Wie Viele Kinder Leben In Deutschland In Armut?

Wie Viele Kinder Leben In Deutschland In Armut
Inhalt – Kinder- und Jugendarmut bleibt ein ungelöstes Problem in Deutschland. Mehr als jedes fünfte Kind und jede:r vierte junge Erwachsene ist von Armut bedroht. In absoluten Zahlen bedeutet das: Knapp 2,9 Millionen Kinder und Jugendliche sowie 1,55 Millionen junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren galten 2021 als armutsgefährdet.

Das geht aus unserem neuen Factsheet «Kinder- und Jugendarmut in Deutschland» hervor. «Wer als junger Mensch in Armut aufwächst, leidet täglich unter Mangel, Verzicht und Scham und hat zugleich deutlich schlechtere Zukunftsaussichten. Das ist sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Gesellschaft als Ganzes untragbar», sagt Anette Stein.

Die derzeitigen Krisen und Preissteigerungen verschärfen das Problem. Daher muss die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag vereinbarte Kindergrundsicherung jetzt schnellstmöglich und im benötigten Umfang beschließen. Anette Stein, Director Bildung und Next Generation bei der Bertelsmann Stiftung Vertiefende Erkenntnisse zur Armutsgefährdung liefern die amtlichen Daten zu Kindern und Jugendlichen, die Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II erhalten.

  1. Demnach lebten im Sommer 2022 rund 1,9 Millionen junge Menschen unter 18 Jahren in Haushalten, die Sozialleistungen beziehen.
  2. Die Quote von Kindern und Jugendlichen im SGB II-Bezug betrug in Westdeutschland 13,4 Prozent und in Ostdeutschland 16 Prozent.
  3. Ein Blick auf die kommunale Ebene zeigt gravierende Unterschiede: Die Spannbreite lag zwischen 3 Prozent im bayerischen Roth und 42 Prozent in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen.

Sowohl die Anzahl als auch der Anteil von Kindern in SGB II-Haushalten sind erstmals seit fünf Jahren deutlich gestiegen. Die Zunahme ist vor allem auf die aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen zurückzuführen. Diese haben gemäß der UN-Kinderrechtskonvention allerdings einen ebenso großen Anspruch auf gutes Aufwachsen und Teilhabe an der Gesellschaft.

  • Überdurchschnittlich von Armut betroffen sind junge Menschen in alleinerziehenden Familien sowie in Familien mit drei und mehr Kindern.
  • Die in diesen Fällen sehr aufwändige Sorge- und Betreuungsverantwortung macht es den Eltern oftmals unmöglich, einer umfänglichen Erwerbstätigkeit nachzugehen.
  • Zudem wirken sich hier fehlende Angebote zur Kinderbetreuung besonders negativ aus.

Das größte Armutsrisiko haben Kinder in Mehrkindfamilien mit einem alleinerziehenden Elternteil (86 Prozent).

Wie viel Prozent der Kinder in Deutschland Leben in Armut?

Die Statistik zeigt die Armutsgefährdungsquote von Kindern, bzw. den Anteil der von relativer Einkommensarmut betroffenen Kinder in Deutschland in den Jahren von 2005 bis 2020. Im Jahr 2020 lag die Armutsgefährdungsquote von Kindern in Deutschland bei 20,2 Prozent, d.h.20,2 Prozent der Kinder waren von relativer Einkommensarmut betroffen.

Wie viele Kinder wachsen in Deutschland in Armut auf?

In Deutschland sind 2,88 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren armutsgefährdet, das ist mehr als jedes fünfte Kind (20,8 %, Werte für 2021). Damit sind Kinder die Altersgruppe, die am zweit häufigsten von Armut betroffen ist (siehe Abbildung 1).

Was macht Armut mit Kindern?

Wie sieht Kinderarmut aus? – Kinder, die in Armut leben, haben nicht genug zu essen, dadurch fehlen ihnen auch wichtige Nährstoffe und Vitamine, die sie für ihre Entwicklung brauchen. Ihre Abwehrkräfte sind zum Beispiel auch geschwächt, so werden sie häufiger krank.

