Wem Darf Die Krankenkasse Auskunft Geben?

Wem Darf Die Krankenkasse Auskunft Geben
Krankenkassen, Unfallver- sicherungsträger, Renten- versicherungsträger und Versor- gungsämter bei Ärzten und Kran- kenhäusern Auskünfte über Versi- cherte an. Hierbei müssen Ärztin- nen und Ärzte ihre Schweigepflicht beachten, die grundsätzlich auch ge- genüber Sozialversicherungsträ- gern besteht.

Wer bekommt Auskunft bei der Krankenkasse?

Auskunftsansprüche in der gesetzlichen Krankenversicherung Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung wird auf Grund immer weitergehender medizinischer Möglichkeiten mehr und mehr zum Problem. Fast täglich spielt dieses Thema in Politik oder Medien eine Rolle.

Doch welche Kosten entstehen wirklich bei einer Behandlung? Es ist wohl den wenigsten gesetzlich Krankenversicherten bekannt, dass sie einen Auskunftsanspruch über die von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten haben. Ein solcher Anspruch besteht jedoch nach § 305 SGB V sowohl gegenüber der Krankenkasse als auch gegenüber dem behandelnden Vertragsarzt und dem Krankenhaus.

Die Auskunftspflicht der Krankenkassen setzt einen Antrag voraus und ist beschränkt auf das dem Antrag vorangehende Geschäftsjahr. Die Daten erhalten die Krankenkassen von der Kassenärztlichen Vereinigung (in einer Form, die eine Kenntnisnahme der Krankenkassen ausschließt) und leiten diese an den Versicherten weiter.

Der Auskunftsanspruch bezieht sich nur auf die persönlich in Anspruch genommenen Leistungen und umfasst nicht Auskünfte über die Leistungen für Familienangehörige. Auch ein Anspruch auf Mitteilung der Diagnosen besteht nach dieser Vorschrift nicht. Die behandelnden Vertragsärzte haben die Versicherten auf Verlangen schriftlich in verständlicher Form, direkt im Anschluss an die Behandlung oder mindestens quartalsweise spätestens vier Wochen nach Ablauf des Quartals, in dem die Leistungen in Anspruch genommen worden sind, über die zu Lasten der Krankenkassen erbrachten Leistungen und deren vorläufige Kosten (Patientenquittung) zu informieren.

Versicherte müssen für eine quartalsweise schriftliche Unterrichtung eine Aufwandspauschale in Höhe von einem Euro und die Versandkosten übernehmen. Krankenhäuser haben die Versicherten auf Verlangen, ebenfalls schriftlich und in verständlicher Form, innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der Krankenbehandlung über die erbrachten Leistungen und die dafür von den Krankenkassen zu zahlenden Entgelte zu unterrichten.

Eingeführt wurde die Vorschrift, um das Kostenbewusstsein der Versicherten zu stärken und die Transparenz der Leistungserbringung und Abrechnung zu erhöhen. In Anbetracht der immer stärker steigenden Kosten der medizinischen Versorgung und den sich hieraus ergebenden Finanzierungsproblemen ist der Zweck der Vorschrift aktueller denn je.

Über diesen Anspruch hinaus besteht auch direkt gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung ein Auskunftsanspruch. Wie das Sozialgericht Düsseldorf in einem Urteil vom 12.08.2009 (Az.: S 14 KA 316/06) festgestellt hat, können Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 83 SGB X von der Kassenärztlichen Vereinigung Auskunft über die dort gespeicherten Sozialdaten (Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse des Betroffenen) verlangen.

Dieser Anspruch wird nicht durch § 305 SGB V beschränkt. Das gilt zumindest für Sozialdaten wie Diagnosen oder Behandlungsdaten, da diese von der Vorschrift überhaupt nicht erfasst werden. Der Auskunftsanspruch besteht jedoch auch nicht unbeschränkt, sondern bedarf in jedem Einzelfall einer Abwägung der privaten Interessen des Betroffenen mit den Interessen der jeweiligen Behörde, hier also der Kassenärztlichen Vereinigung.

Zu der Entscheidung kam es, da der Kläger für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung Angaben zu allen ambulanten Leistungen der letzten fünf Jahre benötigte. Nach einem Antrag bei der Krankenkasse erteilte die beklagte Kassenärztliche Vereinigung (in Anwendung der Regelung des § 305 SGB V) nur Auskünfte über die in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten für das letzte Geschäftsjahr.

Das Sozialgericht Düsseldorf hat entschieden, dass – zumindest soweit die Erteilung der gewünschten Auskünfte nicht mit unverhältnismäßigem Aufwand für die Kassenärztliche Vereinigung verbunden ist – ein über § 305 SGB V hinausgehender Anspruch besteht. Unverhältnismäßigkeit liegt für das Sozialgericht nicht vor, soweit die begehrten Daten in der EDV der beklagten Kassenärztlichen Vereinigung erfasst sind.

Fazit: Als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung haben Sie also einige Möglichkeiten, sich über die Ihnen erbrachten Leistungen und deren Kosten zu informieren. : Auskunftsansprüche in der gesetzlichen Krankenversicherung

Hat die Krankenkasse Diagnosen?

Krankenakte einsehen bei Krankenkassen – Ärzte senden zum Ende jedes Quartals die Abrechnungen an die Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigung. Von dort gelangen diese Informationen ohne Angaben von Patientennamen zu den jeweiligen Krankenkassen.

Aus diesem Grund können Diagnosen und sich daraus ergebende medizinische Leistungen nicht direkt dem jeweiligen Patienten zugeordnet werden. Im Gegensatz zu Kliniken, Apotheken, Optikern und Orthopädiemechanikern, die alle direkt mit den Krankenkassen abrechnen. Dadurch ist der exakte Umfang einer Behandlung bekannt und oftmals auch das entsprechende Krankheitsbild.

Patienten können bei der Krankenkasse auch die gespeicherten Diagnosen erfragen, Rechtsgrundlage In Paragraph 630g BGB – Einsichtnahme in die Patientenakte – ist geregelt, dass Patienten jederzeit ihre Krankenakte einsehen können. Wem das allein nicht reicht, der kann sogar eine Kopie der Akte erhalten.

Hat eine Versicherung Schweigepflicht?

