwohner leben dort, die Hälfte von ihnen in der gleichnamigen Regionalhauptstadt Kaliningrad.
  • Seit dem 19.
  • Jahrhundert ist Kaliningrad ein wichtiges Wirtschafts- und Handelszentrum.1996 richtete Russland eine Sonderwirtschaftszone in dem Gebiet an.

Die Exklave profitiert vor allem von den beiden eisfreien Häfen Kaliningrad und Baltijsk und ihren Straßen- und Schienenverbindungen. Vergangene Woche kündigte Litauen jedoch an, den Bahnverkehr zwischen Russland und Kaliningrad zu beschränken. Güter, die unter die Russland-Sanktionen der EU in Folge des fallen, dürfen nun nicht mehr mit der Bahn über Litauen nach Kaliningrad gebracht werden.

  1. Dazu gehören vor allem Metalle, Baumaterial, Technologiegüter und Kohle.
  2. Nach Angaben des Gouverneurs von Kaliningrad, Anton Alichanow, könnten 40 bis 50 Prozent der Importe von der «Blockade» betroffen sein.
  3. Moskau stuft die Beschränkungen des Transitverkehrs als Verstoß gegen ein Abkommen zwischen Russland und der EU von 2002 ein.

Litauen liegt an der Ostflanke der NATO. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Angst hier größer, die Solidarität aber auch. Das Land hat klare Erwartungen gegenüber der NATO. Kaliningrad war schon immer ein wichtiger Militärstützpunkt: Die Stadt diente während beider Weltkriege als Festung und war wegen ihrer geografischen Lage an der Ostsee auch im Kalten Krieg von großer militärischer Bedeutung.

Wenn Sie helfen wollen, können Sie das durch eine Spende tun., Bildquelle: ZDF Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe hilft Menschen in der Ukraine und auf der Flucht. Gemeinsam sorgen die Organisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland für Unterkünfte und Waschmöglichkeiten, für Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Auch psychosoziale Hilfe für Kinder und traumatisierte Erwachsene ist ein wichtiger Bestandteil des Hilfsangebots.

In den vergangenen Jahren stationierte Russland atomwaffenfähige Raketen und das Luftabwehrsystem S-400 in der Exklave. Im Februar, kurz vor dem Einmarsch in der Ukraine, stationierte Russland auch Hyperschallraketen in Kaliningrad. Auf die Einschränkung des Warenverkehrs reagiert Russland schnell und deutlich.

  1. Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew wetterte zuletzt: Moskau werde auf solche «feindlichen Handlungen» mit Gegenmaßnahmen antworten.
  2. Deren Folgen werden schwere negative Auswirkungen auf die Bevölkerung Litauens haben.» Doch wie weit wird Russland bei seinen Gegenmaßnahmen gehen? Der Kaliningrader Gouverneur Alichanow deutete eine mögliche Transitblockade für litauische Waren an.

Kremltreue Hardliner hingegen forderten in Talkshows des Staatsfernsehens gleich mehrfach die Schaffung eines «Korridors» zwischen Kernrussland und Kaliningrad. Ein Korridor – das würde einen Angriff auf die dazwischen liegenden Länder Lettland und Litauen bedeuten – oder von Russlands Verbündetem Belarus aus auf den Grenzbereich zwischen Litauen und Polen. Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Wagner-Gruppe wagte kurzzeitig den Aufstand gegen Moskau. News und Hintergründe im Ticker. : Was Kaliningrad für Russland so wichtig macht

Warum gehört Kaliningrad nicht zu Deutschland?

Stadt Kaliningrad

Flagge Wappen
Flagge Wappen

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Föderationskreis Nordwestrussland Oblast Kaliningrad Stadtkreis Kaliningrad Innere Gliederung 3 Stadtrajons Oberhaupt Oleg Aminow Gegründet 1255 (Königsberg) 1946 (Kaliningrad) Frühere Namen Twangste (bis 1255) Königsberg (1255–1946) Stadt seit 1286 Fläche 223 km² Bevölkerung 431.902 Einwohner (Stand: 14. Okt.2010) Bevölkerungsdichte 1937 Einwohner/km² Höhe des Zentrums 4,8 m Zeitzone UTC+2 Telefonvorwahl (+7) 4012 Postleitzahl 236000–236042 Kfz-Kennzeichen 39, 91 OKATO 27 401 Website klgd.ru Geographische Lage Koordinaten ♁ 54° 44′ N, 20° 29′ O Koordinaten: 54° 44′ 0″ N, 20° 29′ 0″ O | |

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Kaliningrad (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands

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Kaliningrad (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

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Kaliningrad (seit 1946 russisch ́, bis 1946 Königsberg ) ist die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad, Die vormals deutsche Hauptstadt Ostpreußens wurde im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetunion unter dem Namen Kaliningrad russifiziert und Bestandteil der Russischen Sowjetrepublik,

  1. Benannt ist sie nach dem 1946 verstorbenen sowjetischen Staatsoberhaupt Michail Kalinin,
  2. Seit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten 1991 ist die Oblast Kaliningrad – von der Erreichbarkeit über die internationalen Gewässer der Ostsee abgesehen – eine Exklave Russlands zwischen Polen und Litauen,

Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt sowie Wirtschafts- und Kulturzentrum mit Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Kaliningrad hatte bei der letzten Volkszählung (14. Oktober 2010) 431.902 vorwiegend russische Einwohner.

Wem gehört Ostpreußen heute?

Ostpreußen war jahrhundertelang eine preußische Provinz und ist deswegen bis heute eng mit der deutschen Kultur verbunden. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden rund zwei Millionen Ostpreußen vertrieben und enteignet. Heute gehört die Region zu Russland und Polen.

War Polen Mal Deutsch?

Welche Gebiete sind genau gemeint? – Die Karte zeigt alle deutschen Ostgebiete. Der rote Teil gehört auch heute noch zu Deutschland. Die schwarzen Gebiete gingen im Zweiten Weltkrieg verloren, die grauen Gebiete schon im Ersten Weltkrieg. Mit Ostgebieten meint man meist diejenigen Gebiete, die am 31.

  • Dezember 1937 zu Deutschland gehörten.
  • Damals hatte Deutschland noch allgemein anerkannte Grenzen.
  • Im Jahr danach fingen die Nationalsozialisten an, fremde Länder zu erorbern.
  • Alle diese Gebiete gehörten zum deutschen Gliedstaat Preußen,
  • Es waren die Provinzen Ostpreußen und Grenzmark Posen-Westpreußen sowie Teile von weiteren Provinzen.

Das waren der allergrößte Teil von Schlesien und der östliche Teil von Pommern. Der westliche Teil von Pommern liegt heute in Mecklenburg-Vorpommern, Hinzu kam der Osten der Provinz Brandenburg, Manchmal meint man noch weitere Gebiete. Deutschland hatte schon nach dem Ersten Weltkrieg Gebiete abtreten müssen.

  • Das war vor allem Teile von Westpreußen, Posen und Schlesien.
  • Diese Gebiete wurden damals polnisch.
  • Außerdem gehörte dazu das Memelland, das war ein Teil Ostpreußens auf der östlichen Seite des Flusses Memel.
  • Es gehörte seitdem zu Litauen, obwohl dort nur wenige Litauer gewohnt hatten.
  • Ein ehemaliges Stück von Deutschland war außerdem die Freie Stadt Danzig,

Außerdem gibt es viele weitere Gebiete, aus denen man nach dem Zweiten Weltkrieg Deutsche vertrieben hat. Das größte davon nennt man Sudetenland : Das war der deutschsprachige Teil der Tschechoslowakei. Heute gehört es zu Tschechien,

In der schlesischen Hauptstadt Breslau, um das Jahr 1900 Slubice in Polen war früher der Osten von Frankfurt an der Oder. Links die Brücke zwischen beiden Ländern. Das Haus der Sowjets in Kaliningrad, früher Königsberg. Dieses Hochhaus für die Verwaltung wurde nie fertig. Das Rathaus von Szcezecin. Früher war dies Stettin in Pommern.

Zu „Deutsche Ostgebiete» findet ihr einen besonders einfachen Artikel auf MiniKlexikon.de und mehr Inhalte auf Blinde Kuh und Frag Finn, Das Klexikon ist die Wikipedia für Kinder und Schüler. Das Wichtigste einfach erklärt, mit Definition und Bildern in über 3000 Artikeln,

War Ostpreußen Deutsch?

Wem GehRt Kaliningrad Blick auf den Königsberger Dom aus dem 14. Jahrhundert und das für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 gebaute Stadion im russischen Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg. (imago/ITAR-TASS) Bis 1944 ist Ostpreußen 1944 eine Oase des Friedens, mitten im Krieg.

  • Doch im Sommer 1944 bricht im Osten die Front zusammen und britische Luftangriffe verwandeln die Hauptstadt Königsberg in ein Flammenmeer.
  • Mehr als eine Million Menschen versuchen zu fliehen, ein Elendszug ohne Anfang und Ende, mit über 50.000 Toten.
  • Nach dreimonatiger Belagerung wird Königsberg gestürmt.

Am 9. April 1945 ist alles vorbei: 700 Jahre deutscher Geschichte gehen zuende. Aus Königsberg wird Kaliningrad, eine russische Stadt mit fremdem Erbe. Fast 50 Jahre liegt bleierne Finsternis über Ostpreußen. Wem GehRt Kaliningrad Das zerstörte Königsberg nach dem Luftangriff im August 1944 (picture-alliance/ dpa) Doch das versunkene Königsberg führt ein Eigenleben und drängt allmählich nach oben. Die Stadt besinnt sich wieder ihrer deutschen Wurzeln – vielleicht, weil auch die Jugend längst intensiver nach Westen als nach Russland blickt.

  1. Die Autorin Margot Litten interessiert sich nicht nur als Journalistin für den Brückenschlag zwischen russischer Gegenwart und ostpreußischer Vergangenheit.
  2. Ihre Familie stammt aus Königsberg.
  3. Und so ist ihre Reise ins ehemalige Ostpreußen auch eine persönliche Spurensuche.
  4. Brief an den Vater «Lieber Vater, Königsberg war immer ein magischer Ort für mich, weil es für Dich ein magischer Ort war.

Eines Tages wollte ich mit Dir in die Stadt Deiner Kindheit und Jugend reisen. Aber die russische Exklave Kaliningrad war für ausländische Besucher gesperrt. Und als es nach 1991 möglich gewesen wäre, warst Du längst tot. Jetzt bin ich – unendlich viel später – alleine hier.

In der Hoffnung, Dir noch einmal nahe zu sein. In dieser Stadt, die einst Deine Stadt war, und die heute ihre Identität sucht zwischen deutscher Vergangenheit und russischer Gegenwart.» Weiterführende Links zu Königsberg / Kaliningrad Kaliningrad (seit 1946 russisch ́, bis 1946 Königsberg) ist die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad.

Die vormals deutsche Stadt Königsberg wurde als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges unter dem Namen Kaliningrad, wie der gesamte Nordteil Ostpreußens (außer dem Memelland), Teil der Russischen Sowjetrepublik, der größten Unionsrepublik der Sowjetunion. Benannt wurde die Stadt nach dem ehemaligen sowjetischen Staatsoberhaupt Kalinin.

Seit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten 1991 ist die Oblast Kaliningrad – von der Erreichbarkeit über die internationalen Gewässer der Ostsee abgesehen – eine Exklave Russlands zwischen Polen und Litauen. Weiterlesen bei Wikipedia Zurück nach Königsberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem ostpreußischen Königsberg das sowjetische Kaliningrad.

Heute bringen die Bewohner der Stadt die verdrängte deutsche Vergangenheit wieder ans Licht. Weiterlesen bei ZEIT-Online Weltoffenheit und aufgeklärtes Bürgertum Königsberg war einst das Symbol von Weltoffenheit und aufgeklärtem Bürgertum, die östlichste deutsche Stadt, hier fing Europa an, hier gab es eine alte Universität, und bedeutende Dichter und Denker.

Von den Deutschen wurde diese Vergangenheit nach dem Zweiten Weltkrieg verklärt, von den Russen wurde sie tabuisiert wie ein schmutziges Geheimnis. Fast 50 Jahre lag bleierne Finsternis über dem nördlichen Ostpreußen und über Königsberg, das nun Kaliningrad hieß, benannt nach Kalinin, einem üblen Weggefährten Stalins.

Das deutsche Erbe war eingekapselt, wie eine Fliege in Bernstein. Mein erster Tag in Königsberg beginnt damit, dass ich mir auf dem Kopfsteinpflaster den Knöchel verknackse. Um mich zu trösten, singt Boris, mein russischer Begleiter: Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei.

  • Der berühmte deutsche Durchhalteschlager.
  • Auf jeden Dezember folgt wieder ein Mai, trällert Boris weiter, und ich erinnere mich an die Version meiner Eltern: Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, erst stirbt der Hitler und dann die Partei.
  • Wir lachen und singen und ich staune: Ein Russe aus dem Ural kennt dieses Lied? Das hat mir meine Mama immer vorgesungen, erzählt Boris, abends, beim Einschlafen, sie konnte sonst überhaupt kein Deutsch, nur dieses eine Lied.

Für Boris waren es die ersten deutschen Laute; später hat er sich die Sprache selber beigebracht, so kann er nun deutsche Touristen durch Königsberg führen. Ich liebe meine Stadt, sagt er, ich liebe Königsberg. Ich staune schon wieder. Er sagt Königsberg – und nicht Kaliningrad.

Vielleicht mir zuliebe? Weil ich doch die deutsche Vergangenheit suche wie fast alle Deutschen, die hierherkommen? Dabei haben die Bilder im Kopf mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Die Stadt der deutschen Ordensritter, die Stadt der Aufklärung, die Stadt Immanuel Kants existiert nicht mehr. Als dann 1991 die Sowjetunion zerfiel, kamen die alten Ostpreußen in Scharen zu Besuch in die verlorene Heimat, meist war es ein tränenreiches Wiedersehn, aber es gab auch Momente der Euphorie Wenn jemand sein Elternhaus wiederfand, am Spielplatz die alte Kinderschaukel, oder die Rosen im Park.

Edwin Schreiner, der in seiner Kindheit einige Jahre hier gelebt hat und jetzt wieder zu Besuch ist, erinnert sich: «Wir haben auf den Hufen gewohnt, im Westen der Stadt, das ist die schönste Wohngegend, wie ja in vielen Städten in Deutschland, direkt am neuen Schauspielhaus, das stehengeblieben ist, und auch jetzt als imposanter Bau renoviert wieder da steht, ganz in der Nähe des Zoos.

Es ist uns materiell sehr gut gegangen, wir sind ins Theater gegangen, ins Kino, wir haben große Reisen gemacht nach Masuren und auf die Kurische Nehrung, wir waren sehr oft dort in den Ferien in Kunzen, den Ort gibt’s nicht mehr, während sonst alles erhalten geblieben ist auf der Kurischen Nehrung im Gegensatz zu Königsberg, das ja wahnsinnig zerstört war, aber unser Viertel gut weggekommen ist.» 1992 – das war verheerend damals «Die Stadt war noch ganz in Trümmern, der Dom da standen nur die Wände, es gab kein Dach, die hatten gerade angefangen, notdürftig ein Dach zu konstruieren und inzwischen ist er vollständig wieder aufgebaut.