Zu Krankheiten kommt es aber auch, weil die Kinder kein sauberes Wasser haben. Wenn sie zum Beispiel aus dreckigem Wasser trinken, können sie gefährliche Krankheiten oder Durchfall bekommen. Leider gibt es in vielen Orten, wo Kinder in Armut leben, keinen Arzt oder er kostet zu viel Geld. Und das Geld haben die Kinder und ihre Familien nicht.

Da die Kinder selbst und ihre Familien kaum Geld haben, können die Mädchen und Jungen nicht zur Schule gehen, Denn Schulbücher, Schultaschen und Stifte kosten viel Geld. Manchmal sind die Schulen aber auch zu weit weg von dem Zuhause der Kinder, sodass sie nicht hingehen können.

Wo Leben die armen Kinder?

Hamburg – 185 Seiten und kein einziges Mal taucht das Wort Kinderarmut auf. Liest man den frisch gedruckten Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, könnte man schnell folgern: In Deutschland gibt es keine armen Kinder. Warum sonst sollte die schwarz-rote Koalition nichts dagegen unternehmen? «Armut ist in einem reichen Land wie Deutschland relativ», gab Ursula von der Leyen (CDU) denn auch vor einiger Zeit zum Besten.

Die Ex-Sozialministerin findet sich mit ihrer Haltung in guter Gesellschaft. Kritiker renommierter Institute bezweifeln, dass automatisch arm ist, wer weniger Geld als der Schnitt der Bevölkerung hat. Denn nach gängiger wissenschaftlicher Definition sind 18,9 Prozent oder 2,4 Millionen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Armut bedroht, weil sie oder ihre Eltern über weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Nettoeinkommens verfügen.

Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren wären das demnach 1564 Euro. Ein geringes Einkommen sei aber nicht gleichbedeutend mit großer Not oder gravierenden Defiziten bei sozialer und materieller Teilhabe, so die Argumentation der Kritiker. Wie Kinderarmut in Deutschland tatsächlich aussieht, haben die Forscher Eric Seils und Helge Baumann vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut ( WSI ) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung untersucht.

Ihre Studie, die SPIEGEL ONLINE exklusiv vorliegt, offenbart, mit welchen materiellen Entbehrungen die relative Einkommensarmut in Deutschland für Kinder verbunden ist. Außerdem liefern Seils und Baumann erstmals differenzierte Daten zur Kinderarmut in den 39 deutschen Regierungsbezirken. Klicken Sie auf die Karte, um zu erfahren, in welchen Regierungsbezirken die meisten Kinder armutsgefährdet (Armutsgefährdungsquote) sind.

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

Mit 26,3 Prozent ist die Kinderarmut in Ostdeutschland deutlich höher als im Westen, Dort gelten 17,4 Prozent der Kinder als armutsgefährdet. Allerdings haben sich die Quoten zwischen beiden Landesteilen seit 2005 deutlich angenähert. Am höchsten ist der Anteil von Armut bedrohter Kinder in Bremen (33,7 Prozent), dicht gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (33,5 Prozent). Die niedrigste Kinderarmutsquote findet sich in der Oberpfalz (9,9 Prozent). Auch andere Regionen von Bayern und Baden-Württemberg sind vergleichsweise wenig von Kinderarmut betroffen. Die Quoten in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens fallen überdurchschnittlich hoch aus – mit steigender Tendenz. In absoluten Zahlen leben die meisten armen Kinder in den Regierungsbezirken Düsseldorf (186.000), Köln (145.000), Arnsberg (143.000) und Berlin (136.000).

Heißt einkommensschwach denn nun auch wirklich arm? In vielen Fällen sei das so, meinen die Forscher Seils und Baumann. Zahlreiche Kinder in einkommensarmen Familien müssten mit beträchtlichen materiellen Einschränkungen leben – deutlich häufiger als Altersgenossen, die über der Armutsschwelle aufwachsen.

  • Dies gilt in besonderer Weise für den Osten.
  • Das bedeutet konkret: Für rund 70 Prozent aller armutsgefährdeten Kinder gibt es keine Urlaubsreisen,
  • Jedes elfte arme Kind in West- und jedes siebte in Ostdeutschland lebt in einer Wohnung mit feuchten Wänden,
  • Napp zehn Prozent im Westen fehlt Winterkleidung, in Ostdeutschland gilt das sogar für zwölf Prozent der armutsgefährdeten Kinder.