Schweigepflichtentbindungs-Erklärung Inhalt dieser Seite

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Schweigepflichtentbindungserklärung?
  3. Dafür wird die Erklärung gebraucht
  4. Nutzen und Alternativen
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Private Krankenversicherung: Vergleich der Tarife
  • Mit einer Schweigepflichtentbindungserklärung gestattet ein Antragsteller der Versicherung, Informationen bei Ärzten einholen zu dürfen.
  • Die Entbindung von der Schweigepflicht ist notwendig, damit die Versicherung die angegebenen Daten prüfen und die Beiträge korrekt festlegen kann.
  • Eine Versicherungsgesellschaft darf eine Entbindung lediglich fordern, um Auskünfte im Leistungsfall und bei der Prüfung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zu erhalten.
  • Neben der generellen Schweigepflichtentbindung besteht für Verbraucher ebenso die Option, jede Anfrage einzeln abzusegnen.

In Deutschland gilt für bestimmte Berufsgruppen eine Schweige- beziehungsweise Verschwiegenheitspflicht. Wer eine entsprechende Tätigkeit ausübt, darf keine der von seinen Patienten beziehungsweise Klienten erlangten Informationen an Dritte oder Institutionen weitergeben.

  1. Eine Ausnahme liegt vor, wenn ein Gesetz die Datenoffenbarung gestattet oder fordert.
  2. Die Verpflichtung zum Schweigen ergibt sich sowohl durch standrechtliche Normen wie etwa die Berufsordnungen der Ärzte als auch durch gesetzliche Regelungen.
  3. Wie sich in Paragraph 203 des Strafgesetzbuches (StGB) nachlesen lässt, betrifft die Schweigepflicht beziehungsweise „Verletzung von Privatgeheimnissen» nicht nur Ärzte und Angehörige anderer Heilberufe.

Sie gilt auch für Rechtsanwälte, Berufspsychologen und staatlich anerkannte Sozialarbeiter. Mit einer Schweigepflichtentbindungserklärung gestattet es ein Versicherungsnehmer der Assekuranz, Informationen bei Ärzten (und anderen Stellen) einzuholen. Wenn der Versicherer eine entsprechende Anforderung verschickt, legt er die Entbindungserklärung bei, sodass der Mediziner die Fragen umgehend beantworten kann.

  1. Versicherungen sind dazu verpflichtet, Versicherungsnehmer über jede Datenabfrage zu informieren.
  2. In der stellt die Entbindung der Schweigepflicht für gewöhnlich einen Bestandteil des Versicherungsvertrages dar.
  3. Es kann aber auch sein, dass die Versicherung dem Kunden beim ersten Leistungsfall ein entsprechendes Dokument zusendet.

Diese Vorgehensweise ist vor allem bei üblich.

Was muss ich meiner Krankenkasse Auskunft geben?

Unstrittig ist, dass Krankenkassen bestimmte Informationen erfragen müssen und auch dürfen, um das Krankengeld auszahlen zu können. Dazu gehören beispielsweise die Kontonummer und die Höhe des Gehalt. Auch müssen sie die Möglichkeit haben, Missbrauch vorzubeugen und den Behandlungserfolg sicherzustellen.

Wer hat Zugriff auf meine Krankenakte?

Auf die elektronische Patientenakte (ePA) können Sie selbst, sofern Sie die ePA-Anwendung nutzen, sowie auch Mitarbeitende der von Ihnen berechtigten Leistungserbringereinrichtungen zugreifen, z.B. Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt sowie deren medizinische Fachangestellte.

Wie lange werden Diagnosen bei der Krankenkasse gespeichert?

Aufbewahrungsfristen | KV Nordrhein Ärzte sind verpflichtet, die Behandlung ihrer Patienten korrekt zu dokumentieren. Über die Grundsätze der Dokumentationspflicht haben wir in der April-Ausgabe von KVNO aktuell berichtet. Im Folgenden informieren wir Sie über die geltenden Aufbewahrungsfristen für Dokumentationen und weitere Unterlagen.

  1. Die Aufbewahrungsfrist der ärztlichen Dokumentation ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt.
  2. Dazu heißt es in § 630f BGB, dass der Arzt die Patientenakte für die Dauer von zehn Jahren nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren hat, soweit nicht nach anderen Vorschriften andere Aufbewahrungsfristen gelten.

Ebenso schreiben der Bundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä) und die Berufsordnung eine zehnjährige Aufbewahrungsfrist vor. Der Arzt kann also davon ausgehen, dass er im Zweifel grundsätzlich alle Unterlagen mindestens zehn Jahre lang aufbewahren muss. Findet eine Behandlung beispielsweise im Jahr 2015 statt, kann er die hierzu erfolgte Dokumentation mit Ablauf des Jahres 2025 vernichten oder löschen.

Wer unterliegt nicht der Schweigepflicht?

Angehörige dieser Berufsgruppen und Personengruppen unterliegen der Schweigepflicht –

Deutsche Beamte sind gem. § 67 Bundesbeamtengesetz (BBG) und § 37 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) zur Dienstverschwiegenheit verpflichtet. Gem. § 43a Abs.2 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) unterstehen Rechtsanwälte der Schweigepflicht. Ärzte – sowie Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe unterliegen der Verschwiegenheitspflicht. Dies ist u.a. in § 9 der (Muster-)Berufsordnung für Ärzte geregelt. Heilpraktiker unterfallen der Schweigepflicht nicht. Auch Steuerberater, Patentanwälte, Notare und Wirtschaftsprüfer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Berufspsychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung. Ehe-, Familien-, Erziehungs- oder Jugendberater sowie Berater für Suchtfragen in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle fallen unter die Schweigepflicht. Für Arbeitnehmer kann sich eine Verschwiegenheitspflicht als Nebenpflicht aus dem Arbeitsvertrag zur Geheimhaltung von Betriebsgeheimnissen ergeben. Mitarbeiter eines Unternehmens der privaten Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherung.

Was gilt unter Schweigepflicht?

Ärztliche Schweigepflicht

Schweigepflicht im Allgemeinen (BO) Schweigepflicht von Arzt zu Arzt Schweigepflicht gegenüber Dritten Schweigepflicht über den Tod hinaus, Testierfähigkeit, Schweigepflichtentbindungserklärung

Wem Darf Die Krankenkasse Auskunft Geben Die Ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht ist in § 9 Abs. der Berufs­ord­nung für die Ärzte Bayerns (BO) gere­gelt. Danach hat der Arzt über das, was ihm in seiner Eigen­schaft als Arzt anver­traut oder bekannt gewor­den ist, – auch über den Tod des Pati­en­ten hinaus -, zu schwei­gen.