Ich konnte da auch was spenden, anlässlich meines 70. Geburtstages kam eine erkleckliche Summe zusammen, und ich bin also auch einer, der ein bisschen im Dach des neuerrichteten Domes verewigt ist.» Zuerst vorsichtig und dann immer entschiedener drängte das versunkene Königsberg nach oben. Wem GehRt Kaliningrad Orgel im Königsberger Dom (dpa) Arthur Sarnitz und sein Mut zum Träumen Altstadt Projekt (Königsberg) – hier finden Sie viele Videoanimationen über das alte Königsberg Zumindest virtuell existiert das alte Königsberg wieder in seiner ganzen Pracht. Arthur Sarnitz zeigt mir den Film in seinem Büro das Schloss, die Albertina Universität neben dem Dom, die alten Bürgerhäuser, die historischen Gassen.

Ich kenne die Bilder aus dem Fotoalbum, es ist das Königsberg meines Vaters, meiner Großeltern. Die Vergangenheit lebt, für einen Moment. Dann fallen mir wieder die komplizierten Besitzverhältnisse im heutigen Kaliningrad ein. Etwa, dass da, wo einst das Königsberger Schloss stand, heute ein Monster thront: Die berühmteste Bauruine der Stadt, das in den Siebziger Jahren begonnene und aufgrund statischer Probleme nie fertiggestellte «Haus der Räte».1967 war das zerbombte Schloss, in dessen Keller sich womöglich das Bernsteinzimmer befand, auf Befehl Breschnews gesprengt worden.

Man nimmt an, dass der Untergrund dadurch instabil wurde, der 16-stöckige Bau geriet in Schräglage, die Arbeiten wurden eingestellt. Knapp 30 Jahre später – 2003 – verscherbelte die Stadt Kaliningrad den halbfertigen Betonklotz an einen Moskauer Unternehmer, für den eher symbolischen Preis von umgerechnet 214.000 Euro.

Der Investor wollte die 32.000 Quadratmeter in ein Büro- und Geschäftszentrum umwandeln, doch seinen Worten folgten keine Taten. Eine Klage der neuen Gebietsregierung gegen ihn scheiterte; der umstrittene Verkauf konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. So steht das Gebäude – inzwischen blau-weiß getüncht – bis heute auf dem historischen Schlossplatz und rottet vor sich hin.

Ein Abriss ist aufgrund der Besitzverhältnisse derzeit unmöglich. Arthur Sarnitz lässt sich von solchen Realitäten nicht unterkriegen. Wer keinen Mut zum Träumen hat, zitiert er, hat auch keine Kraft zum Kämpfen. Er hat, so scheint es, beides: «Natürlich ist das ein gigantisches Projekt, weil erstmal alle Nachkriegsbauten weg müssen.

Und natürlich würde alles Unsummen verschlingen, aber wir dürfen nicht nur von Geld reden; wenn die Menschen, die hier leben, das alte Königsberger Zentrum wirklich wollen, dann werden sie es bekommen. Wenn das sozusagen common sense ist, werden wir auch das Geld dafür auftreiben. Und das neue Königsberg wird ein Teil Europas sein.» Keine Stadt hält es auf Dauer aus, ohne Gedächtnis zu leben Der Organist Artjom Kataturov: «Wenn wir was Historisches aufbauen wollen, müssen wir uns fragen: Warum eigentlich? Was wird in diesen alten Häusern – diese alte Stadt hat ganz enge Straßen und unsere russische Mentalität liegt nicht in dieser Stadt, wir wollen immer Auto fahren und breite Straßen und parken, das kann man in St.

Petersburg sehen.» «Also, Sie meinen, die Russen wollen breite Straßen, Auto fahren et cetera?» «Ja. Ich denke sowas ist Quatsch, etwas Historisches wieder aufzubauen, und andere Sache ist: im Kulturaspekt, das ist eine Katastrophe. Unsere Kultusministerin hat keine Meinung und versteht nichts.» Zumindest der Dom – Backsteingotik, 14.Jahrhundert – ist ein Besuchermagnet auch für junge Russen.

  1. Wahrscheinlich deshalb, weil das Gebäude heute eine Konzerthalle ist.
  2. Die Orgel dort ist die größte Russlands, ein Meisterwerk der Potsdamer Firma Schuke.
  3. Eine Stadt hält es auf Dauer aus, ohne Gedächtnis zu leben.
  4. Und längst wissen es die Kaliningrader: Unterm Pflaster liegt der Kant.
  5. Doch nicht nur Artjom Chatschaturow fragt sich, ob die bloße Rekonstruktion alter Bausubstanz wirklich immer sinnvoll ist.

Man denke nur an die Diskussion um das Berliner Stadtschloss. Wie lassen sich in einem rekonstruierten Palast die Räume neu interpretieren? Wie kann man ein historisches Disneyland vermeiden? Solchen Fragen mussten sich auch die Teilnehmer des internationalen Architektur-Wettbewerbes stellen, der 2015 in Königsberg stattfand.39 Büros hatten ihre Pläne eingereicht.

Es ging dabei weniger um konkrete Entwürfe, als vielmehr um grundsätzliche Entscheidungen: Soll das Schloss tatsächlich wieder aufgebaut werden? Wie kann das Ufer des Pregel für Investoren interessant werden? Wie viele Straßen soll es in der Altstadt künftig geben? Gewinner war eine Architektengruppe aus Sankt Petersburg – ihr Plan sieht vor, statt des Schlosses das sowjetische «Haus der Räte» zu rekonstruieren, und daraus einen modernen, öffentlichen Raum zu schaffen mit einem Konzertsaal und einem Museum für moderne Kunst.

Sie wollen zudem die Altstadt «wiederbeleben», neue Viertel «in historischer Anmutung» bauen, mit Cafés und Geschäften. Laut dem Bürgermeister von Kaliningrad sollten sämtliche Projekte mit den Einwohnern der Stadt diskutiert werden. «Aus den besten Entwürfen werden wir dann einen machen, der allen gefällt».

Wenn es denn so einfach wäre, sagt Artjom. «Bis jetzt ist nichts passiert, und ich wette, auch die nächsten 10 Jahre passiert nichts jedenfalls nichts Gutes.» Die Orgeln des Königsberger Doms sind eine viermanualige Hauptorgel mit 90 Registern und eine zweimanualige Chororgel mit 32 Registern, die in den Jahren 2006 und 2007 durch die Werkstatt Alexander Schuke Potsdam Orgelbau in Kaliningrad gebaut wurden.

Artjom Chatschaturow spielt die Königsberger Domorgel – Youtube, 2018 Was bleibt? Königsberg ist tot aber trotzdem ist dieser fremde Ort mehr als nur das sowjetische Kaliningrad, findet Boris, mein russischer Begleiter. Und ich muss an Marion Gräfin Dönhoff denken, die große Publizistin und Herausgeberin der ZEIT, die einst auf Schloss Friedrichstein, nahe Königsberg, gelebt hatte.

  1. Das Schloss gibt es nicht mehr.
  2. Wo es stand, wächst heute Gras.
  3. In den 90iger Jahren kehrte die Gräfin zu Besuch in die alte Heimat zurück und sagte, nach ihren Gefühlen befragt, den weisen Satz: «Vielleicht ist dies der höchste Grad der Liebe: zu lieben, ohne zu besitzen.» «Lieber Vater.
  4. Die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können,

wie oft hast Du Jean Paul zitiert. So gesehen ist es vielleicht gut, dass Du Deine alte Heimat nie mehr wiedergesehen hast. Und ich werde Dir einfach nur von den schönen Dingen erzählen, die mein Herz berührt haben – von den alten Alleen, den Sanddünen an der Kurischen Nehrung, dem hohen Himmel, dem gewaltigen Blau, aber auch von den Menschen, die ich hier getroffen habe, von Artjom, Sergjev und Boris, der mich Marjellchen nennt, und mit dem ich auf die deutsch-russische Freundschaft angestoßen habe.

  1. Städte versinken, anderswo entsteht Neues, unvergänglich ist die ostpreußische Landschaft, ihre Farben, ihr Licht.
  2. Und dieses Gefühl, darin geborgen zu sein.
  3. Vielleicht sind es diese Momente, die uns für immer verbinden – über die Zeiten hinweg.» (Marion Gräfin Dönhoff) Buchtipps (u.a.
  4. Verwendete Literatur in der 2.

Stunde der Langen Nacht) Max Fürst: Gefilte Fisch. Eine Jugend in Königsberg, Carl Hanser Verlag 1975 Eine Mutter kämpft gegen Hitler – Von Irmgard Litten / Mit einem Nachwort von Heribert Prantl. Verlag ars vivendi Denkmalsfigur, Biographische Annäherung an Hans Litten 1903-1938.

  1. Von Knut Bergbauer / Sabine Fröhlich / Stefanie Schüler-Springorum / erschienen im Wallstein Verlag Hans Litten war einer der prominentesten Strafverteidiger der untergehenden Weimarer Republik.
  2. In politischen Prozessen kämpfte er gegen den Terror von rechts, und geriet dabei immer mehr in die Schusslinie der Nazis.

Seine Biografie ist eine deutsche Lebensgeschichte, die mit der jüdischen Jugendbewegung in Ostpreußen begann und 1938 im Konzentrationslager Dachau endete. Hitlerrede: «Es wird einmal die Zeit kommen, da werden Sie alle zurückdenken mit einer stolzen Freude an diese Jahre des Ringens und des Kämpfens für dieses neue Deutschland.

Und jede einzelne von Ihnen wird dann mit einer Freude ihren kleinen Orden ansehen und wird sich sagen, damals bin ich auch dabei gewesen, und ich habe mitgeholfen. Dann wird das Ihre schönste Erinnerung sein, daß Sie in dieser großen Zeit der deutschen Wiedergeburt und der deutschen Erhebung Ihren Kampf mit für unser deutsches Volk gekämpft zu haben.» Die Weimarer Republik ist Anfang der dreißiger Jahre nur noch ein politisches Kartenhaus.

Mehr als fünf Millionen Menschen sind arbeitslos. Die Woge von Elend und Verzweiflung spült die Faschisten immer weiter nach oben. Bei den Wahlen im September 1930 erringt die NSDAP 13,7 Millionen Stimmen und damit 107 Sitze im Reichstag. Braune Horden verunsichern Berlin, der Kampf zwischen rechts und links explodiert in Gewalt und erschüttert die ohnehin brüchigen Fundamente der Republik.

  • Hoppla, wir leben, heißt der tägliche Schlachtgesang.
  • Im Berliner Tanzpalast Eden können die kleinen Leute den bedrückenden Alltag für ein paar Stunden vergessen.
  • Die Stimmung ist gut an diesem Samstagabend im November 1930.
  • In einem Nebenraum des Lokals hält der Arbeiter – Wanderverein «Falke» gerade eine Versammlung ab, als plötzlich Schüsse fallen.

Schreie. Panik. SA stürmt das Lokal: Schlagt die linken Hunde tot! Blutüberströmt brechen mehrere junge Männer zusammen. Die eilends alarmierte Polizei lässt sich Zeit mit den Ermittlungen, sodass von den rund 40 am Überfall beteiligten SA-Leuten nur noch vier festgenommen werden können.

  1. Im April 1931 beginnt der Eden-Palast Prozess.
  2. Nebenkläger der verletzten Arbeiter ist Hans Litten, trotz seiner Jugend bereits einer der bekanntesten und profiliertesten Anwälte Berlins.
  3. Es gelingt ihm, Adolf Hitler als Zeugen vor Gericht zu zitieren und ihn der faktischen Mittäterschaft an Überfällen des gefürchteten SA-Sturms 33 zu überführen.

Der «Eden-Palast»-Prozess wird in die Rechtsgeschichte eingehen – doch Hans Littens Triumph ist zugleich sein Todesurteil. Weiterführende Links zu Hans Litten Das Hans-Litten-Archiv Mehr über das Leben von Hans Litten finden Sie hier und bei Wikipedia Eine » Biographische Annäherung » an den Berliner Rechtsanwalt Hans Litten erinnert an das Leid eines im KZ gefolterten Juristen.

Nachlesen Rot war nicht gleich Braun, Nachlesen bei ZEIT-ONLINE Buchtipps (u.a. verwendete Literatur in der 3. Stunde der Langen Nacht) Hans Graf von Lehndorff : Ostpreußisches Tagebuch, Aufzeichnungen eines Arztes aus den Jahren 1945 – 1947 / erschienen bei DTV Frido Mann: Mein Nidden / S. Fischer Verlag Thomas-Mann Festival in Nida Vom 13.07.-23.07.2019 findet das 23.

Thomas-Mann Festival in Nida statt. Unter dem Motto «Europa der Heimaten» bietet das Festivalprogramm Konzerte, Kunstausstellungen, Literaturnachmittage und Filmnächte. Weitere Informationen Als Fisch im Trockenen Ein Fisch im Wasser – sagt man – hat kein Empfinden für die Schönheit seines Sees.

  1. So ging es vielen Ostpreussen, die sich erst in der Fremde – sozusagen als Fisch im Trockenen – des Zaubers dieser Landschaft bewusst wurden. In der 3.
  2. Stunde der Langen Nacht lassen wir uns vom alten Königsberg erzählen, von der Bernsteinküste und der Kurischen Nehrung – einer Landschaft von gestern im Licht von heute.

Hans Graf von Lehndorff in seinem Ostpreussischen Tagebuch «Die Vorboten der Katastrophe machten sich bereits in den letzten Junitagen 1944 bemerkbar; leichte, kaum ins Bewusstsein dringende Stöße, die das sonnendurchglühte Land wie von fernem Erdbeben erzittern ließen.

  1. Und dann waren die Straßen auf einmal überfüllt mit Flüchtlingen aus Litauen, und herrenloses Vieh streifte quer durch die erntereifen Felder, dem gleichen unwiderstehlichen Drang nach Westen folgend.
  2. Noch war es schwer zu begreifen, was da geschah, und niemand durfte es wagen, seinen geheimen Befürchtungen offen Ausdruck zu geben.

Aber als der Sommer ging und die Störche zum Abflug rüsteten, ließ sich das bessere Wissen von dem, was bevorstand, nicht länger verborgen halten. Überall in den Dörfern sah man Menschen stehen und zum Himmel starren, wo die großen vertrauten Vögel ihre Kreise zogen, so als sollte es diesmal der letzte Abschied sein.

Und jeder mochte bei ihrem Anblick etwa das gleiche empfinden: Ja, ihr fliegt nun fort! Und wir? Was soll aus uns und unserem Land werden?» Der zweite Weltkrieg hat in Ostpreussen alles total verändert Alles hat sich geändert: Staatsangehörigkeiten, Städtenamen, Architektur, Menschen und die Sprache.