( Die komplette Auflistung finden Sie hier.) Die Einkommensarmut wirke wie eine zu kurze Decke, sagt WSI-Forscher Seils. «Leistet sich der Haushalt eine Sache, dann reicht es an anderer Stelle nicht.» Häufig sind Kinder von Alleinerziehenden und Migranten oder größeren Familien betroffen.

Mehr als 200 Milliarden Euro gibt Deutschland für die Familienpolitik aus – und trotzdem gibt es arme Kinder in Deutschland. Wie kann das sein? Nach Meinung von Experten werden die Milliarden ungerecht eingesetzt. Etwa beim Kindergeld. Denn egal, ob man Millionär oder Aufstocker ist, immer gibt es dieselbe Summe.

WSI-Forscher Seils sieht dagegen in erster Linie die Wirtschaft in der Pflicht: Um Kinderarmut im reichen Deutschland einzudämmen, sei es zwingend, im unteren Lohnsegment deutlich höhere Löhne zu zahlen. Denn was real bei den Eltern ankomme, gehe direkt weiter zu den Kindern.

Warum bekommen die Armen so viele Kinder?

Bevölkerungsfonds der UN: Arme Frauen bekommen dreimal so viele Kinder Ein Neugeborenes liegt im Juli 2017 in einem Krankenhaus im indischen Bhopal. Bild: EPA In Entwicklungsländern haben die ärmsten Frauen so gut wie keine Chance, über die Zahl ihrer Kinder zu entscheiden.

  1. Die Vereinten Nationen kritisieren das.
  2. Sie fordern eine bessere Familienplanung und Gesundheitsversorgung.
  3. D ie Vereinten Nationen fordern eine funktionierende Familienplanung und eine ausreichende Gesundheitsversorgung für werdende Mütter in Entwicklungsländern.
  4. Die Frauen müssten selbst über ihr Leben und mögliche Schwangerschaften bestimmen können, heißt es im jährlichen Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), dessen deutsche Fassung die Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Dienstag in Berlin vorstellte.
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In von Armut geprägten Ländern hätten die ärmsten Frauen so gut wie keine Chance, über die Zahl ihrer Kinder zu entscheiden, kritisierte UNFPA-Exekutivdirektorin Natalia Kanem. Die Bildungs- und Berufschancen dieser Frauen würden erheblich geschmälert.

  • Die Situation der Frauen schwäche die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Länder.
  • Mädchen und junge Frauen aus den ärmsten 20 Prozent der Haushalte bekommen demnach etwa dreimal so viele Kinder wie ihre Altersgenossinnen aus den reichsten 20 Prozent der Haushalte.
  • Arme Mädchen bekommen mehr Kinder als reiche, weil es ihnen an Aufklärung, Verhütungsmöglichkeiten und Bildung mangelt, und weil sie eine geringe soziale Stellung haben», sagte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr.

Laut den Schätzungen können 214 Millionen Frauen in Entwicklungsländern nicht verhüten, obwohl sie das gerne möchten. Pro Jahr würden 89 Millionen Frauen ungewollt schwanger, was 43 Prozent aller Schwangerschaften in diesen Ländern entspreche. Die Folge seien jährlich 48 Millionen Abtreibungen, zehn Millionen Fehlgeburten und eine Million Totgeburten.

Obwohl die Müttersterblichkeit insgesamt zurückgeht, liegt die Müttersterblichkeitsrate in den ärmsten Entwicklungsländern laut dem Bericht weiterhin bei 436 Todesfällen pro 100.000 Geburten, während es in den Industrieländern zwölf Todesfälle pro 100.000 Geburten sind. Die Vereinigten Staaten hatten nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump Gelder für internationale Organisationen gekürzt, die im Rahmen der Familienplanung auch über Abtreibungen informieren.