  1. Von der Schwei­ge­pflicht umfasst sind auch schrift­li­che Mittei­lun­gen des Pati­en­ten, Aufzeich­nun­gen über Pati­en­ten, Rönt­gen­auf­nah­men und sons­tige Unter­su­chungs­be­funde, § 9 Abs.1 S.2 BO.
  2. Die Pflicht zur Verschwie­gen­heit besteht nicht, soweit der Arzt von der Schwei­ge­pflicht entbun­den worden ist oder soweit die Offen­ba­rung zum Schutze eines höher­wer­ti­gen Rechts­gu­tes erfor­der­lich ist (§ 9 Abs.2 S.1 BO).
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Einen weite­ren Befrei­ungs­tat­be­stand enthält § 9 Abs.4 BO, wenn mehrere Ärzte gleich­zei­tig oder nach­ein­an­der densel­ben Pati­en­ten behan­deln und das Einver­ständ­nis des Pati­en­ten vorliegt oder dieses anzu­neh­men ist. Der Ärzt­li­chen Schwei­ge­pflicht unter­lie­gen auch die Mita­r­bei­ter des Arztes und die Perso­nen, die zur Vorbe­rei­tung auf den Beruf an der ärzt­li­chen Tätig­keit teil­neh­men.

  1. Hier­über hat der Arzt sie zu beleh­ren und dies schrift­lich fest­zu­hal­ten (§ 9 Abs.3 BO).
  2. Die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht wird durch § 203 des Straf­ge­setz­bu­ches (StGB) geschützt.
  3. § 203 Abs.1 StGB bestimmt, dass derje­nige, der unbe­fugt ein frem­des Geheim­nis, nament­lich ein zum persön­li­chen Lebens­be­reich gehö­ren­des Geheim­nis oder ein Betriebs- oder Geschäfts­ge­heim­nis, offen­bart, das ihm als Arzt anver­traut oder sonst bekannt gewor­den ist, mit Frei­heits­s­trafe bis zu einem Jahr oder mit Gelds­trafe bestraft wird.

Dies gilt auch für die berufs­mä­ßig täti­gen Gehil­fen und die zur Vorbe­rei­tung auf den Beruf täti­gen Perso­nen. Bei Fragen rund um die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht, insbe­son­dere auch im Zusam­men­hang mit dem Thema „Kin­des­wohl­ge­fähr­dung» / „Gewalt in der Fami­lie», wenden Sie sich bitte an das Refe­rat Berufs­ord­nung I. Auszug Der Arzt hat über das, was ihm in seiner Eigen­schaft als Arzt anver­traut oder bekannt gewor­den ist – auch über den Tod des Pati­en­ten hinaus – zu schwei­gen.

Dazu gehö­ren auch schrift­li­che Mittei­lun­gen des Pati­en­ten, Aufzeich­nun­gen über Pati­en­ten, Rönt­gen­auf­nah­men und sons­tige Unter­su­chungs­be­funde. Der Arzt ist zur Offen­ba­rung befugt, soweit er von der Schwei­ge­pflicht entbun­den worden ist oder soweit die Offen­ba­rung zum Schutze eines höher­wer­ti­gen Rechts­gu­tes erfor­der­lich ist.

Gesetz­li­che Aussage- und Anzei­ge­pflich­ten blei­ben unbe­rührt. Soweit gesetz­li­che Vorschrif­ten die Schwei­ge­pflicht des Arztes einschrän­ken, soll der Arzt den Pati­en­ten darüber unter­rich­ten. Ärzte dürfen ihren Mita­r­bei­tern und Perso­nen, die zur Vorbe­rei­tung auf den Beruf an der ärzt­li­chen Tätig­keit teil­neh­men, Infor­ma­ti­o­nen über Pati­en­ten zugäng­lich machen.

Über die gesetz­li­che Pflicht zur Verschwie­gen­heit haben sie diese zu beleh­ren und dies schrift­lich fest­zu­hal­ten. Gegen­über den Mita­r­bei­tern von Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men sowie sons­ti­gen Perso­nen, die an der beruf­li­chen Tätig­keit mitwir­ken, sind Ärzte zur Offen­ba­rung befugt, soweit dies für die Inan­spruch­nahme der Tätig­keit der mitwir­ken­den Perso­nen erfor­der­lich ist.

Ärzte haben dafür zu sorgen, dass die mitwir­ken­den Perso­nen schrift­lich zur Geheim­hal­tung verpflich­tet werden. Diese Verpflich­tung zur Geheim­hal­tung haben Ärzte vorzu­neh­men oder auf das von ihnen beauf­tragte Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men zu über­tra­gen. Keine Ergebnisse gefunden. : Ärztliche Schweigepflicht

Was passiert wenn man die Schweigepflicht nicht einhält?

Rechtsfolgen beim Verstoß gegen die Schweigepflicht Verletzt der Arzt seine bestehende Schweigepflicht, macht er sich der Verletzung von Privatge- heimnissen strafbar (vgl. § 203 StGB). Der Straftatbestand sieht einen Strafrahmen von bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bzw. eine Geldstrafe vor.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Schweigepflicht?

Das deutsche Strafgesetzbuch verbietet in § 203 «Berufspsychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlußprüfung», Ärzten und auch «Angehörigen eines anderen Heilberufs» die Offenbarung eines fremden Geheimnisses, welches ihnen vom Patienten anvertraut oder sonst bekannt geworden ist.

Strafbar ist es auch, wenn das Geheimnis nach dem Tod des Betroffenen unbefugt offenbart wird. – Die Strafbarkeit hängt davon ab, dass der Betroffene einen Strafantrag stellt. Auf Seiten des Psychotherapeuten als «Täter» wiederum ist für die Strafbarkeit erforderlich, daß dieser mit Vorsatz gehandelt hat.

Vorsatz liegt allerdings bereits dann vor, wenn der schweigepflichtige Psychotherapeut die Verletzung der Schweigepflicht «billigend in Kauf nimmt». Das Strafrecht sieht für die Verletzung der Schweigepflicht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor.