Nur die Natur blieb wie sie war: Eine Welt aus Wasser, Wald und Sand, aus traumverlorenen Dörfern und weiten Alleen. «Und die Meere rauschen / Den Choral der Zeit / Elche stehn und lauschen / In die Ewigkeit», heißt es im Ostpreußenlied. Noch immer gibt es Elche auf der Kurischen Nehrung, acht Exemplare sollen es allerdings nur noch sein, nach russischer Auskunft, dazu Hirsche, Füchse, Störche, viele Vogelarten.

Und Dünen, die höchsten Europas – ostpreußische Sahara wurde die Nehrung deshalb einst genannt. Es waren Zauberberge, die Häuser und sogar ganze Dörfer unter sich begruben. Thomas Mann und Ostpreußen in den 1930er Jahren «Die phantastische Welt der Wanderdünen, die von Elchen bewohnten Kiefern- und Birkenwälder zwischen Haff und Ostsee, die wilde Großartigkeit des Strandes haben uns so ergriffen, dass wir beschlossen, an so entlegener Stelle einen festen Wohnsitz zu schaffen», schwärmte einst Thomas Mann über jene sagenumwobene Landzunge vor Ostpreußen.

Ihre wechselvolle Geschichte – hin- und hergerissen zwischen Deutschem Reich, Sowjetherrschaft und der Unabhängigkeit Litauens – führte dazu, daß sie nach dem Zweiten Weltkrieg fast ein halbes Jahrhundert unerreichbar war. Doch nach 50 Jahren Einsamkeit sucht die Kurische Nehrung einen neuen Anfang.

In Nidden – dem heutigen Nida – dem Sommerrefugium der Familie Mann Anfang der Dreissiger Jahre, scheint er bereits gelungen. «Alles ist weglos, nur Sand, Sand und Himmel», schrieb Thomas Mann über diese Landschaft zwischen Meer und Haff. Mit dem Geld, das ihm der Literaturnobelpreis eingetragen hatte, ließ der Schriftsteller in Nidden auf einer Anhöhe – dem sogenannten «Schwiegermutterhügel» – ein Feriendomizil für die Familie errichten, im Stil der rotbraun und blau gestrichenen Fischerhäuser mit ihren Reetdächern und den gekreuzten Pferdeköpfen am Giebel.

Von seinem Arbeitszimmer aus konnte Thomas Mann seinen geliebten «Italienblick» aufs Haff genießen. «Es gibt dort eine Kiefernart, Pinien ähnlich. Die weiße Küste ist schön geschwungen, man könnte glauben, in Nordafrika zu sein.» In diesem Arbeitszimmer und im eigens importierten Strandkorb verfasste Thomas Mann die Romantrilogie «Joseph und seine Brüder».

Wie auf einem Schiff» hatte er sich in seinem Haus gefühlt. Und tatsächlich kann man die drei Sommer, die die Manns in Nidden verbrachten, als eine Art Vor-Exil sehen, denn die Gespenster des Nationalsozialismus hatten bereits auch die Kurische Nehrung erreicht; eines Morgens fand Thomas Mann ein halb verkohltes Exemplar der «Buddenbrooks» am Gartentor.1932 protestierte der Schriftsteller in Nidden öffentlich gegen die ersten blutigen Übergriffe der SA in Königsberg.

Als er daraufhin bedroht wurde, verließen die Manns im September 32 die Kurische Nehrung – für immer. Das Thomas-Mann-Haus in Nida 1929 kam Thomas Mann nach Nida/Nidden auf die Kurische Nehrung. In dieser «Sahara des Nordens» ließ er sich ein Sommerhaus mit Blick auf das Haff und das Memeldelta bauen.

Der Nobelpreisträger wurde zum Symbol des schwierigen Verhältnisses zwischen Deutschen und Litauern im Memelland. Thomas Mann, der deutsche Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger kam 1929, wie er selbst behauptete, als einer der typischen Westdeutschen, die Ostpreußen nur selten besuchten, nach Königsberg.

Er war von der Goethe-Gesellschaft der Stadt eingeladen worden. Nach den Lesungen in Königsberg reiste er mit seiner Familie weiter nach Rauschen (heute Svetlogorsk), um sich dort zu erholen. Im beliebten Kurort erhielt er ein Angebot von Freunden, mit einem Dampfboot die Kurische Nehrung zu besuchen.

Er verbrachte einige Tage in Nida, auf deutsch Nidden. Dieser Ort beeindruckte ihn so sehr, dass er beschloss, sich hier ein Sommerhaus bauen zu lassen. Weiterlesen bei der Bundeszentrale für Politische Bildung Nida (deutsch Nidden ) ist eine Ortschaft in Litauen und Sitz der Gemeindeverwaltung der Gemeinde Neringa auf der Kurischen Nehrung an der Ostsee.

Der Ort befindet sich auf der Haffseite der Nehrung. Mehr bei Wikipedia Ein kulinarisches Highlight waren natürlich auch die Königsberger Klopse Bis heute schwärmen alte Ostpreußen von den berühmten Hackbällchen, die angeblich der Philosoph Immanuel Kant hoffähig gemacht hatte, und die ihren Siegeszug dann im 19.

Jahrhundert durch die sogenannten Mamsellen erlebten, die als Küchenhilfen nach Berlin kamen. Im «Universal-Lexikon der Kochkunst» von 1886 heißt es: Die Klöße aus gehacktem Rind- und Schweinefleisch werden direkt in einer hellen, mit Wein, Essig, Sardellen, Zitrone, Kapern und feinem Senf abgelöschten Einbrenne gekocht.

Serviert werden sie mit Sahnesauce, Salzkartoffeln und Roter Beete. Die Kurische Nehrung «Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebenso gut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll», schrieb einst Wilhelm von Humboldt.

Die Worte des preußischen Gelehrten haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren. Entstanden ist die Kurische Nehrung vor etwa 7.000 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit. Die schöne Riesin Neringa – so erzählt es die Sage – wollte die Fischer vor den tosenden Wellen der Ostsee schützen und trug deshalb in ihrer Schürze Sand herbei, den sie vor der Küste zu einem Schutzwall aufschüttete.

Die Wirklichkeit ist etwas prosaischer: Die Nehrung entstand aus einer Reihe von Endmoränenhügeln, an die der Westwind über Jahrhunderte Sand wehte und so eine Landzunge von fast 100 Kilometern Länge und knapp 400 Metern Breite schuf. Anpflanzungen gaben der Kurischen Nehrung nach und nach Halt, Elche, Braunbären und eine einzigartige Vogelwelt siedelten schließlich auf dem schmalen Biotop.

Doch dann traten die Ordensritter, die Fürsten und Lehnsherren auf, und ließen die Wälder abholzen, für bessere Verkehrswege, für die Jagd und zur Holzgewinnung. Zu spät merkten sie, daß sie sich damit selbst den Ast absägten, auf dem sie saßen. Denn wo die Bäume verschwanden, kam Flugsand angeweht, der sich zu monströsen Wanderdünen auftürmte.

Die Menschen erwachten morgens in ihren Betten mit Sand auf der Zunge, Felder wurden verschüttet, 14 Fischerdörfer hat der Sand im Lauf der Zeit ganz unter sich begraben. Erst Ende des 19. Jahrhunderts brachte ein baltischer Forstmeister mit einer behutsamen Dünenbepflanzung die wandernden Riesen allmählich zum Stillstand.

  • Heute sind die Dünen an der Kurischen Nehrung eine touristische Attraktion – doch damit ergibt sich ein neues Problem, wie Bernd Schimpke erklärt: «Die Landschaft ist ja sehr fragil, und sie kann eigentlich so viele Menschen garnicht verkraften.
  • Wenn Sie bedenken, die Düne in Nidden war noch in den 30-iger Jahren 62 Meter hoch, heute hat sie von ihrer Macht und ihrer Gewalt vieles verloren, und sie ist nur noch vielleicht 50 Meter hoch, weil die Leute hochgehen, obwohl es verboten ist.

Weil dann Schulklassen kamen, da sind die Kinder runtergerutscht und die nehmen natürlich immer wieder Sand mit nach unten und der baut sich oben nicht mehr auf und dadurch isses immer weniger geworden, es gibt ja keinen Nachschub mehr, der Wald bremst den Nachschub von der Ostsee, so dass die Düne nicht mehr wachsen kann, beziehungsweise sich auch nicht mehr regenerieren kann.

Wenn ich davorstehe, vor dieser Düne heute, dann seh ich immer nur wie sie früher war von den Bildern her, und dann ist man natürlich traurig, wie sich das verändert alles.» Die größte Belastung für den Ort, für die Natur, die Düne, sind die Kreuzfahrtschiffe, denn inzwischen fahren viele Kreuzfahrtschiffe in die östliche Ostsee, und dann machen ja die Kreuzfahrer ihre Ausflüge, und die meisten buchen den Ausflug dann nach Nidden, und dann kommen bis zu acht Autobusse, in jedem Bus so circa 40 bis 50 Leute, und die fahren alle zur Düne hin, und dann anschließend in den Ort, da essen sie vielleicht noch ‘ne Kleinigkeit, und die Gemeinde macht sich jetzt Gedanken, wie können wir das begrenzen beziehungsweise regulieren.

Dieser Kreuzfahrttourismus ist ‘ne große Belastung für den Ort Nidden geworden.1989, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, hat Hans Jürgen Kutschinski zum ersten Mal wieder die Kurische Nehrung besucht. «Ich muss sagen, es hatte sich kaum verändert, genauso wie man es verlassen hatte, zumindest die Natur, die Orte selbst waren in einem erbärmlichen Zustand, also das sah teilweise ganz schlimm aus, das hat einen Schock gegeben. Wem GehRt Kaliningrad Vor den herannahenden Truppen der Roten Armee flohen im Winter 1944/45 große Teile der ostpreussischen Bevölkerung aus dem Samland und um die Stadt Königsberg über das zugefrorene Frische Haff in Richtung Danzig. (picture alliance / dpa / Krause) CD – Tipp Irmgard Litten: Trotz der Tränen,

Gelesen von Patricia Litten. Uccello Verlag, ohne Jahr.3 CDs / ISBN 978- 3-937337-51- Mehr auf der Website des Uccello Verlags Zur Suche springen Seit dem Tag der Verhaftung ihres Sohnes Hans unternahm sie alles Menschenmögliche, um ihn zu befreien oder zumindest seine Haftbedingungen zu verbessern. Ihre Hartnäckigkeit führte sie bis in die Spitzen des NS Regimes aber auch zu kulturellen Größen wie Wilhelm Furtwängler und Emmy Sonnemann, der späteren Ehefrau von Göring.

Irmgard Litten kämpfte bis zum bitteren Ende. Sie organisierte Beistand für Hans und internationale Solidarität. Die Erfahrungen dieser Zeit hat sie in ihrem Buch «Beyond Tears» zusammengefasst, es erschien bereits 1940 in USA, England, Mexico, China und Frankreich.

Mehr über Irmgard Litten auf der Hans-Litten – Website des Uccello Verlags Irmgard Litten (geborene Wüst; * 30. August 1879 in Halle (Saale); † 30. Juni 1953 in Ost-Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin. Nach dem Selbstmord von Hans Litten im Konzentrationslager Dachau ging sie über die Schweiz und Paris in die Emigration nach Großbritannien.

Dort schrieb sie ihren Bericht über das Schicksal ihres Sohnes und die Zustände in den deutschen Konzentrationslagern. Er wurde 1940 kurz vor der Niederlage Frankreichs unter dem Titel «Die Hölle sieht dich an» zum ersten Mal auf Deutsch in Paris veröffentlicht.

  • Im gleichen Jahr erschien er unter dem Titel «A mother fights Hitler» in England und kurz darauf unter dem Titel «Beyond tears» in den Vereinigten Staaten von Amerika.
  • Im Jahr darauf wurde er zum ersten Mal in Spanisch als «Una madre contra Hitler» publiziert.
  • In Deutschland wurde ihr Bericht seit 1947 auch unter dem Titel «Eine Mutter kämpft gegen Hitler» mehrfach veröffentlicht.

Weiterlesen bei Wikipedia Musikliste 1. Stunde Titel: Romanze Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Chertkov waltz Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Holy of holies Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Yasnaya polyana Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Morning song Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: The return Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Pastorale Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Secrets Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: The journey Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD 6998 Plattentitel: The Last Station Titel: Tatjana Interpret: Wassiljewski, Peter Komponist: M.

  • Marjanowskij Label: Leschenko Orchester Plattentitel: Russischer Tango Titel: Kossack Interpret: Pelagea Komponist: N.N.
  • Label: Unsere Stimme-Trikont 2.
  • Stunde Titel: Wosle Lesa Interpret: Wassiljewski, Peter Komponist: Y.
  • Prigozhsky Label: Leschenko Orchester Plattentitel: Russischer Tango Titel: Melodie in F für Klavier, op.3 Nr.1.

Bearbeitet für Salonorchester Ensemble: I Salonisti Komponist: Anton Rubinstein Label: Harmonia Mundi Best.-Nr: 1695132 Titel: Gräser im Wind Interpret: Technicolor Dream Komponist: Jürgen Dahmen, Andreas Wagner Label: BEVISION Best.-Nr: BE 0702 Titel: An den langen Fjorden Interpret: Tobias Bösel Komponist: Tobias Bösel, Siegfried Rolletter Label: SharpToneRecords Best.-Nr: STR077 Plattentitel: Filmmusik Highlights, Vol.2 Titel: Jubiläum Interpret: Tobias Bösel Komponist: Tobias Bösel, Siegfried Rolletter Label: SharpToneRecords Best.-Nr: STR077 Plattentitel: Filmmusik Highlights, Vol.2 Titel: Hoppla, wir leben Interpret: Gisela May Komponist: Ottmar Gerster Label: Bear Family Records Best.-Nr: BCD16064-7&8 Plattentitel: Die May (CD 7: singt Chansons, Lieder, Songs und Balladen Titel: Ännchen von Tharau Interpret: Fred Schultheiss und die Fidelios Komponist: Friedrich Silcher Label: BAIERLE RECORDS Best.-Nr: CD 1735 Titel: Land der dunklen Wälder Interpret: Bläserquartett des Kammerorchesters Kurt Graunke Komponist: Jarczyk Herbert Plattentitel: Bläser-Quartett Titel: Golfstrom Interpret: Franz Thon mit seinen Tanz-Rhythmikern Komponist: Helmuth Wernicke Label: PUMPKIN PIE RECORDS Best.-Nr: 02504 Titel: Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 C-Dur, op.15, 2.

  1. Satz: Largo Solist: Michael Roll (1946-)(Klavier) Orchester: Royal Philharmonic Orchestra Dirigent: Howard Shelley Komponist: Ludwig van Beethoven Label: DOCUMENTS Best.-Nr: 222808-203 3.
  2. Stunde Titel: aus: Sonate für Klavier c-Moll, op.111, 2.
  3. Satz: Arietta.
  4. Adagio molto semplice e cantabile Solist: Salomon (Klavier) Komponist: Ludwig van Beethoven Label und Best.-Nr: keine Titel: aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr.3 c-Moll, op.37, 1.