Auch UNFPA ist davon betroffen. DSW-Geschäftsführerin Bähr kritisierte, dass die Zahl der Abtreibungen durch diesen Schritt eher steigen als sinken werde, da vielen Frauen und Mädchen dadurch der Zugang zu Verhütung erschwert werde. : Bevölkerungsfonds der UN: Arme Frauen bekommen dreimal so viele Kinder

Wann ist ein Kind arm?

Wohlstandsland Deutschland: Millionen Kinder leben in Armut Deutschland gilt als reich. Dennoch ist jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Wo die Ursachen dafür liegen, welche Auswirkungen die Kinderarmut hat und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden, erfährst du hier.

  • Darum geht’s: Du glaubst, Armut ist nur ein Thema in Entwicklungsländern? Allein in Deutschland ist mindestens jedes fünfte Kind,
  • Das sind fast drei Millionen Mädchen und Jungen unter 18 Jahren.
  • Doch was heißt das genau? Und ab wann gelten Kinder in Deutschland als arm? Es werden unterschiedliche definiert – und zwar die absolute, die relative und die gefühlte Armut.

Kinder, die in Deutschland als armutsgefährdet eingestuft werden, fallen meist unter die relative Armut, weil sie und ihre Familien immer noch mehr Geld zur Verfügung haben als arme Menschen in Entwicklungsländern. Die Armutsgrenze wird am Einkommen gemessen: Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens () zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Wie Viele Kinder Leben In Deutschland In Armut Kinderarmut muss nicht bedeuten, dass gehungert wird oder kein Obdach zur Verfügung steht. Hierzulande ist meist von „relativer Armut» die Rede. Kinder sind abhängig von ihren Eltern. Wenn die nur wenig Geld verdienen oder auf Sozialleistungen angewiesen sind, bleibt für die Kinder nicht viel übrig.

Der , ist Arbeitslosigkeit. Mehr als die Hälfte aller Erwerbslosen ist derzeit armutsgefährdet. Ein weiterer Faktor ist die familiäre Situation: Etwa 42 Prozent aller Menschen, die in einem Haushalt von Alleinerziehenden leben, waren in den vergangenen Jahren armutsgefährdet. Das betraf auch diejenigen, deren Elternteil feste Jobs hatte: Mehr als jede oder jeder fünfte erwerbstätige Alleinerziehende (22,3 Prozent) war etwa 2019 armutsgefährdet. Einer der Gründe können mangelnde Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sein, sodass das Elternteil nur in Teilzeit arbeiten kann. Daneben tritt Kinderarmut in gehäuft auf, vor allem, wenn nur ein Elternteil erwerbstätig ist.  Der Bildungsstand spielt ebenfalls eine Rolle: Je höher er ist, desto weniger sind die Menschen statistisch von Armut betroffen. Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand hingegen haben geringere Chancen, von ihrer Erwerbsarbeit gut leben zu können.

Kinderarmut in Deutschland ist nicht gleichbedeutend mit Obdachlosigkeit oder fehlender Nahrung. Familien, die in Deutschland von Armut betroffen sind, haben eine gesicherte Existenz, leben aber oft nur mit dem Nötigsten. Täglich eine warme Mahlzeit ist für arme Kinder in Deutschland nicht selbstverständlich.

Die Kinder müssen auf vieles verzichten, was für andere Gleichaltrige selbstverständlich ist. Armut ist deshalb nicht nur ein materielles, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Wenn in der Schule Klassenfahrten oder Theaterbesuche anstehen, müssen manche Kinder zu Hause bleiben, weil die Eltern das Geld dafür nicht aufbringen können.

Sie gehen nicht, wie andere, mit neuen Büchern, Stiften und Schulranzen zur Schule. Auf Nachhilfe müssen Kinder aus armen Familien häufig verzichten. Für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen gibt es zahlreiche regionale Angebote der Malteser, bei denen es unter anderem um Bildung, mannigfaltige Betreuung, das Ermöglichen sozialer Teilhabe sowie gesunde Ernährung geht.