Handelt der Täter gegen Entgelt oder in der Absicht, sich oder einen Anderen zu bereichern oder einen Anderen zu beschädigen, dann kommt sogar Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe in Betracht. Die Verletzung der Schweigepflicht kann aber noch viel weitere Konsequenzen haben: Auch wenn die Schweigepflicht an sich nur im Strafgesetzbuch schriftlich formuliert ist, gilt sie auch im Zivilrecht.

Sie ist ungeschriebene Nebenpflicht eines jeden Behandlungsvertrages zwischen dem Psychotherapeuten und Patienten. Wird die Schweigepflicht verletzt, kann also der Patient nicht nur Strafantrag stellen, sondern er kann darüber hinaus auch zivilrechtlich Schadensersatz fordern, vor allem kann er gegebenenfalls auch Schmerzensgeld geltend machen.

Als Beispiel folgender (kurz zusammengefaßter) Fall des Landgerichts München (AZ: 23 0 2157/91 Landgericht München I, Urteil vom 1. Okt.1991, veröffentlicht in Zeitschrift «Versicherungsrecht»1992, S.835 f): Der Hausarzt hatte einen Patienten in die orthopädische Abteilung des Krankenhauses eingewiesen.

Die orthopädische Abteilung zog den Klinikpsychologen konsiliarisch hinzu. Der Hausarzt hatte um dieses Konsil nicht gebeten. Der Klinikpsychologe schrieb dann an den Hausarzt – unter anderem – dass der Patient psychisch ausgesprochen auffällig sei. Das Gericht sprach ein Schmerzensgeld in Höhe von DM 1.000,00 zu.

  1. Neben straf- und vertragsrechtlichen Konsequenzen kann der Verstoß gegen die Schweigepflicht auch berufsrechtliche Konsequenzen (z.B.
  2. Verweis oder Bu?geld nach dem Heilberufekammergesetz bzw.
  3. Bei schweren oder fortdauernden Verstößen sogar den Widerruf der Approbation) zur Folge haben.
  4. Vor diesem schwerwiegenden Hintergrund ist die Einhaltung der Schweigepflicht von großer Bedeutung.

Es darf nicht zu einer «unbefugten» Weitergabe von Patientendaten kommen. Die «Befugnis» zur Datenweitergabe liegt vom Grundsatz her nur dann vor, wenn entweder der Patient einwilligt oder eine Situation des «rechtfertigenden Notstandes» vorliegt. Gerade in diesem Bereich besteht eine Menge an Irrglauben:

Was passiert wenn man gegen die Schweigepflicht verstößt?

Schadensersatz und Schmerzensgeld für betroffene Patienten? – Die Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht kann auch zur Folge haben, dass der Patient Schadensersatz oder Schmerzensgeld fordern kann. So wurden dem Patienten im oben erwähnten Fall vom Landgericht München 1.000 Euro zugesprochen, weil ein ungewollt eingeschalteter Klinikpsychologe die Diagnose «psychisch auffällig» an den Hausarzt übermittelt hatte.

Wie verhalte ich mich wenn die Kasse Druck macht?

Bei Anruf: Ruhe bewahren Patienten, die Krankengeld beziehen, werden oft von der Krankenkasse unter Druck gesetzt © Unsplash Wer krank ist, braucht Zeit und Ruhe, um wieder gesund zu werden. Doch nicht selten kommt es vor, dass Patienten, die Krankengeld beziehen, von den Mitarbeitern ihrer Krankenkasse angerufen und bedrängt werden.

Der Sozialverband VdK rät, die Ruhe zu bewahren und sich an den VdK zu wenden. Wird ein Arbeitnehmer in Deutschland krank, erhält er in der Regel sechs Wochen lang eine sogenannte Lohnfortzahlung. In dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber das Gehalt ganz normal weiter. Danach springt die Krankenkasse mit dem sogenannten Krankengeld ein, das mit 70 Prozent des Bruttogehalts, höchstens aber 90 Prozent des Netto­einkommens niedriger liegt.

Die Auszahlung von Krankengeld ist teuer. Um Kosten zu sparen, wenden einige gesetzliche Kassen fragwürdige Methoden an. Sie rufen die kranken Mitglieder an und setzen sie unter Druck. Auch VdK -Mitglied Simon K.* aus Bayern kann davon berichten. Der 58-Jährige ist seit Herbst 2019 wegen einer Depression krankgeschrieben.

  • Nur zwei Monate nach seiner Erkrankung bekam er den ersten Anruf von der DAK,
  • Der Mitarbeiter hat mich gefragt, wie es weitergehen soll.
  • Ich habe ihm gesagt, dass ich seit mehreren Wochen auf einen Arzttermin warte, den ich nicht früher bekommen konnte», erzählt er.
  • Im Februar kam der zweite Anruf.
  • Wieder die Frage, wie es weitergehen soll.K.

bat den Mitarbeiter, nicht mehr anzurufen. Dieser entgegnete, dann müsse man eben anders vorgehen. „Das klang wie eine Drohung», sagt K. Kurze Zeit später erhielt sein Hausarzt einen Brief mit der Aufforderung, K.’s Krankschreibung näher zu begründen. Im April bekam auch K.

  • Post von der Krankenkasse.
  • Diese teilte ihm mit, sein Anspruch auf Krankengeld sei ab sofort erloschen, weil der Medizinische Dienst der Krankenversicherung ( MDK ) in einem Gutachten nach Aktenlage zu dem Schluss gekommen ist, dass K.
  • Arbeitsfähig sei.
  • Wörtlich hieß es: „Wir raten Ihnen, dieses Schreiben umgehend bei der Arbeitsagentur vorzulegen und Leistungen zu beantragen.» K.

war so niedergeschlagen, dass er im Bezirkskrankenhaus Hilfe suchte. „Diese unangenehmen Telefonate, bei denen Druck ausgeübt wird, erleben wir immer wieder», weiß Hannah Gierschik, Referentin für Gesundheitspolitik beim VdK Deutschland. Vor allem Menschen, die länger krankgeschrieben sind, seien davon betroffen.