Satz: Allegro con brio Solist: Arthur Rubinstein (1887-1982)(Klavier) Orchester: London Philharmonic Orchestra Dirigent: Daniel Barenboim Komponist: Ludwig van Beethoven Label: Dutton Epoch Best.-Nr: CDLX 7345 Titel: aus: Musik zum Film «Der Fall von Berlin», op.82.

Was kostet Benzin in Kaliningrad?

Preise in Restaurants in Kaliningrad. –

Mahlzeit in einem billigen Restaurant 6.40 EUR (3.90-10) 650 RUB (400-1,000) 7.10 USD (4.40-11)
Essen für 2 Personen, mittleres Restaurant, drei-Gänge 23 EUR (15-39) 2,300 RUB (1,500-4,000) 26 USD (16-44)
McMeal bei McDonalds (oder gleichwertige Combo Meal) 3.90 EUR (3.40-4.90) 400 RUB (350-500) 4.40 USD (3.80-5.50)
Einheimisches Bier (0,5 Liter Tiefgang) 0.98 EUR (0.67-1.40) 100 RUB (68-140) 1.10 USD (0.75-1.50)
Importiertes Bier (0,33 Liter-Flasche) 1.50 EUR (1.20-2.00) 150 RUB (120-207) 1.60 USD (1.30-2.30)
Coca Cola/Pepsi (0,33-Liter-Flasche) 0.74 EUR (0.55-0.98) 76 RUB (56-100) 0.83 USD (0.61-1.10)
Wasser (0,33-Liter-Flasche) 0.37 EUR (0.29-0.88) 38 RUB (30-90) 0.41 USD (0.33-0.99)
Cappuccino (regulär) 1.50 EUR (0.98-1.80) 148 RUB (100-180) 1.60 USD (1.10-2.00)
Espresso Kaffee 1.00 EUR (0.69-1.20) 104 RUB (70-126) 1.10 USD (0.77-1.40)
Cheeseburger (Fastfood) 1.20 EUR (1.00-1.50) 120 RUB (105-150) 1.30 USD (1.20-1.60)

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(Regulär), Milch (1 Liter) 0.63 EUR (0.44-0.84) 64 RUB (45-86) 0.70 USD (0.49-0.94) Laib frisches Weißbrot (500g) 0.54 EUR (0.39-0.69) 55 RUB (40-70) 0.61 USD (0.44-0.77) Eiern (regulär) (12) 0.99 EUR (0.69-1.30) 102 RUB (71-132) 1.10 USD (0.78-1.40) Lokaler Käse (1kg) 6.70 EUR (4.40-9.80) 682 RUB (450-1,000) 7.50 USD (4.90-11) Wasser (1,5 Liter-Flasche) 0.48 EUR (0.38-0.78) 49 RUB (39-80) 0.54 USD (0.43-0.88) Eine Flasche Wein (Mittelklasse) 4.90 EUR (2.90-6.90) 500 RUB (300-700) 5.50 USD (3.30-7.70) Einheimisches Bier (0,5 Liter-Flasche) 0.79 EUR (0.49-0.98) 81 RUB (50-100) 0.89 USD (0.55-1.10) Importiertes Bier (0,33 Liter-Flasche) 1.30 EUR (0.83-1.80) 130 RUB (85-180) 1.40 USD (0.93-2.00) Zigarettenpackung (Marlboro) 1.90 EUR (1.80-2.20) 198 RUB (180-220) 2.20 USD (2.00-2.40) Hähnchenbrust (ohne Haut und ohne Knochen) – (1kg) 3.30 EUR (2.40-3.90) 334 RUB (250-400) 3.70 USD (2.70-4.40) Äpfel (1kg) 0.79 EUR (0.49-0.98) 81 RUB (50-100) 0.89 USD (0.55-1.10) Orangen (1kg) 1.20 EUR (0.83-1.60) 122 RUB (85-160) 1.30 USD (0.93-1.80) Kartoffel (1kg) 0.50 EUR (0.24-0.59) 51 RUB (25-60) 0.56 USD (0.27-0.66) Salat (1 Kopf) 1.40 EUR (0.49-2.00) 141 RUB (50-200) 1.50 USD (0.55-2.20) Reis (weiß) (1kg) 1.20 EUR (0.87-1.50) 118 RUB (89-150) 1.30 USD (0.98-1.60) Tomaten (1kg) 1.90 EUR (1.20-3.10) 189 RUB (125-320) 2.10 USD (1.40-3.50) Banane (1kg) 1.20 EUR (0.78-1.50) 120 RUB (80-150) 1.30 USD (0.88-1.60) Zwiebeln (1kg) 0.53 EUR (0.34-0.78) 54 RUB (35-80) 0.59 USD (0.38-0.88) Rindfleisch(1kg) (oder Äquivalent – rotes Fleisch) 5.90 EUR (3.40-6.90) 599 RUB (350-700) 6.60 USD (3.80-7.70) Birnen (1kg) 0.95 EUR (0.59-1.20) 97 RUB (60-120) 1.10 USD (0.66-1.30) Gurke (1kg) 1.00 EUR (0.67-1.70) 104 RUB (69-176) 1.10 USD (0.75-1.90) Perrier Wasser (kleine Flasche 0,33l) 0.41 EUR (0.33-0.67) 42 RUB (34-69) 0.46 USD (0.37-0.75) Würstchen (1kg) 6.90 EUR (5.10-8.20) 702 RUB (525-840) 7.70 USD (5.80-9.20) Hüttenkäse (1kg) 4.50 EUR (3.00-6.70) 464 RUB (306-680) 5.10 USD (3.40-7.50) 24 EUR 2,400 RUB 27 USD 20 EUR 2,000 RUB 22 USD 12 EUR 1,200 RUB 13 USD 25 EUR 2,500 RUB 28 USD

table>

One-Way-Ticket (Nahverkehr) 0.27 EUR (0.27-0.29) 28 RUB (28-30) 0.31 USD (0.31-0.33) Monatsfahrkarte (regulärer Preis) 15 EUR (15-29) 1,500 RUB (1,500-3,000) 16 USD (16-33) Benzin (1 Liter) 0.51 EUR (0.50-0.55) 53 RUB (52-56) 0.58 USD (0.57-0.61) Volkswagen Golf 1,4 90 KW Trendline (oder gleichwertiger Neuwagen) 19,000 EUR (19,000-20,000) 2,000,000 RUB (2,000,000-2,100,000) 21,000 USD (21,000-23,000) Toyota Corolla 1.6l 97kW Comfort (oder gleichwertiger Neuwagen) 25,000 EUR (24,000-29,000) 2,625,000 RUB (2,500,000-3,000,000) 28,000 USD (27,000-32,000) Taxi-Vorfahrt (Normaltarif) 1.50 EUR (0.98-2.40) 150 RUB (100-250) 1.60 USD (1.10-2.70) Taxi 1km (Normaltarif) 0.29 EUR (0.17-0.34) 30 RUB (17-35) 0.33 USD (0.19-0.38) Taxi-1 Stunde Wartezeit(normaler Tarif) 3.40 EUR (2.90-4.90) 350 RUB (300-500) 3.80 USD (3.30-5.50)

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Appartement (1 Schlafzimmer) im Stadtzentrum 240 EUR (196-294) 24,000 RUB (20,000-30,000) 270 USD (219-329) Appartment (1 Schlafzimmer) außerhalb des Zentrumd 190 EUR (147-245) 19,000 RUB (15,000-25,000) 213 USD (165-274) Appartment (3 Schlafzimmer) im Stadtzentrum 388 EUR (294-489) 39,000 RUB (30,000-50,000) 435 USD (329-549) Appartment (3 Schlafzimmer) außerhalb des Zentrums 314 EUR (254-391) 32,000 RUB (26,000-40,000) 352 USD (285-439)

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Rechnungen (Strom, Heizung, Wasser, Müll) für 85m 2 Wohnungsgröße 69 EUR (54-102) 7,000 RUB (5,500-10,000) 77 USD (60-115) 1 Minute Telefongespräch der lokalen Prepaid-Mobile-Tarif (ohne Rabatte oder Tarifpläne) 0.02 EUR (0.00-0.03) 2.30 RUB (0.50-3.00) 0.02 USD (0.01-0.03) Internet (60 Mbps oder mehr, unbegrenzte Daten, Kabel/ADSL) 5.00 EUR (3.90-6.90) 508 RUB (400-700) 5.60 USD (4.40-7.70)

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Fitness Club, monatliche Gebühr für 1 Erwachsene 27 EUR (19-42) 2,700 RUB (1,900-4,300) 30 USD (22-48) Tenniscourt mieten (1 Stunde am Wochenende) 8.60 EUR (4.90-15) 880 RUB (500-1,500) 9.70 USD (5.50-16) Kino, internationale Release 1 Sitzplatz 3.40 EUR (2.90-4.90) 350 RUB (300-500) 3.80 USD (3.30-5.50)

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ein Paar Jeans (Levis 501 O.Ä.) 66 EUR (26-117) 6,700 RUB (2,700-12,000) 74 USD (30-132) 1 Sommerkleid in einer Ladenkette (Zara, H&M,.) 37 EUR (24-64) 3,800 RUB (2,500-6,500) 42 USD (27-71) 1 Paar Nike Laufschuhe (Mittelklasse) 69 EUR (49-96) 7,000 RUB (5,000-9,800) 77 USD (55-108) 1 paar Lederschuhe Business Männer 91 EUR (49-117) 9,200 RUB (5,000-12,000) 102 USD (55-132)

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Vorschule (oder Kindergarten), privat, monatlich für 1 Kind 162 EUR (147-196) 16,000 RUB (15,000-20,000) 181 USD (165-219) Internationale Grundschule, jährlich für 1 Kind 1,800 EUR (979-2,900) 193,000 RUB (100,000-300,000) 2,100 USD (1,000-3,200)

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Preis pro Quadratmeter der Wohnung in der Innenstadt 1,400 EUR (1,000-2,100) 150,000 RUB (110,000-220,000) 1,600 USD (1,200-2,400) Preis pro Quadratmeter der Wohnung außerhalb des Zentrums 1,000 EUR (832-1,200) 104,000 RUB (85,000-131,000) 1,100 USD (933-1,400)

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Durchschnittliches Monatsgehalt Netto (nach Besteuerung) 378 EUR 38,000 RUB 424 USD Hypothekenkredit Zinssatz in Prozent (%), jährlich 10.34% (8.00% – 12.00%) – –

Durchschnittliche Kraftstoffpreise in Kaliningrad sind 1.90 mal niedriger als Durchschnittspreis in Deutschland (Kraftstoffpreise in Kaliningrad für 1 Liter = 0,264 Gallonen)

Benzinpreis in Kaliningrad betraegt ca. 1.00 EUR 1.10 USD
Diesel Kraftstoffpreis in Kaliningrad betraegt ca. 1.00 EUR 1.20 USD

Welche Sprache wird in Königsberg gesprochen?

Altpreußische Sprache

Altpreußisch
Linguistische Klassifikation Indogermanische Sprachen Baltische Sprachen Westbaltische Sprachen Altpreußisch
Offizieller Status
Amtssprache in n.v.
Sprachcodes

War Königsberg jemals Russisch?

Nach der Schlacht um Königsberg ergeben sich am 9. April 1945 die deutschen Truppen der Roten Armee. Im Dezember 1945 leben noch etwa 20.000 Menschen in der schwer zerstörten Stadt.1946 wird sie offiziell Teil der Sowjetunion und – nach dem sowjetischen Politiker Michail Kalinin – in Kaliningrad umbenannt.

Hat Russland Deutschland Kaliningrad angeboten?

«Urslawischer Boden»: Stalin annektiert Ostpreußen – Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch etwa 25.000 Deutsche im nördlichen Ostpreußen, das mit dem Potsdamer Abkommen von August 1945 unter sowjetische Kontrolle kam. Kurz darauf annektierte Kremlchef Josef Stalin das Gebiet mit Verweis auf den «urslawischen Boden», den die Deutschen demnach im Mittelalter geraubt hatten.

  • Im Juli 1946 wurde aus Ostpreußen und Königsberg Kaliningrad, benannt nach dem kurz zuvor gestorbenen Michail Kalinin, dem formellen Staatsoberhaupt der Sowjetunion.
  • Im Oktober 1947 begann die Vertreibung der letzten deutschen Einwohner Kaliningrads.
  • In den 1950er Jahren wurde Kaliningrad als militärisches Sperrgebiet abgeschottet und sollte zur Musterstadt der Sowjetunion werden.

Die Ruinen des mittelalterlichen Königsberg wurden in den folgenden Jahrzehnten abgeräumt und durch Grünflächen oder Plattenbauviertel ersetzt. Mit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten, die die Sowjetunion im September 1991 anerkannte, wurde Kaliningrad vom russischen Festland abgeschnitten und damit zur Exklave.

  • Bei den Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands soll Russland sogar Gespräche über Kaliningrad angeboten haben.
  • Dies lehnte Bonn allerdings ab, wie der «Spiegel» später berichtete.
  • Nach der Wende zog es viele russische Staatsbürger aus den ehemaligen Sowjetrepubliken nach Kaliningrad.
  • Bei der letzten Volkszählung 2010 zählte die Oblast Kaliningrad 942.000 Einwohner, von denen 431.000 in der Hauptstadt lebten.

Für Moskau hat die europäische Exklave vor allem militärische Bedeutung, So liegt der Hauptstützpunkt der russischen Ostseeflotte in Baltijsk, dem Vorhafen der Stadt Kaliningrad. In dem Gebiet, das kleiner ist als Schleswig-Holstein, hat der Kreml auch Atomraketen stationiert, die innerhalb weniger Minuten Berlin erreichen könnten.

Was ist von Königsberg übrig?

Im Feuerball verglüht – Erst an den zweiten Angriff der Briten, den ich als Kleinkind miterlebte, habe ich vage Erinnerungen: Wie ich mit zweieinhalb Jahren in meinem Bettchen liege, den braunen Teddy im Arm, und verschreckt auf das Fenster starre. Dahinter geschieht Unheimliches: ein glutlodernder Himmel, durch den Funkenschwärme stieben, dazu ein schreckliches Geheule von Alarmsirenen.

Es ist die Nacht, in der Königsberg stirbt. Am frühen 30. August 1944 verglüht die ostpreußische Hauptstadt im Feuerball der Phosphorbomben. Dieser Angriff der Royal Air Force mit 650 Bombern, ohne Erdsicht im Planquadrat über einer geschlossenen Wolkendecke fliegend, hat das dichtbesiedelte Zentrum im Visier.