Exemplarisch können das Kölner Angebot, das Projekt des Mainzer Integrationsdienstes, die der Diözese Augsburg sowie das ehrenamtliche Mentorenprojekt, über das wir auch, genannt werden. Weitere Projekte sowie die Möglichkeit, die Arbeit der Malteser mit einer Spende zu unterstützen, findest du auf der,

Infos zum Thema sind zudem auf den Seiten und, Warum Letzteres so wichtig ist, haben wir, Möchtest du die Arbeit der Malteser in Deutschland unterstützen, kannst du dich in deiner Region oder eine entrichten. Kinder aus ärmeren Familien haben es in vielen Lebenslagen schwerer: Wenn sie zu Kindergeburtstagen eingeladen werden, können sie keine teuren Geschenke mitbringen wie die Klassenkameraden.

Arme Kinder haben oft kein eigenes Smartphone und können keine angesagten Markenklamotten tragen. Im Winter frieren einige, weil die Eltern keine warme Kleidung kaufen können. Taschengeld ist für sie nicht selbstverständlich und fürs Schwimmbad oder das Kino ist ebenfalls kein Geld da. Sport im Verein kostet Geld, genauso wie der Musikunterricht.

In vielen Fällen haben die Eltern kein Auto und können ihre Kinder gar nicht erst zum Training fahren. Corona hat die Lage für die betreffenden Kinder und Jugendlichen noch deutlich verschärft – in vielfacher Hinsicht:

Gerade Eltern, die vielleicht in Teilzeit oder als Minijobber gearbeitet haben, gehörten häufig zu der Gruppe derjenigen, die als erste ihre Jobs verloren haben beziehungsweise denen kein Kurzarbeitergeld zustand. Auch zahlreiche Unterstützungsangebote außer Haus für benachteiligte Kinder waren während des Lockdowns nicht gegeben – wie Jugendtreffs, Hausaufgabenhilfen, Mittagstische für Kids. Jede und jeder sechste Minderjährige lebt zudem in : Mit 16,4 Prozent sind die unter 18-Jährigen sogar die Altersgruppe, die am häufigsten davon betroffen ist. Das führte beim Homeschooling für die betreffenden Mädchen und Jungen zu deutlichen Nachteilen: Sie hatten einerseits nicht die räumlichen Möglichkeiten, sich zurückzuziehen, anderseits fehlte auch häufig die technische Ausstattung. Laut haben etwa „24 Prozent der Kinder im Grundsicherungsbezug keinen internetfähigen PC im Haushalt». Damit besteht das Risiko, dass die betroffenen Kinder Lerninhalte versäumt und den Anschluss an ihren Klassen verloren haben.

Wie Viele Kinder Leben In Deutschland In Armut In armen Familien kommt es in vielen Fällen auch zu „Bildungsarmut». Wer in seiner Kindheit Armut erlebt, leidet häufig sein gesamtes Leben darunter. Zu den mittel- und langfristigen Folgen gehören unter anderem:

Bildungsarmut : Viele Kinder benötigen Hilfe bei den Hausaufgaben. Doch häufig können sich die Eltern nicht genug um die Bildung der eigenen Kinder kümmern und sich auch keine Nachhilfe oder dergleichen leisten. Ohne guten Schulabschluss fällt es den Kindern schwer, einen Beruf zu erlernen, mit dem sie später selbst Geld verdienen können. Psychische und soziale Störungen : Von Armut Betroffene können oft nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, weil ihnen das Geld dafür fehlt. . Ihre mangelnden Möglichkeiten, was Kleidung, Ernährung, Freizeit- und Konsumangebote angeht, führen oft zu Stigmatisierung, Stress und Isolation. Die Kinder schämen sich für die ärmlichen Lebensumstände, ziehen sich zurück, verlieren ihre Hoffnung für die Zukunft und Ansprüche an sich selbst. Daraus resultieren wiederum , die bei Kindern aus einkommensschwachen Haushalten deutlich öfter auftreten als bei Kindern von wohlhabenden Eltern. Beeinträchtigung der Gesundheit : Eltern geben das vorhandene Geld zu selten für gesunde Lebensmittel aus, da sie vergleichsweise teuer sind. Durch den Mangel an ausgewogener Ernährung, medizinischer Versorgung und ausreichender Bewegung leidet die Gesundheit der Kinder langfristig.