Rein rechtlich sind Versicherte nicht verpflichtet, am Telefon persönliche Informationen an ihre Krankenkasse herauszugeben. Es gibt zwar eine Mitwirkungspflicht, diese lässt sich aber auch schriftlich erfüllen. Ohnehin dürfen die Kassen viele Fragen nicht stellen. Dies ist die Aufgabe des MDK, „Egal, was die Krankenkassen am Telefon sagen: Geben Sie keine Informationen über den Gesundheitszustand heraus, stimmen Sie keinem Krankengeldmanagement zu, nehmen Sie Widersprüche nicht zurück und kündigen Sie nicht Ihren Job», rät Gierschik.

Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern gerne in allen Angelegenheiten rund um das Krankengeld. Fragen Sie einfach in Ihrer nächstgelegenen Geschäftsstelle nach. Annette Liebmann *Name von der Redaktion geändert : Bei Anruf: Ruhe bewahren

Kann der Arbeitgeber bei der Krankenkasse anrufen?

Arbeitgeber rufen AU-Daten digital ab – Das Verfahren zur elektronischen AU-Bescheinigung sieht vor, dass Ärzte die Daten der Krankschreibung digital an die Krankenkassen senden. Diese wiederum übermitteln die Daten an die Arbeitgeber. Ein Papierausdruck ist somit weder für die Kassen noch für den Arbeitgeber erforderlich, wenn die Übermittlung reibungslos funktioniert.

  • Arbeitnehmer sind ab Januar weiterhin verpflichtet, ihren Arbeitgeber, zum Beispiel per Telefon oder E-Mail, unverzüglich darüber zu informieren, dass sie krankheitsbedingt ausfallen.
  • Liegt eine AU-Bescheinigung vor, kann der Arbeitgeber die AU-Daten bei der Krankenkasse des Beschäftigten elektronisch abrufen.
See also:  Zu Wem GehRt Oppo?

Dies gilt auch für Folgebescheinigungen.

Ist man verpflichtet mit der Krankenkasse zu telefonieren?

Keine Pflicht für Erreichbarkeit per Telefon – Grundsätzlich müssen Krankgeschriebene ihrer gesetzlichen Krankenkasse keine Auskunft am Telefon geben und auch nicht ständig erreichbar sein. „Die Krankenkasse darf anrufen, weil die Versicherten eine Pflicht zur Mitwirkung bei der Aufklärung eines Sachverhalts haben», erläutert Kerstin Heidt, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

  1. Diese Mitwirkungspflicht darf aber nicht für ständige Anrufe missbraucht werden.
  2. Es reicht aus, wenn Betroffene ihrer Krankenkasse schriftlich Auskunft geben.» Eine Auskunft über den genauen Behandlungsverlauf und geplante Reha-Maßnahmen muss man lediglich dem medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mitteilen.

Dieser beurteilt die Maßnahmen. Die Krankenkasse erfährt nur das Ergebnis der MDK-Untersuchung.

Was sehen Ärzte beim Einlesen der krankenkassenkarte?

Elektronische Gesundheitskarte (eGK) – Mit der Gesundheitsreform 2004 hat der Gesetzgeber die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und damit die Ablösung der alten Krankenversichertenkarte beschlossen. Seit 2015 ist nur noch die eGK gültig.

Kann die Krankenkasse Mein Konto einsehen?

Krankenkasse – Offenlegungspflicht Ich habe folgendes Problem: Ich bin freiwillig bei der AOK versichert. Demnächst werde ich wohl den Leistungsanspruch aus meiner Krankenversicherung verlieren, da ich die geforderten Beiträge nicht zahlen kann. Die Beiträge kann ich deshalb nicht zahlen, da mein Einkommen zu Beginn des Jahres von meiner Krankenversicherung geschätzt wurde und ich somit seit Anfang des Jahres den Höchstsatz zu zahlen habe.

Zu der Schätzung meines Einkommens kam es, da ich keine Einkünfte habe und ich somit auch keine Steuererklärung, die als Grundlage zur Bemessung dient, abgeben konnte. Ich habe deshalb keine Einkünfte, da ich im Oktober 2014 ein Studium (bin allerdings über der Altersgrenze von 30 Jahren) begonnen habe, das für mich absolute Priorität hat.

Finanziell werde ich mit ca.1.500 Euro / Monat von meiner Mutter unterstützt. Die Krankenkasse hat mich aufgefordert, meine Kontoauszüge offen zu legen, um die Höhe meines Einkommens nachvollziehen zu können. Ist dies die einzige Möglichkeit nachzuweisen, dass ich -bis auf die Unterstützung meiner Mutter- keine weiteren Einkünfte habe? Kann ich die Ausgaben in den Kontoauszügen schwärzen bzw.

Nur den Abschnitt mit der Summe der Zahlungsauseingänge offenlegen? Kann ich (und / oder meine Mutter) alternativ eine Erklärung: „Keine weiteren Einkünfte» abgeben, die die Krankenkasse anerkennen muss? Besten Dank für Ihre Hilfe! Sehr geehrter Fragesteller, Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten: 1.

Ist dies die einzige Möglichkeit nachzuweisen, dass ich -bis auf die Unterstützung meiner Mutter- keine weiteren Einkünfte habe? Wenn sie keine anderen Unterlagen haben, kann die KK nach in Verbindung mit den Beitragsverfahrensgrundsätzen für Selbstzahler des GKV-Spitzenverbandes auch Kontoauszüge anfordern.

  • Geregelt ist das in § 6 dieser Verfahrensgrundsätze.2.
  • Ann ich die Ausgaben in den Kontoauszügen schwärzen bzw.
  • Nur den Abschnitt mit der Summe der Zahlungsauseingänge offenlegen? Ja, das können Sie, denn Sie müssen nur das offenbaren, was verfahrensrelevant ist.3.
  • Ann ich (und / oder meine Mutter) alternativ eine Erklärung: „Keine weiteren Einkünfte» abgeben, die die Krankenkasse anerkennen muss? Das können Sie aber die KK muss das nicht akzeptieren und kann andere Beweismittel anfordern.4.