Nach dem Feuersturm der Spreng- und Brandstrahlbomben ist von Kants «schicklicher» Stadt nicht mehr viel übrig. Das historische Königsberg mit seiner jahrhundertealten preußischen Kultur ist ausgelöscht. Dom, Hohenzollernschloss, Universität, Kirchen, die klassizistischen Gebäude und die alten Speicher am Hafen sind nach dem Flammenmeer nur noch ausgebrannte Ruinen.

Die Zahl der Toten wird auf rund 4500 geschätzt, an die 200.000 Königsberger sind obdachlos. Ich lebe damals mit meiner Mutter, einer Schauspielerin, im Waldvorort Metgethen, der von dem Inferno verschont bleibt. Am Morgen nach der Schreckensnacht steht mein Großvater auf dem Hof vor dem Haus. Verdreckt und schwarz im Gesicht wie ein Schornsteinfeger.

Neben ihm ein Handwagen mit Koffern. «Das ist alles, was ich noch retten konnte», sagt der erschöpfte Mann und fällt seiner Tochter weinend in die Arme. Das Familienhaus auf dem Hintertragheim im Zentrum der Stadt ist von einer Bombe getroffen worden und ausgebrannt.

Den Handwagen kenne ich gut. Auf ihm habe ich mit dem Großvater schon manche Spazierfahrt gemacht. Hinter diesem «Terrorgroßangriff der britischen Luftgangster» stecke das «nackte Verlangen nach Mord», schäumt die «Königsberger Allgemeine Zeitung» in einer Notstandsausgabe. Doch, so heißt es weiter, die Absicht der «Feinde», «mit diesen Angriffen auf unsere Gauhauptstadt den Bolschewiken besondere Hilfsstellung zu leisten, wird sich nicht verwirklichen».

Stalins 3. Weißrussische Front bereitet da bereits den Angriff auf Ostpreußen vor. Sieben Monate danach setzt eine sowjetische Übermacht von 240.000 Soldaten zum «Sturm auf das faschistische Räubernest» an. Die deutschen Verteidiger der «Festung Königsberg» können demgegenüber nur noch 10.000 Mann aufbieten, denen es an Waffen und Munition mangelt.

Der General Otto Lasch kapituliert, viel zu spät, am 9. April 1945. Von den etwa 125.000 Zivilisten und Flüchtlingen, die noch immer in Kellern und Luftschutzräumen der belagerten Stadt ausharren, weil sie nicht rechtzeitig evakuiert werden durften, kommt bei den Kampfhandlungen ein Viertel ums Leben, wenn nicht mehr.

Die Überlebenden sind danach dem Abrechnungsterror der Besatzungsmacht ausgesetzt, mit unzähligen Vergewaltigungen, grausamen Ausschreitungen und Erschießungen. Keine größere deutsche Stadt wurde durch Krieg und Nachkriegszeit dermaßen zerstört wie Königsberg, fand die Publizistin Marion Gräfin Dönhoff, die ganz in der Nähe auf Schloss Friedrichstein aufwuchs.

  1. Und keine sei so «in ihrer Geschichtlichkeit getroffen» worden.
  2. Heute heißt das frühere Königsberg Kaliningrad, benannt nach einem Vasallen Stalins, und es gehört mit dem nördlichen Ostpreußen seit Kriegsende zu Russland.
  3. Jahrzehntelang als militärische Sperrzone in bleierner Finsternis, seit der Implosion der Sowjetunion nunmehr Moskaus isolierter Vorposten an der Ostsee.

Eine von den EU- und Nato-Mitgliedern Polen und Litauen umklammerte Exklave, die Selbstzweifel und Zukunftsängste plagen. Denn diese russische Insel mit knapp einer Million Einwohnern ist weit von Russland entfernt. Über 1000 Kilometer von der Kommandozentrale Moskau, aber bloß 530 Kilometer von Berlin, dem Ziel heimlicher Sehnsüchte der Jungen, die nach Westen, nach Europa streben.

Russlands westlichste, immens korrupte Stadt ist noch immer auf der Suche nach sich selbst. Sie kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine, leidet unter ihrer Lage wie kaum ein zweiter Ort im Imperium des Wladimir Putin. Die Zukunft des Kaliningrader Gebiets, so mutmaßen Autoren einer EU-Studie wohl zu Recht, erfordere die Abwendung von der klassischen Realpolitik nationaler Souveränität hin zu einem «post-souveränen Weg».

Das wäre der Stadt am Pregel zu wünschen. Doch all dies muss langsam wachsen, man darf es nicht erzwingen wollen. : Zweiter Weltkrieg: Königsberg 1944

Wie viele russische Soldaten sind in Kaliningrad?

Kaliningrad: Nur noch 6.000 Soldaten von ursprünglich 30.000 – Auch aus der russischen Enklave Kaliningrad zwischen Litauen und Polen sollen russische Streitkräfte in die Ukraine verlegt worden sein, wie der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas berichtete.

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In welchem Land liegt Königsberg heute?

Im Gebiet Kaliningrad leben etwa 940.000 Menschen, die Hälfte davon in der Stadt Kaliningrad. Die meisten sind Russen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der sowjetische Staats- und Parteichef Josef Stalin 1945 im Potsdamer Abkommen durchgesetzt, dass Königsberg und insgesamt 15.100 Quadratkilometer des nördlichen Ostpreußens der Sowjetunion zugeschlagen wurden. Eine Kuhherde auf einer kleinen Dorfstraße in der Nähe von Krasnosel’e, dem früheren Groß Rominten, in Ostpreußen Bild: dpa Schiffe auf dem Pregel bei Kaliningrad Bild: dpa Vergangenheit regeln 1946 ließ Stalin Königsberg nach dem kurz zuvor verstorbenen formellen sowjetischen Staatsoberhaupt Michail Kalinin umbenennen. Um die Spuren der deutschen Vergangenheit zu tilgen, erhielten auch die Orte des Gebietes sowie Straßen und Plätze russische Namen. Ob Lenin oder Kalinin – die Ideologie war dieselbe Bild: AP Hafen von Kaliningrad Bild: AP Um die negativen Folgen der Exklavenlage zu mildern, wurde Kaliningrad nach dem Ende der Sowjetunion zur Freihandelszone erklärt – zunächst ohne nennenswerten Erfolg. Auch mit Sonderregelungen für Zölle und Steuern gelang es der Gebietsverwaltung kaum, ausländische Investitionen anzuziehen.

  1. Erst jetzt stabilisiert sich die Lage allmählich.
  2. Vergangenheit tilgen Kaliningrad wird umschlossen von Polen und Litauen, das seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 wieder unabhängig ist.
  3. Bis 1947 war die deutsche Bevölkerung von den Sowjets fast komplett vertrieben worden.
  4. Gleichzeitig wurden Menschen aus allen Teilen der Sowjetunion angesiedelt.

Auf Moskauer Anweisung hin wurde die 1945 schwer zerstörte Königsberger Altstadt nicht wieder aufgebaut. Stattdessen entstand am Ufer des Pregel eine Stadt nach sowjetischem Muster – geprägt von Wohnblocks, breiten Straßen und riesigen Aufmarschplätzen. Blick auf das nach dem Luftangriff im August 1944 völlig zerstörte und ausgebrannte Schloss in Königsberg. Bild: dpa Das 750-jährige Stadtjubiläum bezieht sich auf 1255, als der Deutsche Orden am Ufer des Pregels eine Burg errichtete. In deren Schutz entwickelten sich die Städte Altstadt, Kneiphof und Löbenicht zum späteren Königsberg. Böhmenkönig Ottokar II, Herzog Albrecht von Preußen und König Friedrich I von Preußen werden restauriert Bild: dpa Vergangenheit retten Kaliningrader Dom Bild: DW Die Verbindungen Kaliningrads zu seiner knapp 700-jährigen deutschen Geschichte sind überall zu sehen, viele ihrer Zeugnisse aber liegen in Trümmern. Die Ruine des Königsberger Domes blieb allein auf der einst eng bebauten Pregelinsel Kneiphof stehen. Erst in den 1990er Jahren wurde der Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert auf deutsche Initiative hin wieder aufgebaut. Das Haus der Räte Bild: dpa Das alte Wahrzeichen wird heute von einer Ruine aus Sowjetzeiten überragt. Direkt neben dem ehemaligen Standort des Schlosses bröckelt seit zwanzig Jahren das «Haus der Räte» vor sich hin. Mitte der 1980er Jahre waren die Bauarbeiten mangels Geld eingestellt worden. Das neue Kant-Denkmal auf einem Granitsockel vor dem Eingang der Universität von Kaliningrad Bild: dpa Anders als zu Sowjetzeiten, als die deutsche Vergangenheit totgeschwiegen wurde, hat die heutige Regierung nichts gegen die Begeisterung vieler Kaliningrader für die historischen Überreste. Das Rossgärter Tor (Rossgartenskije Worota) in Kaliningrad Bild: dpa An jeder Ecke werden Postkarten mit alten Königsberger Ansichten verkauft. Sehr begehrt sind die Wohnungen im weitgehend intakten deutschen Villenviertel «Amalienau». «Es haben sich noch nie so viele Leute für die Geschichte interessiert wie heute», sagt die Direktorin des Staatlichen Kaliningrader Zentralarchivs, Alla Fedorowa.

Wie hieß Kaliningrad auf Deutsch?

1946 wurde Königsberg in Kaliningrad umbenannt und die Stadt wurde militärisches Sperrgebiet mit dem eisfreien Hafen Pillau/Baltijsk als Hauptstützpunkt der sowjetischen Baltischen Flotte.

Wem gehört heute Königsberg?

Im Gebiet Kaliningrad leben etwa 940.000 Menschen, die Hälfte davon in der Stadt Kaliningrad. Die meisten sind Russen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der sowjetische Staats- und Parteichef Josef Stalin 1945 im Potsdamer Abkommen durchgesetzt, dass Königsberg und insgesamt 15.100 Quadratkilometer des nördlichen Ostpreußens der Sowjetunion zugeschlagen wurden. Eine Kuhherde auf einer kleinen Dorfstraße in der Nähe von Krasnosel’e, dem früheren Groß Rominten, in Ostpreußen Bild: dpa Schiffe auf dem Pregel bei Kaliningrad Bild: dpa Vergangenheit regeln 1946 ließ Stalin Königsberg nach dem kurz zuvor verstorbenen formellen sowjetischen Staatsoberhaupt Michail Kalinin umbenennen. Um die Spuren der deutschen Vergangenheit zu tilgen, erhielten auch die Orte des Gebietes sowie Straßen und Plätze russische Namen. Ob Lenin oder Kalinin – die Ideologie war dieselbe Bild: AP Hafen von Kaliningrad Bild: AP Um die negativen Folgen der Exklavenlage zu mildern, wurde Kaliningrad nach dem Ende der Sowjetunion zur Freihandelszone erklärt – zunächst ohne nennenswerten Erfolg. Auch mit Sonderregelungen für Zölle und Steuern gelang es der Gebietsverwaltung kaum, ausländische Investitionen anzuziehen.

Erst jetzt stabilisiert sich die Lage allmählich. Vergangenheit tilgen Kaliningrad wird umschlossen von Polen und Litauen, das seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 wieder unabhängig ist. Bis 1947 war die deutsche Bevölkerung von den Sowjets fast komplett vertrieben worden. Gleichzeitig wurden Menschen aus allen Teilen der Sowjetunion angesiedelt.

Auf Moskauer Anweisung hin wurde die 1945 schwer zerstörte Königsberger Altstadt nicht wieder aufgebaut. Stattdessen entstand am Ufer des Pregel eine Stadt nach sowjetischem Muster – geprägt von Wohnblocks, breiten Straßen und riesigen Aufmarschplätzen. Blick auf das nach dem Luftangriff im August 1944 völlig zerstörte und ausgebrannte Schloss in Königsberg. Bild: dpa Das 750-jährige Stadtjubiläum bezieht sich auf 1255, als der Deutsche Orden am Ufer des Pregels eine Burg errichtete. In deren Schutz entwickelten sich die Städte Altstadt, Kneiphof und Löbenicht zum späteren Königsberg. Böhmenkönig Ottokar II, Herzog Albrecht von Preußen und König Friedrich I von Preußen werden restauriert Bild: dpa Vergangenheit retten Kaliningrader Dom Bild: DW Die Verbindungen Kaliningrads zu seiner knapp 700-jährigen deutschen Geschichte sind überall zu sehen, viele ihrer Zeugnisse aber liegen in Trümmern. Die Ruine des Königsberger Domes blieb allein auf der einst eng bebauten Pregelinsel Kneiphof stehen. Erst in den 1990er Jahren wurde der Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert auf deutsche Initiative hin wieder aufgebaut. Das Haus der Räte Bild: dpa Das alte Wahrzeichen wird heute von einer Ruine aus Sowjetzeiten überragt. Direkt neben dem ehemaligen Standort des Schlosses bröckelt seit zwanzig Jahren das «Haus der Räte» vor sich hin. Mitte der 1980er Jahre waren die Bauarbeiten mangels Geld eingestellt worden. Das neue Kant-Denkmal auf einem Granitsockel vor dem Eingang der Universität von Kaliningrad Bild: dpa Anders als zu Sowjetzeiten, als die deutsche Vergangenheit totgeschwiegen wurde, hat die heutige Regierung nichts gegen die Begeisterung vieler Kaliningrader für die historischen Überreste. Das Rossgärter Tor (Rossgartenskije Worota) in Kaliningrad Bild: dpa An jeder Ecke werden Postkarten mit alten Königsberger Ansichten verkauft. Sehr begehrt sind die Wohnungen im weitgehend intakten deutschen Villenviertel «Amalienau». «Es haben sich noch nie so viele Leute für die Geschichte interessiert wie heute», sagt die Direktorin des Staatlichen Kaliningrader Zentralarchivs, Alla Fedorowa.

Wie viele russische Soldaten stehen in Kaliningrad?

Die Remilitarisierung der Exklave und die Konfrontation mit dem Westen – Der Remilitarisierungprozess des Kaliningrader Gebietes hatte die Umwandlung des Territoriums in eine Anti-Access Area Denial ( A2AD )-Zone zur Folge, Infolge der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 und der wachsenden Entfremdung zwischen Moskau und seinen westlichen Partnern erreichte die Militarisierung der Oblast Kaliningrad eine neue Qualität.

  1. Im Zusammenhang mit den Veränderungen bei der Kriegsführung investierte Russland außer in militärische Aktivitäten gleichzeitig deutlich in nicht-militärische Bereiche, beispielsweise Propagandatätigkeiten und Desinformation.
  2. Die russische Regierung schürte die Bedrohung vonseiten der NATO und begründete so organisatorische Veränderungen bei der Baltischen Flotte.