Mit dem kannst du selbst eine Spendenaktion für ein Malteser Hilfsprojekt anlegen. Das Angebot ist besonders gut für Anlässe wie Unternehmens- oder Vereinsfeiern geeignet, kann aber prinzipiell von jeder Person oder Institution genutzt werden. Auf der Seite des Tools klickst du einfach auf den grünen Button zum Starten der Spendenaktion und legst sie danach über das Formular an.

  • Dann entscheidest du dich für ein Hilfsprojekt und teilst die Aktion.
  • Verschiedene Studien belegen: Kinder aus armen Familien bleiben häufig ihr ganzes Leben lang arm.
  • Ein Patentrezept, um die Kinderarmut zu bekämpfen, gibt es nicht.
  • Vorrangig muss sich die Politik darum kümmern.
  • Viele Faktoren müssen sich verbessern, damit Kinder nicht mehr von Armut betroffen sind.
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Ein paar Beispiele:

Finanzielle Förderungen, die Familien vom Staat bekommen können, sind sehr aufwendig und kompliziert zu beantragen. Wenn alle Leistungen zum Beispiel zu einer Kindergrundsicherung zusammengefasst würden, fielen viele bürokratische Hürden für die Eltern weg. Kultur und Freizeit kosten Geld. Erhielten Kinder kostenlos Zugang zu Theater und Schwimmbad, könnten sie gesellschaftlich und sozial mithalten. Nicht immer werden faire Löhne bezahlt. Trotz Vollzeitjob können manche Eltern ihre Familie nicht optimal versorgen. Kita nur bis mittags, Schulschluss um eins? Wenn es mehr Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt, können Eltern das Familienleben besser organisieren. Kinder profitieren von der professionellen Förderung, die sie beispielsweise in der Vorschule oder der Ganztagsschule erhalten.

Wie Viele Kinder Leben In Deutschland In Armut Ein Angebot an Ganztags-Kitas würde sowohl Eltern und Kindern helfen. Viele Vereine engagieren sich gegen Kinderarmut in Deutschland. Bekannte Vereine sind etwa die , das Deutsche Kinderhilfswerk, die Arche oder das SOS Kinderdorf. In jeder Stadt finden sich solche Organisationen, die den Eltern beispielsweise bei Behördengängen helfen und den Kindern Abwechslung in der Freizeit bieten – mit Kochen, Sport, Basteln und Musik.

Was wünschen sich arme Kinder?

Was sich Berlins arme Kinder wünschen – Familie und Freunde sind für arme Kinder der wertvollste Besitz. Das ergab die Befragung von 300 sozial benachteiligten Kindern in Berlin und Hamburg. Freunde und Familie sind aber nicht alles. Weit oben auf der Wunschliste: elektronische Geräte – und «genug zu essen».

Arme Kinder in Deutschland sehnen sich vor allem nach verlässlichen Bezugspersonen und weniger nach materiellem Wohlstand. Das geht aus der „Bepanthen Kinderarmutsstudie» des Pharmakonzerns Bayer hervor. Befragt wurden 300 sozial benachteiligte Kinder aus Hamburg und Berlin zwischen sechs und 13 Jahren, die von dem Jugendprojekt „Die Arche» betreut werden.

Die von Bayer finanzierte Studie ist nicht repräsentativ. Der detaillierte Abschlussbericht wird erst in drei Monaten veröffentlicht. Auf die Frage nach den „drei wichtigsten Dingen, die dir gehören», nannten die meisten Kinder (17,6 Prozent) als erstes ihre Familie und Freunde.

Erst danach folgten elektronische Geräte (16,7 Prozent) und persönlicher Besitz (8,1 Prozent). Als Voraussetzungen für ein gutes Leben nannten die Kinder vor allem „von ihren Eltern geliebt zu werden», „genug zu essen zu bekommen», „gute Freunde und Freundinnen zu haben» und „immer jemanden zu haben, der sich um sie kümmert».

„Sozial benachteiligte Kinder suchen Beziehung», sagte Studienleiterin Sabine Andresen von der Universität Bielefeld. Pädagogische Einrichtungen müsse man danach bemessen, welche Gelegenheiten sie Kindern böten, Freundschaften zu pflegen. Entscheidend für die Entwicklung der Kinder seien die außerschulischen Erlebnisse.