Beitrag Solange das Einkommen nicht nachgewiesen wurde, kann die KK den Höchstsatz verlangen. Es liegt daher in Ihrem eigenen Interessen, hier für Aufklärung zu sorgen, nämlich für die Zukunft einerseits und für die Vergangenheit andererseits, denn Sie können zu viel gezahlte Beiträge zurückfordern.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Mit freundlichen Grüßen Rückfrage vom Fragesteller 4. Juni 2017 | 21:44 Können Sie mir bitte noch erklären, wie Einkommen definiert ist? Meine Mutter überweist mir bei Bedarf mehr Geld, da von meinem Konto auch Zahlungen erfolgen, die unmittelbar (es war einst ein Gemeinschaftskonto) mit der Person meiner Mutter verknüpft sind; hierzu zählen beispielsweise auch die Unfall- und Autoversicherung meiner Mutter.

Werden mir diese Beträge ebenfalls als Einkommen angerechnet?

  • Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 4. Juni 2017 | 21:53
  • Sehr geehrter Ratsuchender, Ihre Nachfrage geht über die Ursprungsfrage hinaus und ist nach den Regeln des Plattformbetreibers nicht mehr als Verständnisnachfrage zu werten.
  • Dennoch weise ich Sie gerne auf die und hin.
  • Rechtsanwalt

Allerdings ist Einkommen nicht mit Einkünften gleich zu setzen. Bei der Krankenversicherung und der Verbeitragung geht es um die Einkünfte, die auch das Einkommen umfasst. Die Überweisungen Ihrer Mutter sind als Einkünfte zu werten und würden damit auch der Verbeitragung unterliegen.

  1. Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?
  2. Wie verständlich war der Anwalt?
  3. Wie ausführlich war die Arbeit?
  4. Wie freundlich war der Anwalt?
  5. Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?
  6. Vielen Dank für Ihre raschen Antworten!

» » : Krankenkasse – Offenlegungspflicht

Hat der Arzt gegenüber der Krankenkasse Schweigepflicht?

Immer häufiger Ärger mit Krankenkassen Das Verhältnis zwischen gesetzlichen Krankenkassen und Ärzten ist gesetzlich genau geregelt. In verschiedenen Gesetzen und Verordnungen steht beispielsweise genau drin, welche Auskünfte Ärzte den Kassen geben dürfen, und welche nicht.

Denn was viele nicht wissen: Ärzte unterliegen auch gegenüber den gesetzlichen Kassen grundsätzlich der Schweigepflicht. Das bedeutet, dass Ärzte Anfragen der Kassen nicht beantworten dürfen, da sie sich sonst eine Verletzung der Schweigepflicht vorwerfen lassen müssen, oder gegen das Datenschutzgesetz verstoßen.

beschränktes Auskunftsrecht der Kassen Es gibt aber einige Ausnahmen. Natürlich benötigen Krankenkassen bestimmte Informationen, um ihrer Leistungspflicht gerecht zu werden. Daher hat der Gesetzgeber diese Fälle genau geregelt, in dem er bestimmte Formulare definiert hat, die Krankenkassen an Ärzte schicken dürfen, und die die Ärzte dann auch beantworten müssen.

  1. Damit ist in einem eng begrenzten Rahmen festgelegt, welche Auskünfte die Krankenkassen bekommen dürfen.
  2. Dabei ist im übrigen genau geregelt, wer solche Fragen stellen darf.
  3. Zum Beispiel dürfen Krankenkassen keine Detailinformationen über Diagnosen und medizinische Behandlungsmaßnahmen, oder auch über Befunde erhalten.

Manchmal ist es jedoch notwendig, vor der Bewilligung von Leistungen seitens der Krankenkassen zu prüfen, ob eine Leistungspflicht besteht, und eine solche Prüfung ist manchmal nur möglich, wenn die medizinischen Fakten bekannt sind. Dazu hat der Gesetzgeber den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geschaffen.

Dieser medizinische Dienst ist eine neutrale Institution, die im Auftrag der Krankenkassen solche Sachverhalte prüft. Dazu darf der medizinische Dienst (aber eben nur der) auch detailiierte Befunde anfordern, die aber dann nur von einem Arzt des Dienstes zur Kenntnis genommen werden, und auch dieser Arzt unterliegt der Schweigepflicht gegenüber den Krankenkassen, darf also die Details nicht an die Krankenkassen weiter geben.

Das Verfahren läuft so: Wenn die Krankenkassen Zweifel haben, ob eine Leistungspflicht besteht, wenden sie sich an den medizinischen Dienst mit der Bitte um Klärung. Dieser darf dann Befunde bei den Ärzten einholen, um die Sachlage gemäß geltender Rechtsprechung zu prüfen.

Das Ergebnis (nicht aber die Befunde) teilt der medizinische Dienst der Krankenkasse mit. Soweit ist das Verfahren in Ordnung. nicht gerechtfertigte Kassenanfragen Jedoch: nach meinen Erfahrungen bitten immer häufiger Krankenkassen Ärzte per Fax um eine detaillierte Auskunft, und geben eine Faxnummer als schnelle Antwortmöglichkeit an.

Das ist jedoch illegal, da das Fax ja nicht beim medizinischen Dienst, sondern bei dem/r Sachbearbeiter/in der Krankenkasse steht. Der/die jedoch hat kein Recht, die Befunde zu lesen. Legal ist lediglich eine schriftliche Anfrage, wobei dann die Antwort an den medizinischen Dienst zu senden ist.

  • Rechtskonforme Krankenkassen legen dann gleich einen Briefumschlag bei, auf dem die Anschrift des zuständigen medizinischen Dienstes aufgedruckt ist.
  • Nicht jedoch z.b.
  • Bei einer Sachbearbeiterin der BKK Salzgitter.
  • Auch diese forderte per Fax Unterlagen an.
  • Nachdem ich mich weigerte, die Unterlagen an die Krankenkasse zu senden (wäre ein Rechtsverstoß gewesen), und um Übersendung eines Umschlages für den medizinischen Dienst bat, warf sie mir unkooperatives Verhalten vor.

Dies führte dazu, dass dem Patienten die Leistung verweigert wurde mit der Begründung, ich sei unkooperativ. Nachdem dieser dann nachfragte, wurde ihm mitgeteilt, dass die Leistung nur bewilligt würde, wenn er alle Befunde selbst an die Krankenkasse schicken würde.

Das ist ein eindeutig illegales Verhalten der Krankenkasse, denn diese hat definitiv kein Recht, Unterlagen selbst einzufordern. Das Verhalten der Mitarbeiterin stellt eindeutig den Tatbestand der Nötigung dar – im übrigen sei erwähnt, dass keinerlei Sanktionen gegen mich in die Wege geleitet wurden.