Seit 2016 wurden für den Stützpunkt der bisherigen Landeinheiten, das 11. Armeekorps, Lieferungen neuer Ausrüstung angekündigt Schätzungen zufolge sind insgesamt ca.25.000 Soldaten in der Oblast Kaliningrad stationiert. Schlüsselbedeutung für die Kampffähigkeit der Streitkräfte der Russischen Föderation im Ostseeraum hatte die Aufstellung des Luftabwehrsystems S-400 mit einer Reichweite von 400 Kilometern in den Jahren 2012 bis 2013, des Raketensystems der Küstenverteidigung Bastion sowie der Beginn (Oktober 2016) der Dislozierung der Iskander-M mit einer Reichweite von mindestens 500 Kilometern im Kaliningrader Gebiet.

Beim Raketensystem Bastion ist davon auszugehen, dass hier Kalibr-Lenkwaffen mit einer Reichweite von mindestens 1.500 Kilometern stationiert sind. Der Beginn der Modernisierung der Infrastruktur ging mit einer fortschreitenden Professionalisierung einher, vor allem jedoch damit, die Einheiten in der Exklave mit neuen Waffentypen auszurüsten.

In den Jahren 2017 bis 2018 wurden u.a. Teile des Iskander-Systems erneuert, mit denen die 152. Raketenbrigade ausgestattet wurde, und wurde das 25. Raketenregiment der Küstenverteidigung mit den Raketensystemen Bal und Bastion ausgestattet. Außerdem wurde mit der Modernisierung der Infrastruktur weiterer militärischer Einheiten begonnen.

  • Mitte 2019 wurde die Erneuerung eines Lagers, auch für Uranmunition, abgeschlossen.
  • Aufgrund der Dislozierung neuer Typen von Raketensystemen ist das Gebiet von sehr großer Bedeutung, um militärische Aktivitäten an der NATO-Ostflanke behindern oder stoppen zu können.
  • Insofern hat es strategische Bedeutung für die Sicherheit Polens.

Die Streitkräfte der Oblast Kaliningrad sind nicht nur ein wichtigen Teil der Baltischen Flotte, sondern auch der seit 2018 ausgebauten Luft-Land-Streitkräfte, die vor allem aus Offensiv-Einheiten bestehen. Hinzu kommt, dass sich in den letzten Jahren die Rolle der Exklave als Vorstoß-Basis für Geheimdienstaufgaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB (Grenzaufklärung) u.a.

War Königsberg jemals Russisch?

Wem GehRt Kaliningrad Blick auf den Königsberger Dom aus dem 14. Jahrhundert und das für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 gebaute Stadion im russischen Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg. (imago/ITAR-TASS) Bis 1944 ist Ostpreußen 1944 eine Oase des Friedens, mitten im Krieg.

Doch im Sommer 1944 bricht im Osten die Front zusammen und britische Luftangriffe verwandeln die Hauptstadt Königsberg in ein Flammenmeer. Mehr als eine Million Menschen versuchen zu fliehen, ein Elendszug ohne Anfang und Ende, mit über 50.000 Toten. Nach dreimonatiger Belagerung wird Königsberg gestürmt.

Am 9. April 1945 ist alles vorbei: 700 Jahre deutscher Geschichte gehen zuende. Aus Königsberg wird Kaliningrad, eine russische Stadt mit fremdem Erbe. Fast 50 Jahre liegt bleierne Finsternis über Ostpreußen. Wem GehRt Kaliningrad Das zerstörte Königsberg nach dem Luftangriff im August 1944 (picture-alliance/ dpa) Doch das versunkene Königsberg führt ein Eigenleben und drängt allmählich nach oben. Die Stadt besinnt sich wieder ihrer deutschen Wurzeln – vielleicht, weil auch die Jugend längst intensiver nach Westen als nach Russland blickt.

  1. Die Autorin Margot Litten interessiert sich nicht nur als Journalistin für den Brückenschlag zwischen russischer Gegenwart und ostpreußischer Vergangenheit.
  2. Ihre Familie stammt aus Königsberg.
  3. Und so ist ihre Reise ins ehemalige Ostpreußen auch eine persönliche Spurensuche.
  4. Brief an den Vater «Lieber Vater, Königsberg war immer ein magischer Ort für mich, weil es für Dich ein magischer Ort war.

Eines Tages wollte ich mit Dir in die Stadt Deiner Kindheit und Jugend reisen. Aber die russische Exklave Kaliningrad war für ausländische Besucher gesperrt. Und als es nach 1991 möglich gewesen wäre, warst Du längst tot. Jetzt bin ich – unendlich viel später – alleine hier.

  1. In der Hoffnung, Dir noch einmal nahe zu sein.
  2. In dieser Stadt, die einst Deine Stadt war, und die heute ihre Identität sucht zwischen deutscher Vergangenheit und russischer Gegenwart.» Weiterführende Links zu Königsberg / Kaliningrad Kaliningrad (seit 1946 russisch ́, bis 1946 Königsberg) ist die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad.

Die vormals deutsche Stadt Königsberg wurde als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges unter dem Namen Kaliningrad, wie der gesamte Nordteil Ostpreußens (außer dem Memelland), Teil der Russischen Sowjetrepublik, der größten Unionsrepublik der Sowjetunion. Benannt wurde die Stadt nach dem ehemaligen sowjetischen Staatsoberhaupt Kalinin.

  • Seit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten 1991 ist die Oblast Kaliningrad – von der Erreichbarkeit über die internationalen Gewässer der Ostsee abgesehen – eine Exklave Russlands zwischen Polen und Litauen.
  • Weiterlesen bei Wikipedia Zurück nach Königsberg.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem ostpreußischen Königsberg das sowjetische Kaliningrad.

Heute bringen die Bewohner der Stadt die verdrängte deutsche Vergangenheit wieder ans Licht. Weiterlesen bei ZEIT-Online Weltoffenheit und aufgeklärtes Bürgertum Königsberg war einst das Symbol von Weltoffenheit und aufgeklärtem Bürgertum, die östlichste deutsche Stadt, hier fing Europa an, hier gab es eine alte Universität, und bedeutende Dichter und Denker.

Von den Deutschen wurde diese Vergangenheit nach dem Zweiten Weltkrieg verklärt, von den Russen wurde sie tabuisiert wie ein schmutziges Geheimnis. Fast 50 Jahre lag bleierne Finsternis über dem nördlichen Ostpreußen und über Königsberg, das nun Kaliningrad hieß, benannt nach Kalinin, einem üblen Weggefährten Stalins.

Das deutsche Erbe war eingekapselt, wie eine Fliege in Bernstein. Mein erster Tag in Königsberg beginnt damit, dass ich mir auf dem Kopfsteinpflaster den Knöchel verknackse. Um mich zu trösten, singt Boris, mein russischer Begleiter: Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei.

  1. Der berühmte deutsche Durchhalteschlager.
  2. Auf jeden Dezember folgt wieder ein Mai, trällert Boris weiter, und ich erinnere mich an die Version meiner Eltern: Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, erst stirbt der Hitler und dann die Partei.
  3. Wir lachen und singen und ich staune: Ein Russe aus dem Ural kennt dieses Lied? Das hat mir meine Mama immer vorgesungen, erzählt Boris, abends, beim Einschlafen, sie konnte sonst überhaupt kein Deutsch, nur dieses eine Lied.

Für Boris waren es die ersten deutschen Laute; später hat er sich die Sprache selber beigebracht, so kann er nun deutsche Touristen durch Königsberg führen. Ich liebe meine Stadt, sagt er, ich liebe Königsberg. Ich staune schon wieder. Er sagt Königsberg – und nicht Kaliningrad.

  1. Vielleicht mir zuliebe? Weil ich doch die deutsche Vergangenheit suche wie fast alle Deutschen, die hierherkommen? Dabei haben die Bilder im Kopf mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.
  2. Die Stadt der deutschen Ordensritter, die Stadt der Aufklärung, die Stadt Immanuel Kants existiert nicht mehr.
  3. Als dann 1991 die Sowjetunion zerfiel, kamen die alten Ostpreußen in Scharen zu Besuch in die verlorene Heimat, meist war es ein tränenreiches Wiedersehn, aber es gab auch Momente der Euphorie Wenn jemand sein Elternhaus wiederfand, am Spielplatz die alte Kinderschaukel, oder die Rosen im Park.

Edwin Schreiner, der in seiner Kindheit einige Jahre hier gelebt hat und jetzt wieder zu Besuch ist, erinnert sich: «Wir haben auf den Hufen gewohnt, im Westen der Stadt, das ist die schönste Wohngegend, wie ja in vielen Städten in Deutschland, direkt am neuen Schauspielhaus, das stehengeblieben ist, und auch jetzt als imposanter Bau renoviert wieder da steht, ganz in der Nähe des Zoos.

Es ist uns materiell sehr gut gegangen, wir sind ins Theater gegangen, ins Kino, wir haben große Reisen gemacht nach Masuren und auf die Kurische Nehrung, wir waren sehr oft dort in den Ferien in Kunzen, den Ort gibt’s nicht mehr, während sonst alles erhalten geblieben ist auf der Kurischen Nehrung im Gegensatz zu Königsberg, das ja wahnsinnig zerstört war, aber unser Viertel gut weggekommen ist.» 1992 – das war verheerend damals «Die Stadt war noch ganz in Trümmern, der Dom da standen nur die Wände, es gab kein Dach, die hatten gerade angefangen, notdürftig ein Dach zu konstruieren und inzwischen ist er vollständig wieder aufgebaut.

Ich konnte da auch was spenden, anlässlich meines 70. Geburtstages kam eine erkleckliche Summe zusammen, und ich bin also auch einer, der ein bisschen im Dach des neuerrichteten Domes verewigt ist.» Zuerst vorsichtig und dann immer entschiedener drängte das versunkene Königsberg nach oben. Wem GehRt Kaliningrad Orgel im Königsberger Dom (dpa) Arthur Sarnitz und sein Mut zum Träumen Altstadt Projekt (Königsberg) – hier finden Sie viele Videoanimationen über das alte Königsberg Zumindest virtuell existiert das alte Königsberg wieder in seiner ganzen Pracht. Arthur Sarnitz zeigt mir den Film in seinem Büro das Schloss, die Albertina Universität neben dem Dom, die alten Bürgerhäuser, die historischen Gassen.

Ich kenne die Bilder aus dem Fotoalbum, es ist das Königsberg meines Vaters, meiner Großeltern. Die Vergangenheit lebt, für einen Moment. Dann fallen mir wieder die komplizierten Besitzverhältnisse im heutigen Kaliningrad ein. Etwa, dass da, wo einst das Königsberger Schloss stand, heute ein Monster thront: Die berühmteste Bauruine der Stadt, das in den Siebziger Jahren begonnene und aufgrund statischer Probleme nie fertiggestellte «Haus der Räte».1967 war das zerbombte Schloss, in dessen Keller sich womöglich das Bernsteinzimmer befand, auf Befehl Breschnews gesprengt worden.

Man nimmt an, dass der Untergrund dadurch instabil wurde, der 16-stöckige Bau geriet in Schräglage, die Arbeiten wurden eingestellt. Knapp 30 Jahre später – 2003 – verscherbelte die Stadt Kaliningrad den halbfertigen Betonklotz an einen Moskauer Unternehmer, für den eher symbolischen Preis von umgerechnet 214.000 Euro.

Der Investor wollte die 32.000 Quadratmeter in ein Büro- und Geschäftszentrum umwandeln, doch seinen Worten folgten keine Taten. Eine Klage der neuen Gebietsregierung gegen ihn scheiterte; der umstrittene Verkauf konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. So steht das Gebäude – inzwischen blau-weiß getüncht – bis heute auf dem historischen Schlossplatz und rottet vor sich hin.

Ein Abriss ist aufgrund der Besitzverhältnisse derzeit unmöglich. Arthur Sarnitz lässt sich von solchen Realitäten nicht unterkriegen. Wer keinen Mut zum Träumen hat, zitiert er, hat auch keine Kraft zum Kämpfen. Er hat, so scheint es, beides: «Natürlich ist das ein gigantisches Projekt, weil erstmal alle Nachkriegsbauten weg müssen.

Und natürlich würde alles Unsummen verschlingen, aber wir dürfen nicht nur von Geld reden; wenn die Menschen, die hier leben, das alte Königsberger Zentrum wirklich wollen, dann werden sie es bekommen. Wenn das sozusagen common sense ist, werden wir auch das Geld dafür auftreiben. Und das neue Königsberg wird ein Teil Europas sein.» Keine Stadt hält es auf Dauer aus, ohne Gedächtnis zu leben Der Organist Artjom Kataturov: «Wenn wir was Historisches aufbauen wollen, müssen wir uns fragen: Warum eigentlich? Was wird in diesen alten Häusern – diese alte Stadt hat ganz enge Straßen und unsere russische Mentalität liegt nicht in dieser Stadt, wir wollen immer Auto fahren und breite Straßen und parken, das kann man in St.

Petersburg sehen.» «Also, Sie meinen, die Russen wollen breite Straßen, Auto fahren et cetera?» «Ja. Ich denke sowas ist Quatsch, etwas Historisches wieder aufzubauen, und andere Sache ist: im Kulturaspekt, das ist eine Katastrophe. Unsere Kultusministerin hat keine Meinung und versteht nichts.» Zumindest der Dom – Backsteingotik, 14.Jahrhundert – ist ein Besuchermagnet auch für junge Russen.

  • Wahrscheinlich deshalb, weil das Gebäude heute eine Konzerthalle ist.
  • Die Orgel dort ist die größte Russlands, ein Meisterwerk der Potsdamer Firma Schuke.
  • Eine Stadt hält es auf Dauer aus, ohne Gedächtnis zu leben.
  • Und längst wissen es die Kaliningrader: Unterm Pflaster liegt der Kant.
  • Doch nicht nur Artjom Chatschaturow fragt sich, ob die bloße Rekonstruktion alter Bausubstanz wirklich immer sinnvoll ist.

Man denke nur an die Diskussion um das Berliner Stadtschloss. Wie lassen sich in einem rekonstruierten Palast die Räume neu interpretieren? Wie kann man ein historisches Disneyland vermeiden? Solchen Fragen mussten sich auch die Teilnehmer des internationalen Architektur-Wettbewerbes stellen, der 2015 in Königsberg stattfand.39 Büros hatten ihre Pläne eingereicht.

Es ging dabei weniger um konkrete Entwürfe, als vielmehr um grundsätzliche Entscheidungen: Soll das Schloss tatsächlich wieder aufgebaut werden? Wie kann das Ufer des Pregel für Investoren interessant werden? Wie viele Straßen soll es in der Altstadt künftig geben? Gewinner war eine Architektengruppe aus Sankt Petersburg – ihr Plan sieht vor, statt des Schlosses das sowjetische «Haus der Räte» zu rekonstruieren, und daraus einen modernen, öffentlichen Raum zu schaffen mit einem Konzertsaal und einem Museum für moderne Kunst.

Sie wollen zudem die Altstadt «wiederbeleben», neue Viertel «in historischer Anmutung» bauen, mit Cafés und Geschäften. Laut dem Bürgermeister von Kaliningrad sollten sämtliche Projekte mit den Einwohnern der Stadt diskutiert werden. «Aus den besten Entwürfen werden wir dann einen machen, der allen gefällt».

  1. Wenn es denn so einfach wäre, sagt Artjom.
  2. Bis jetzt ist nichts passiert, und ich wette, auch die nächsten 10 Jahre passiert nichts jedenfalls nichts Gutes.» Die Orgeln des Königsberger Doms sind eine viermanualige Hauptorgel mit 90 Registern und eine zweimanualige Chororgel mit 32 Registern, die in den Jahren 2006 und 2007 durch die Werkstatt Alexander Schuke Potsdam Orgelbau in Kaliningrad gebaut wurden.

Artjom Chatschaturow spielt die Königsberger Domorgel – Youtube, 2018 Was bleibt? Königsberg ist tot aber trotzdem ist dieser fremde Ort mehr als nur das sowjetische Kaliningrad, findet Boris, mein russischer Begleiter. Und ich muss an Marion Gräfin Dönhoff denken, die große Publizistin und Herausgeberin der ZEIT, die einst auf Schloss Friedrichstein, nahe Königsberg, gelebt hatte.

Das Schloss gibt es nicht mehr. Wo es stand, wächst heute Gras. In den 90iger Jahren kehrte die Gräfin zu Besuch in die alte Heimat zurück und sagte, nach ihren Gefühlen befragt, den weisen Satz: «Vielleicht ist dies der höchste Grad der Liebe: zu lieben, ohne zu besitzen.» «Lieber Vater. Die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können,

wie oft hast Du Jean Paul zitiert. So gesehen ist es vielleicht gut, dass Du Deine alte Heimat nie mehr wiedergesehen hast. Und ich werde Dir einfach nur von den schönen Dingen erzählen, die mein Herz berührt haben – von den alten Alleen, den Sanddünen an der Kurischen Nehrung, dem hohen Himmel, dem gewaltigen Blau, aber auch von den Menschen, die ich hier getroffen habe, von Artjom, Sergjev und Boris, der mich Marjellchen nennt, und mit dem ich auf die deutsch-russische Freundschaft angestoßen habe.

Städte versinken, anderswo entsteht Neues, unvergänglich ist die ostpreußische Landschaft, ihre Farben, ihr Licht. Und dieses Gefühl, darin geborgen zu sein. Vielleicht sind es diese Momente, die uns für immer verbinden – über die Zeiten hinweg.» (Marion Gräfin Dönhoff) Buchtipps (u.a. verwendete Literatur in der 2.

Stunde der Langen Nacht) Max Fürst: Gefilte Fisch. Eine Jugend in Königsberg, Carl Hanser Verlag 1975 Eine Mutter kämpft gegen Hitler – Von Irmgard Litten / Mit einem Nachwort von Heribert Prantl. Verlag ars vivendi Denkmalsfigur, Biographische Annäherung an Hans Litten 1903-1938.

  • Von Knut Bergbauer / Sabine Fröhlich / Stefanie Schüler-Springorum / erschienen im Wallstein Verlag Hans Litten war einer der prominentesten Strafverteidiger der untergehenden Weimarer Republik.
  • In politischen Prozessen kämpfte er gegen den Terror von rechts, und geriet dabei immer mehr in die Schusslinie der Nazis.

Seine Biografie ist eine deutsche Lebensgeschichte, die mit der jüdischen Jugendbewegung in Ostpreußen begann und 1938 im Konzentrationslager Dachau endete. Hitlerrede: «Es wird einmal die Zeit kommen, da werden Sie alle zurückdenken mit einer stolzen Freude an diese Jahre des Ringens und des Kämpfens für dieses neue Deutschland.

Und jede einzelne von Ihnen wird dann mit einer Freude ihren kleinen Orden ansehen und wird sich sagen, damals bin ich auch dabei gewesen, und ich habe mitgeholfen. Dann wird das Ihre schönste Erinnerung sein, daß Sie in dieser großen Zeit der deutschen Wiedergeburt und der deutschen Erhebung Ihren Kampf mit für unser deutsches Volk gekämpft zu haben.» Die Weimarer Republik ist Anfang der dreißiger Jahre nur noch ein politisches Kartenhaus.

Mehr als fünf Millionen Menschen sind arbeitslos. Die Woge von Elend und Verzweiflung spült die Faschisten immer weiter nach oben. Bei den Wahlen im September 1930 erringt die NSDAP 13,7 Millionen Stimmen und damit 107 Sitze im Reichstag. Braune Horden verunsichern Berlin, der Kampf zwischen rechts und links explodiert in Gewalt und erschüttert die ohnehin brüchigen Fundamente der Republik.

  • Hoppla, wir leben, heißt der tägliche Schlachtgesang.
  • Im Berliner Tanzpalast Eden können die kleinen Leute den bedrückenden Alltag für ein paar Stunden vergessen.
  • Die Stimmung ist gut an diesem Samstagabend im November 1930.
  • In einem Nebenraum des Lokals hält der Arbeiter – Wanderverein «Falke» gerade eine Versammlung ab, als plötzlich Schüsse fallen.

Schreie. Panik. SA stürmt das Lokal: Schlagt die linken Hunde tot! Blutüberströmt brechen mehrere junge Männer zusammen. Die eilends alarmierte Polizei lässt sich Zeit mit den Ermittlungen, sodass von den rund 40 am Überfall beteiligten SA-Leuten nur noch vier festgenommen werden können.

Im April 1931 beginnt der Eden-Palast Prozess. Nebenkläger der verletzten Arbeiter ist Hans Litten, trotz seiner Jugend bereits einer der bekanntesten und profiliertesten Anwälte Berlins. Es gelingt ihm, Adolf Hitler als Zeugen vor Gericht zu zitieren und ihn der faktischen Mittäterschaft an Überfällen des gefürchteten SA-Sturms 33 zu überführen.

Der «Eden-Palast»-Prozess wird in die Rechtsgeschichte eingehen – doch Hans Littens Triumph ist zugleich sein Todesurteil. Weiterführende Links zu Hans Litten Das Hans-Litten-Archiv Mehr über das Leben von Hans Litten finden Sie hier und bei Wikipedia Eine » Biographische Annäherung » an den Berliner Rechtsanwalt Hans Litten erinnert an das Leid eines im KZ gefolterten Juristen.

Nachlesen Rot war nicht gleich Braun, Nachlesen bei ZEIT-ONLINE Buchtipps (u.a. verwendete Literatur in der 3. Stunde der Langen Nacht) Hans Graf von Lehndorff : Ostpreußisches Tagebuch, Aufzeichnungen eines Arztes aus den Jahren 1945 – 1947 / erschienen bei DTV Frido Mann: Mein Nidden / S. Fischer Verlag Thomas-Mann Festival in Nida Vom 13.07.-23.07.2019 findet das 23.

Thomas-Mann Festival in Nida statt. Unter dem Motto «Europa der Heimaten» bietet das Festivalprogramm Konzerte, Kunstausstellungen, Literaturnachmittage und Filmnächte. Weitere Informationen Als Fisch im Trockenen Ein Fisch im Wasser – sagt man – hat kein Empfinden für die Schönheit seines Sees.

So ging es vielen Ostpreussen, die sich erst in der Fremde – sozusagen als Fisch im Trockenen – des Zaubers dieser Landschaft bewusst wurden. In der 3. Stunde der Langen Nacht lassen wir uns vom alten Königsberg erzählen, von der Bernsteinküste und der Kurischen Nehrung – einer Landschaft von gestern im Licht von heute.

Hans Graf von Lehndorff in seinem Ostpreussischen Tagebuch «Die Vorboten der Katastrophe machten sich bereits in den letzten Junitagen 1944 bemerkbar; leichte, kaum ins Bewusstsein dringende Stöße, die das sonnendurchglühte Land wie von fernem Erdbeben erzittern ließen.

Und dann waren die Straßen auf einmal überfüllt mit Flüchtlingen aus Litauen, und herrenloses Vieh streifte quer durch die erntereifen Felder, dem gleichen unwiderstehlichen Drang nach Westen folgend. Noch war es schwer zu begreifen, was da geschah, und niemand durfte es wagen, seinen geheimen Befürchtungen offen Ausdruck zu geben.

Aber als der Sommer ging und die Störche zum Abflug rüsteten, ließ sich das bessere Wissen von dem, was bevorstand, nicht länger verborgen halten. Überall in den Dörfern sah man Menschen stehen und zum Himmel starren, wo die großen vertrauten Vögel ihre Kreise zogen, so als sollte es diesmal der letzte Abschied sein.

Und jeder mochte bei ihrem Anblick etwa das gleiche empfinden: Ja, ihr fliegt nun fort! Und wir? Was soll aus uns und unserem Land werden?» Der zweite Weltkrieg hat in Ostpreussen alles total verändert Alles hat sich geändert: Staatsangehörigkeiten, Städtenamen, Architektur, Menschen und die Sprache.

Nur die Natur blieb wie sie war: Eine Welt aus Wasser, Wald und Sand, aus traumverlorenen Dörfern und weiten Alleen. «Und die Meere rauschen / Den Choral der Zeit / Elche stehn und lauschen / In die Ewigkeit», heißt es im Ostpreußenlied. Noch immer gibt es Elche auf der Kurischen Nehrung, acht Exemplare sollen es allerdings nur noch sein, nach russischer Auskunft, dazu Hirsche, Füchse, Störche, viele Vogelarten.

Und Dünen, die höchsten Europas – ostpreußische Sahara wurde die Nehrung deshalb einst genannt. Es waren Zauberberge, die Häuser und sogar ganze Dörfer unter sich begruben. Thomas Mann und Ostpreußen in den 1930er Jahren «Die phantastische Welt der Wanderdünen, die von Elchen bewohnten Kiefern- und Birkenwälder zwischen Haff und Ostsee, die wilde Großartigkeit des Strandes haben uns so ergriffen, dass wir beschlossen, an so entlegener Stelle einen festen Wohnsitz zu schaffen», schwärmte einst Thomas Mann über jene sagenumwobene Landzunge vor Ostpreußen.

Ihre wechselvolle Geschichte – hin- und hergerissen zwischen Deutschem Reich, Sowjetherrschaft und der Unabhängigkeit Litauens – führte dazu, daß sie nach dem Zweiten Weltkrieg fast ein halbes Jahrhundert unerreichbar war. Doch nach 50 Jahren Einsamkeit sucht die Kurische Nehrung einen neuen Anfang.

  1. In Nidden – dem heutigen Nida – dem Sommerrefugium der Familie Mann Anfang der Dreissiger Jahre, scheint er bereits gelungen.
  2. Alles ist weglos, nur Sand, Sand und Himmel», schrieb Thomas Mann über diese Landschaft zwischen Meer und Haff.
  3. Mit dem Geld, das ihm der Literaturnobelpreis eingetragen hatte, ließ der Schriftsteller in Nidden auf einer Anhöhe – dem sogenannten «Schwiegermutterhügel» – ein Feriendomizil für die Familie errichten, im Stil der rotbraun und blau gestrichenen Fischerhäuser mit ihren Reetdächern und den gekreuzten Pferdeköpfen am Giebel.

Von seinem Arbeitszimmer aus konnte Thomas Mann seinen geliebten «Italienblick» aufs Haff genießen. «Es gibt dort eine Kiefernart, Pinien ähnlich. Die weiße Küste ist schön geschwungen, man könnte glauben, in Nordafrika zu sein.» In diesem Arbeitszimmer und im eigens importierten Strandkorb verfasste Thomas Mann die Romantrilogie «Joseph und seine Brüder».

  • Wie auf einem Schiff» hatte er sich in seinem Haus gefühlt.
  • Und tatsächlich kann man die drei Sommer, die die Manns in Nidden verbrachten, als eine Art Vor-Exil sehen, denn die Gespenster des Nationalsozialismus hatten bereits auch die Kurische Nehrung erreicht; eines Morgens fand Thomas Mann ein halb verkohltes Exemplar der «Buddenbrooks» am Gartentor.1932 protestierte der Schriftsteller in Nidden öffentlich gegen die ersten blutigen Übergriffe der SA in Königsberg.

Als er daraufhin bedroht wurde, verließen die Manns im September 32 die Kurische Nehrung – für immer. Das Thomas-Mann-Haus in Nida 1929 kam Thomas Mann nach Nida/Nidden auf die Kurische Nehrung. In dieser «Sahara des Nordens» ließ er sich ein Sommerhaus mit Blick auf das Haff und das Memeldelta bauen.

  • Der Nobelpreisträger wurde zum Symbol des schwierigen Verhältnisses zwischen Deutschen und Litauern im Memelland.
  • Thomas Mann, der deutsche Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger kam 1929, wie er selbst behauptete, als einer der typischen Westdeutschen, die Ostpreußen nur selten besuchten, nach Königsberg.

Er war von der Goethe-Gesellschaft der Stadt eingeladen worden. Nach den Lesungen in Königsberg reiste er mit seiner Familie weiter nach Rauschen (heute Svetlogorsk), um sich dort zu erholen. Im beliebten Kurort erhielt er ein Angebot von Freunden, mit einem Dampfboot die Kurische Nehrung zu besuchen.

  • Er verbrachte einige Tage in Nida, auf deutsch Nidden.
  • Dieser Ort beeindruckte ihn so sehr, dass er beschloss, sich hier ein Sommerhaus bauen zu lassen.
  • Weiterlesen bei der Bundeszentrale für Politische Bildung Nida (deutsch Nidden ) ist eine Ortschaft in Litauen und Sitz der Gemeindeverwaltung der Gemeinde Neringa auf der Kurischen Nehrung an der Ostsee.

Der Ort befindet sich auf der Haffseite der Nehrung. Mehr bei Wikipedia Ein kulinarisches Highlight waren natürlich auch die Königsberger Klopse Bis heute schwärmen alte Ostpreußen von den berühmten Hackbällchen, die angeblich der Philosoph Immanuel Kant hoffähig gemacht hatte, und die ihren Siegeszug dann im 19.

Jahrhundert durch die sogenannten Mamsellen erlebten, die als Küchenhilfen nach Berlin kamen. Im «Universal-Lexikon der Kochkunst» von 1886 heißt es: Die Klöße aus gehacktem Rind- und Schweinefleisch werden direkt in einer hellen, mit Wein, Essig, Sardellen, Zitrone, Kapern und feinem Senf abgelöschten Einbrenne gekocht.

Serviert werden sie mit Sahnesauce, Salzkartoffeln und Roter Beete. Die Kurische Nehrung «Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebenso gut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll», schrieb einst Wilhelm von Humboldt.

  • Die Worte des preußischen Gelehrten haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren.
  • Entstanden ist die Kurische Nehrung vor etwa 7.000 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit.
  • Die schöne Riesin Neringa – so erzählt es die Sage – wollte die Fischer vor den tosenden Wellen der Ostsee schützen und trug deshalb in ihrer Schürze Sand herbei, den sie vor der Küste zu einem Schutzwall aufschüttete.