Denn ich war ja im Recht und habe mich gemäß geltender Vorschriften verhalten. Auch mit einer anderen Krankenkasse habe ich ständig Probleme und zwar mit der BEK. Jedesmal, wenn ich einen Rollstuhl für einen schwerst gehbehinderten Patienten verordne, schickt mir diese Kasse (und nur diese!) einen vierseitigen Vordruck, der einem Gutachten gleichkommt, mit der bitte um Beantwortung, will aber dafür nicht zahlen.

  • Da es sich hier nicht um ein (siehe oben) genehmigtes Forumlar handelt, verweigere ich wegen der Schweigepflicht die Auskunft, was ebenso regelmäßig dazu führt, dass die Kasse den Rollstuhl verweigert.
  • Einmal schrieb mir die Kasse sogar, es sei Ihre Pflicht, vor der Leistung zu prüfen, ab der Rollstuhl überhaupt zu genehmigen sei.
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Merkwürdig ist nur, dass sich alle anderen Kassen auf meine Verordnung verlassen, und lediglich die BEK grundsätzlich ärztliche Verordnungen anzuzweifeln scheint. Vorsicht vor Auskünften an die Krankenkassen Ein weiterer beliebter Trick mancher Krankenkasse: Da sie wissen, dass Ärzte nur wenig Auskunft geben dürfen, rufen sie neuerdings die Patienten direkt an.

  1. Sie geben vor, ihnen helfen zu wollen, und locken mit Freundlichkeit so allerlei Details aus den Betroffenen heraus, was anschließend bei der Frage von Leistungen gegen die Betroffenen verwendet wird.
  2. So habe ich mehrere Patienten, die gegenüber der Krankenkasse so auskunftsfreudig waren, dass sie jetzt Nachteile dadurch haben, weil die Krankenkasse sich auf deren Aussagen beruft.

Mein Rat: Sie sind gegenüber Ihrer Krankenkasse nicht zu irgendwelchen Auskünften verpflichtet, die Krankenkasse kann da auch nichts erzwingen. Wenn eine freundliche Mitarbeiterin der Krankenkasse Sie anruft, und wegen möglicher Leistungen um weitere Auskünfte bittet, bleiben Sie vorsichtig.

Was tun wenn die Krankenkasse anruft?

Richtig reagieren, wenn die Krankenkasse anruft Wer krankgeschrieben zu Hause ist und einen Anruf von der Krankenkasse erhält, fragt sich: Darf die Kasse mich überhaupt anrufen und nach meinem Gesundheitszustand fragen? Muss ich am Telefon antworten? Und wie sollte man richtig reagieren, damit es keine ungewollten Konsequenzen gibt, etwa beim Krankengeld oder beim Thema Reha? Antworten darauf gibt dieser Beitrag.

  • © AOK-Mediendienst Darf ich von der Krankenkasse telefonisch nach meiner Gesundheit befragt werden? Hier muss man unterscheiden zwischen dem, was die Krankenkasse darf und wozu ich verpflichtet bin als kranker Versicherter.
  • Die Krankenkasse hat selbstverständlich das Recht, den Betroffenen anzurufen und zu fragen, wie es ihm geht.

Ob diese Frage telefonisch beantwortet wird, steht auf einem anderen Blatt. Wie sollte ich bei einem solchen Anruf reagieren? Bei mündlichen Auskünften ist Vorsicht geboten. Am besten die Krankenkasse bitten, eine schriftliche Aufforderung oder einen Fragebogen zu schicken.

  • Dann kann man die Fragen schriftlich beantworten.
  • Denn bei telefonischen Auskünften ist es häufig so, dass etwas anderes gesagt wird, als eigentlich gemeint ist.
  • Muss ich eine schriftliche Anfrage beantworten? Ja, denn es ist Teil der Mitteilungspflicht.
  • Das ist keine eigentliche Pflicht im Rechtssinn, sondern eine Obliegenheit.

Und wer diese Obliegenheit schuldhaft verletzt, muss mit einer Sperrzeit im Krankengeld rechnen. Wichtig ist daher, der Krankenkasse zunächst einmal Auskünfte darüber zu geben, wie es mir geht. Und ich muss als kranker Versicherter alles unternehmen, wieder zu gesunden und alles zu unterlassen, was sozusagen diese Gesundung verhindert.

  1. Darf mich die Krankenkasse zur Reha zwingen? Wenn die Krankenkasse zu dem Schluss kommt, dass aufgrund der langen Erkrankung möglicherweise eine dauerhafte Leistungsminderung zugrunde liegt, kann sie den Betroffenen auffordern, einen Reha- oder Rentenantrag zu stellen.
  2. Diesen muss ich auch stellen, ansonsten ist es wiederum eine Obliegenheitsverletzung, die in der Regel zu einer Sperrzeit führt.

Dabei kommt es aber nicht darauf an, was der behandelnde Facharzt über eine Reha denkt. Dieses Recht der Prüfung, ob eine Reha genehmigt wird oder nicht, obliegt der Rentenversicherung. Warum sollte ich überhaupt eine Reha ablehnen? Entweder aus medizinischen Gründen: Man geht selbst davon aus, dass man überhaupt nicht Reha-fähig ist.

  1. Oder aber man sieht, dass die Krankenkasse versucht, mit diesen Aufforderungen zur Reha einen aus der Krankenversicherung herauszudrücken.
  2. Denn in der Regel ist es so, dass das Krankengeld höher ist als die Erwerbsminderungsrente.
  3. Es könnte also auch Sinn machen, zu versuchen, möglichst lange in der Krankenversicherung zu bleiben.

Was muss ich bei so einer Aufforderung unternehmen? Wenn diese Aufforderung ins Haus kommt, dann ist in der Regel eine Frist gesetzt, bis wann der Reha-Antrag gestellt werden muss. Diese Frist kann man ausnutzen, aber kurz vor dem Ablauf sollte dieser Reha-Antrag gestellt werden.

  1. Was passiert bei Ablehnung des Reha-Antrags? In diesem Fall habe ich als Betroffener die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, wenn ich der Meinung bin, ich möchte gern eine Reha haben.
  2. Teile ich aber mit, mit der Entscheidung zufrieden zu sein und gar keine Rehabilitation antreten zu wollen, dann kann ich es auch einfach stehen lassen.

Was geschieht bei einer Reha-Bewilligung? Wenn die Reha bewilligt wurde, bekommt man von der Rentenversicherung einen Bescheid, in dem dann ausgeführt wird, zu welcher Rehaklinik es gehen soll und in welchem Zeitraum. In diesem Fall tritt man dann die mehrwöchige stationäre Behandlung an, in der geschaut wird, inwieweit eine Leistungsminderung da ist.

Also ob sie von Dauer oder absehbar aufgehoben ist. Was geschieht, wenn die Reha eine Erwerbsminderung feststellt? Dann ist zunächst ein formeller Rentenantrag zu stellen. Denn liegt eine dauerhafte Leistungsminderung vor, ist nicht mehr die Krankenkasse zuständig, sondern die Rentenversicherung. Und die prüft, ob tatsächlich eine dauerhafte Erwerbsminderungsrente gewährt werden kann.

Sollte das nicht der Fall sein, läuft das Krankengeld ganz normal weiter. Wichtig ist aber hierbei noch zu wissen, dass in diesem Fall das Recht, ob ich einen Rentenantrag stelle, auf die Krankenkasse übergeht. Das heißt, die Krankenkasse entscheidet, ob ich einen Rentenantrag stellen muss oder nicht.

  1. Sollte ich diesen Rentenantrag nicht stellen, hätte das zur Folge, dass das Krankengeld ausläuft.
  2. Denn die Rehabilitation hat festgestellt, dass ich leistungsgemindert bin.
  3. Aber ich bekomme auch keine Erwerbsminderungsrente, weil der formelle Rentenantrag fehlt.
  4. Darf mich die Krankenkasse in die Reha drängen? Der kranke Arbeitnehmer hat ein Anrecht auf 78 Wochen Krankengeld.

Eigentlich 72 Wochen, denn sechs Wochen Entgeltfortzahlung werden angerechnet. Aber: 78 Wochen sind der Maximalanspruch. Also wenn die Krankenkasse feststellt, es liegt eine so schwerwiegende Erkrankung vor, dass eine Rückkehr ins Erwerbsleben nahezu ausgeschlossen ist, dann kann die Kasse auch schon deutlich früher einen entsprechenden Antrag oder eine Aufforderung zur Antragstellung stellen.

Und dann hat man unter Umständen deutlich weniger Krankengeldbezug, als man gesetzlich maximal haben könnte. Kann ich diese Rente noch abwenden? Schwierig, denn die Rehaklinik ist zu dem Schluss gekommen, dass ich erwerbsgemindert bin. Die Rentenversicherung hat in einem eigenen medizinischen Prüfungsverfahren dieses Ergebnis bestätigt.

In der Regel gibt es daher keine Möglichkeit mehr, eine Erwerbsminderungsrente abzuwenden. Was soll ich nun tun? Wenn das Ziel im Endeffekt die Erwerbsminderungsrente ist, sollte man den Erwerbsminderungs-Rentenantrag früher stellen. Bin ich aber der Meinung, ich muss möglichst lang das Krankengeld beziehen, um mir die Chance zu erhalten, wieder ins Erwerbsleben zurückzukommen, dann sollte man versuchen, möglichst lange das Krankengeld zu beziehen und entsprechende Behandlungen auch möglichst lang durchzuführen.

Welcher Anwalt hilft bei Problemen mit der Krankenkasse?

Probleme beim Wechsel der Krankenversicherung – Der Wechsel der Krankenkasse führt immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit der Krankenversicherung. Für gesetzlich Versicherte gilt: Wer mindestens zwölf Monate bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert war, kann in jede andere gesetzliche Krankenkasse wechseln.

einer Beitragserhöhung Ihrer Krankenkasse: In diesem Fall haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, einem Arbeitgeberwechsel: Sie können während der ersten 14 Tage nach Beschäftigungsbeginn einer anderen Krankenkasse beitreten. einem Wechsel des Versicherungsstatus: Wer pflichtversichert ist und sich freiwillig gesetzlich weiterversichern möchte, kann sofort die Krankenkasse wechseln.

Eine Kündigung bei Ihrer Krankenkasse ist nur notwendig, wenn Sie die gesetzliche Krankenversicherung verlassen möchten, um sich privat versichern zu lassen. Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

Sie sind jünger als 55 Jahre: Oberhalb dieser Altersgrenze ist ein Wechsel kaum noch möglich. Ihr Einkommen sinkt unter die Versicherungspflichtgrenze von jährlich 64.350 Euro. Sie waren selbstständig und wechseln in ein Angestelltenverhältnis. Sie lassen sich in die Familienversicherung Ihres gesetzlich versicherten Ehepartners aufnehmen. Sie werden arbeitslos und melden sich bei der Jobagentur. Sie unterliegen der Krankenversicherung in einem anderen Land.

Verweigert eine gesetzliche Krankenversicherung Ihnen die Rückkehr, kontaktieren Sie am besten einen Anwalt für Sozialrecht oder einen Anwalt für Versicherungsrecht, Holen Sie sich jetzt anwaltlichen Rat im Krankenversicherungsrecht! Sie haben immer die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen Widerspruch einzulegen.

Wer schickt die AU an die Krankenkasse?

Seit dem 1. Januar 2023 ist bei gesetzlich Krankenversicherten der bisherige «gelbe Schein» für die Krankmeldung digital. Arztpraxen melden die Krankmeldung nun direkt an die gesetzlichen Krankenkassen. Arbeitgeber rufen die Krankmeldung elektronisch bei den gesetzlichen Krankenkassen ab. Das Wichtigste in Kürze:

  • Für gesetzlich Krankenversicherte ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung seit dem 1. Januar 2023 digital. Die Arztpraxis übermittelt die Krankmeldung elektronisch an die gesetzliche Krankenkasse.
  • Gesetzlich Versicherte müssen sich bei ihren Arbeitgebern, wie gewohnt, krank melden.
  • Bei ärztlicher Krankschreibung rufen Arbeitgeber die Krankmeldung direkt digital bei der Krankenkasse ab.
  • Gesetzlich versicherte Patient:innen erhalten nur einen Papierausdruck für ihre Unterlagen. Die Krankschreibung wird digital.

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