Die Wirklichkeit ist etwas prosaischer: Die Nehrung entstand aus einer Reihe von Endmoränenhügeln, an die der Westwind über Jahrhunderte Sand wehte und so eine Landzunge von fast 100 Kilometern Länge und knapp 400 Metern Breite schuf. Anpflanzungen gaben der Kurischen Nehrung nach und nach Halt, Elche, Braunbären und eine einzigartige Vogelwelt siedelten schließlich auf dem schmalen Biotop.

Doch dann traten die Ordensritter, die Fürsten und Lehnsherren auf, und ließen die Wälder abholzen, für bessere Verkehrswege, für die Jagd und zur Holzgewinnung. Zu spät merkten sie, daß sie sich damit selbst den Ast absägten, auf dem sie saßen. Denn wo die Bäume verschwanden, kam Flugsand angeweht, der sich zu monströsen Wanderdünen auftürmte.

Die Menschen erwachten morgens in ihren Betten mit Sand auf der Zunge, Felder wurden verschüttet, 14 Fischerdörfer hat der Sand im Lauf der Zeit ganz unter sich begraben. Erst Ende des 19. Jahrhunderts brachte ein baltischer Forstmeister mit einer behutsamen Dünenbepflanzung die wandernden Riesen allmählich zum Stillstand.

  1. Heute sind die Dünen an der Kurischen Nehrung eine touristische Attraktion – doch damit ergibt sich ein neues Problem, wie Bernd Schimpke erklärt: «Die Landschaft ist ja sehr fragil, und sie kann eigentlich so viele Menschen garnicht verkraften.
  2. Wenn Sie bedenken, die Düne in Nidden war noch in den 30-iger Jahren 62 Meter hoch, heute hat sie von ihrer Macht und ihrer Gewalt vieles verloren, und sie ist nur noch vielleicht 50 Meter hoch, weil die Leute hochgehen, obwohl es verboten ist.

Weil dann Schulklassen kamen, da sind die Kinder runtergerutscht und die nehmen natürlich immer wieder Sand mit nach unten und der baut sich oben nicht mehr auf und dadurch isses immer weniger geworden, es gibt ja keinen Nachschub mehr, der Wald bremst den Nachschub von der Ostsee, so dass die Düne nicht mehr wachsen kann, beziehungsweise sich auch nicht mehr regenerieren kann.

Wenn ich davorstehe, vor dieser Düne heute, dann seh ich immer nur wie sie früher war von den Bildern her, und dann ist man natürlich traurig, wie sich das verändert alles.» Die größte Belastung für den Ort, für die Natur, die Düne, sind die Kreuzfahrtschiffe, denn inzwischen fahren viele Kreuzfahrtschiffe in die östliche Ostsee, und dann machen ja die Kreuzfahrer ihre Ausflüge, und die meisten buchen den Ausflug dann nach Nidden, und dann kommen bis zu acht Autobusse, in jedem Bus so circa 40 bis 50 Leute, und die fahren alle zur Düne hin, und dann anschließend in den Ort, da essen sie vielleicht noch ‘ne Kleinigkeit, und die Gemeinde macht sich jetzt Gedanken, wie können wir das begrenzen beziehungsweise regulieren.

Dieser Kreuzfahrttourismus ist ‘ne große Belastung für den Ort Nidden geworden.1989, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, hat Hans Jürgen Kutschinski zum ersten Mal wieder die Kurische Nehrung besucht. «Ich muss sagen, es hatte sich kaum verändert, genauso wie man es verlassen hatte, zumindest die Natur, die Orte selbst waren in einem erbärmlichen Zustand, also das sah teilweise ganz schlimm aus, das hat einen Schock gegeben. Wem GehRt Kaliningrad Vor den herannahenden Truppen der Roten Armee flohen im Winter 1944/45 große Teile der ostpreussischen Bevölkerung aus dem Samland und um die Stadt Königsberg über das zugefrorene Frische Haff in Richtung Danzig. (picture alliance / dpa / Krause) CD – Tipp Irmgard Litten: Trotz der Tränen,

  1. Gelesen von Patricia Litten.
  2. Uccello Verlag, ohne Jahr.3 CDs / ISBN 978- 3-937337-51- Mehr auf der Website des Uccello Verlags Zur Suche springen Seit dem Tag der Verhaftung ihres Sohnes Hans unternahm sie alles Menschenmögliche, um ihn zu befreien oder zumindest seine Haftbedingungen zu verbessern.
  3. Ihre Hartnäckigkeit führte sie bis in die Spitzen des NS Regimes aber auch zu kulturellen Größen wie Wilhelm Furtwängler und Emmy Sonnemann, der späteren Ehefrau von Göring.

Irmgard Litten kämpfte bis zum bitteren Ende. Sie organisierte Beistand für Hans und internationale Solidarität. Die Erfahrungen dieser Zeit hat sie in ihrem Buch «Beyond Tears» zusammengefasst, es erschien bereits 1940 in USA, England, Mexico, China und Frankreich.

Mehr über Irmgard Litten auf der Hans-Litten – Website des Uccello Verlags Irmgard Litten (geborene Wüst; * 30. August 1879 in Halle (Saale); † 30. Juni 1953 in Ost-Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin. Nach dem Selbstmord von Hans Litten im Konzentrationslager Dachau ging sie über die Schweiz und Paris in die Emigration nach Großbritannien.

Dort schrieb sie ihren Bericht über das Schicksal ihres Sohnes und die Zustände in den deutschen Konzentrationslagern. Er wurde 1940 kurz vor der Niederlage Frankreichs unter dem Titel «Die Hölle sieht dich an» zum ersten Mal auf Deutsch in Paris veröffentlicht.

  • Im gleichen Jahr erschien er unter dem Titel «A mother fights Hitler» in England und kurz darauf unter dem Titel «Beyond tears» in den Vereinigten Staaten von Amerika.
  • Im Jahr darauf wurde er zum ersten Mal in Spanisch als «Una madre contra Hitler» publiziert.
  • In Deutschland wurde ihr Bericht seit 1947 auch unter dem Titel «Eine Mutter kämpft gegen Hitler» mehrfach veröffentlicht.

Weiterlesen bei Wikipedia Musikliste 1. Stunde Titel: Romanze Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Chertkov waltz Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Holy of holies Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Yasnaya polyana Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Morning song Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: The return Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Pastorale Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: Secrets Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD-6998 Titel: The journey Interpret: The Hermitage Music Academy Orchestra Komponist: Sergey Yevtushenko Label: Varese Sarabande Records Best.-Nr: VSD 6998 Plattentitel: The Last Station Titel: Tatjana Interpret: Wassiljewski, Peter Komponist: M.

Marjanowskij Label: Leschenko Orchester Plattentitel: Russischer Tango Titel: Kossack Interpret: Pelagea Komponist: N.N. Label: Unsere Stimme-Trikont 2. Stunde Titel: Wosle Lesa Interpret: Wassiljewski, Peter Komponist: Y. Prigozhsky Label: Leschenko Orchester Plattentitel: Russischer Tango Titel: Melodie in F für Klavier, op.3 Nr.1.

Bearbeitet für Salonorchester Ensemble: I Salonisti Komponist: Anton Rubinstein Label: Harmonia Mundi Best.-Nr: 1695132 Titel: Gräser im Wind Interpret: Technicolor Dream Komponist: Jürgen Dahmen, Andreas Wagner Label: BEVISION Best.-Nr: BE 0702 Titel: An den langen Fjorden Interpret: Tobias Bösel Komponist: Tobias Bösel, Siegfried Rolletter Label: SharpToneRecords Best.-Nr: STR077 Plattentitel: Filmmusik Highlights, Vol.2 Titel: Jubiläum Interpret: Tobias Bösel Komponist: Tobias Bösel, Siegfried Rolletter Label: SharpToneRecords Best.-Nr: STR077 Plattentitel: Filmmusik Highlights, Vol.2 Titel: Hoppla, wir leben Interpret: Gisela May Komponist: Ottmar Gerster Label: Bear Family Records Best.-Nr: BCD16064-7&8 Plattentitel: Die May (CD 7: singt Chansons, Lieder, Songs und Balladen Titel: Ännchen von Tharau Interpret: Fred Schultheiss und die Fidelios Komponist: Friedrich Silcher Label: BAIERLE RECORDS Best.-Nr: CD 1735 Titel: Land der dunklen Wälder Interpret: Bläserquartett des Kammerorchesters Kurt Graunke Komponist: Jarczyk Herbert Plattentitel: Bläser-Quartett Titel: Golfstrom Interpret: Franz Thon mit seinen Tanz-Rhythmikern Komponist: Helmuth Wernicke Label: PUMPKIN PIE RECORDS Best.-Nr: 02504 Titel: Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 C-Dur, op.15, 2.

  • Satz: Largo Solist: Michael Roll (1946-)(Klavier) Orchester: Royal Philharmonic Orchestra Dirigent: Howard Shelley Komponist: Ludwig van Beethoven Label: DOCUMENTS Best.-Nr: 222808-203 3.
  • Stunde Titel: aus: Sonate für Klavier c-Moll, op.111, 2.
  • Satz: Arietta.
  • Adagio molto semplice e cantabile Solist: Salomon (Klavier) Komponist: Ludwig van Beethoven Label und Best.-Nr: keine Titel: aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr.3 c-Moll, op.37, 1.

Satz: Allegro con brio Solist: Arthur Rubinstein (1887-1982)(Klavier) Orchester: London Philharmonic Orchestra Dirigent: Daniel Barenboim Komponist: Ludwig van Beethoven Label: Dutton Epoch Best.-Nr: CDLX 7345 Titel: aus: Musik zum Film «Der Fall von Berlin», op.82.

Was ist von Königsberg übrig?

Im Feuerball verglüht – Erst an den zweiten Angriff der Briten, den ich als Kleinkind miterlebte, habe ich vage Erinnerungen: Wie ich mit zweieinhalb Jahren in meinem Bettchen liege, den braunen Teddy im Arm, und verschreckt auf das Fenster starre. Dahinter geschieht Unheimliches: ein glutlodernder Himmel, durch den Funkenschwärme stieben, dazu ein schreckliches Geheule von Alarmsirenen.

  1. Es ist die Nacht, in der Königsberg stirbt.
  2. Am frühen 30.
  3. August 1944 verglüht die ostpreußische Hauptstadt im Feuerball der Phosphorbomben.
  4. Dieser Angriff der Royal Air Force mit 650 Bombern, ohne Erdsicht im Planquadrat über einer geschlossenen Wolkendecke fliegend, hat das dichtbesiedelte Zentrum im Visier.

Nach dem Feuersturm der Spreng- und Brandstrahlbomben ist von Kants «schicklicher» Stadt nicht mehr viel übrig. Das historische Königsberg mit seiner jahrhundertealten preußischen Kultur ist ausgelöscht. Dom, Hohenzollernschloss, Universität, Kirchen, die klassizistischen Gebäude und die alten Speicher am Hafen sind nach dem Flammenmeer nur noch ausgebrannte Ruinen.

  1. Die Zahl der Toten wird auf rund 4500 geschätzt, an die 200.000 Königsberger sind obdachlos.
  2. Ich lebe damals mit meiner Mutter, einer Schauspielerin, im Waldvorort Metgethen, der von dem Inferno verschont bleibt.
  3. Am Morgen nach der Schreckensnacht steht mein Großvater auf dem Hof vor dem Haus.
  4. Verdreckt und schwarz im Gesicht wie ein Schornsteinfeger.

Neben ihm ein Handwagen mit Koffern. «Das ist alles, was ich noch retten konnte», sagt der erschöpfte Mann und fällt seiner Tochter weinend in die Arme. Das Familienhaus auf dem Hintertragheim im Zentrum der Stadt ist von einer Bombe getroffen worden und ausgebrannt.

  • Den Handwagen kenne ich gut.
  • Auf ihm habe ich mit dem Großvater schon manche Spazierfahrt gemacht.
  • Hinter diesem «Terrorgroßangriff der britischen Luftgangster» stecke das «nackte Verlangen nach Mord», schäumt die «Königsberger Allgemeine Zeitung» in einer Notstandsausgabe.
  • Doch, so heißt es weiter, die Absicht der «Feinde», «mit diesen Angriffen auf unsere Gauhauptstadt den Bolschewiken besondere Hilfsstellung zu leisten, wird sich nicht verwirklichen».

Stalins 3. Weißrussische Front bereitet da bereits den Angriff auf Ostpreußen vor. Sieben Monate danach setzt eine sowjetische Übermacht von 240.000 Soldaten zum «Sturm auf das faschistische Räubernest» an. Die deutschen Verteidiger der «Festung Königsberg» können demgegenüber nur noch 10.000 Mann aufbieten, denen es an Waffen und Munition mangelt.

  1. Der General Otto Lasch kapituliert, viel zu spät, am 9.
  2. April 1945.
  3. Von den etwa 125.000 Zivilisten und Flüchtlingen, die noch immer in Kellern und Luftschutzräumen der belagerten Stadt ausharren, weil sie nicht rechtzeitig evakuiert werden durften, kommt bei den Kampfhandlungen ein Viertel ums Leben, wenn nicht mehr.

Die Überlebenden sind danach dem Abrechnungsterror der Besatzungsmacht ausgesetzt, mit unzähligen Vergewaltigungen, grausamen Ausschreitungen und Erschießungen. Keine größere deutsche Stadt wurde durch Krieg und Nachkriegszeit dermaßen zerstört wie Königsberg, fand die Publizistin Marion Gräfin Dönhoff, die ganz in der Nähe auf Schloss Friedrichstein aufwuchs.

Und keine sei so «in ihrer Geschichtlichkeit getroffen» worden. Heute heißt das frühere Königsberg Kaliningrad, benannt nach einem Vasallen Stalins, und es gehört mit dem nördlichen Ostpreußen seit Kriegsende zu Russland. Jahrzehntelang als militärische Sperrzone in bleierner Finsternis, seit der Implosion der Sowjetunion nunmehr Moskaus isolierter Vorposten an der Ostsee.

Eine von den EU- und Nato-Mitgliedern Polen und Litauen umklammerte Exklave, die Selbstzweifel und Zukunftsängste plagen. Denn diese russische Insel mit knapp einer Million Einwohnern ist weit von Russland entfernt. Über 1000 Kilometer von der Kommandozentrale Moskau, aber bloß 530 Kilometer von Berlin, dem Ziel heimlicher Sehnsüchte der Jungen, die nach Westen, nach Europa streben.

Russlands westlichste, immens korrupte Stadt ist noch immer auf der Suche nach sich selbst. Sie kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine, leidet unter ihrer Lage wie kaum ein zweiter Ort im Imperium des Wladimir Putin. Die Zukunft des Kaliningrader Gebiets, so mutmaßen Autoren einer EU-Studie wohl zu Recht, erfordere die Abwendung von der klassischen Realpolitik nationaler Souveränität hin zu einem «post-souveränen Weg».

Das wäre der Stadt am Pregel zu wünschen. Doch all dies muss langsam wachsen, man darf es nicht erzwingen wollen. : Zweiter Weltkrieg: Königsberg 1944