Wie empfinden Kinderarmut?

Kinderarmut wirkt sich kurz- und langfristig auf die betroffenen Mädchen und Jungen aus. Oft überträgt sich der finanzielle Stress der Eltern auf sie. Auch Ausgrenzung und Diskriminierung in der Schule hinterlassen Narben. Das löst häufig Wut und Angst, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit aus.

Welche Nachteile haben arme Kinder?

Die psychische/physische Dimension umfasst den Gesundheitszustand und die körperliche Entwicklung eines Kindes. Arme und armutsgefähr- dete Kinder weisen häufiger Entwicklungsverzögerungen auf, klagen öfters über Bauch- und Kopfschmerzen und schätzen ihre eigene Lebensqualität schlechter ein.

Warum gibt es in einem reichen Land wie Deutschland arme Kinder?

Was sind die Ursachen, was muss getan werden? – Arme Familien wohnen oft in tristen Gegenden. Die Schulen sind dort überfüllt, der Ausländeranteil ist hoch und es kann weniger auf einzelne Kinder eingegangen werden. Oft handelt es sich um Kinder, die nur bei einem Elternteil aufwachsen. Auch viele Einwanderer-Familien sind von Armut betroffen.

Vor allem durch die hohe Zahl an Arbeitslosen ist die Kinderarmut gestiegen. Die Sozialleistungen, die der Familie dann vom Staat zur Verfügung gestellt werden, reichen nur für das Nötigste. Einige Menschen arbeiten auch hart, bekommen für ihren Job aber so wenig Geld, dass es nicht reicht, um ihre Familie zu versorgen.

Deutschland wird immer wieder vorgeworfen, keine familienfreundliche Politik zu betreiben. Zwar wird kaum anderswo so viel Geld für Familienförderung ausgegeben – kritisiert wird aber, dass die Gelder schlecht verteilt werden. Österreich hat ganz ähnliche Probleme.

  • Es fehlen vor allem Möglichkeiten zur Kinderbetreuung, zum Beispiel ganztägige Kindertagesstätten.
  • Dadurch könnten Eltern – vor allem allein erziehende Frauen – entlastet werden und einer geregelten Arbeit nachgehen.
  • Viele sind auch der Meinung, dass Mütter eine viel bessere Unterstützung bekommen sollten, um wieder in ihren früheren Beruf zurückzukehren.

Neben dem Ausbau der Kinderbetreuung fordern die Hilfsorganisationen, arme Kinder stärker zu fördern. Vor allem sollten sie in der Schule mehr persönliche Hilfestellungen bekommen.

Was wird in Deutschland gegen Kinderarmut unternommen?

Was wird unternommen? – Der Blick in die Vergangenheit zeigt den Teufelskreis: Kinder aus sozial schwachen Familien bleiben oft lebenslang arm. Sie haben es äußerst schwer, aus ihrem Milieu herauszukommen. Die Kinderarmut zu bekämpfen und ihr vorzubeugen ist vor allem Aufgabe der Politik.

  1. Mit Förderungen wie Kindergeld, Wohngeld, Unterhaltsvorschuss, Mindestlohn oder dem Sozialgeld für Kinder werden Familien schon vom Staat unterstützt.
  2. Auch das Bundes-Teilhabe-Gesetz, das seit 2017 gilt, soll die Kinderarmut bekämpfen.
  3. Hier können Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringen Einkommen finanzielle Unterstützung bekommen.

Sie können zum Beispiel bei Ferienfreizeiten mitfahren, Sport- und Musikangebote nutzen, bei Bedarf Nachhilfe bekommen oder am gemeinsamen Mittagessen in der Schule teilnehmen. Die Bilanz nach fünf Jahren Teilhabegesetz fällt allerdings nicht sehr positiv aus.

Abgesehen von Zuschüssen für Schulessen und Klassenfahrten ist die Nachfrage gering, heißt es in einem Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales fünf Jahre nach dem Beschluss. Als Gründe nennt der Auswertungsbericht fehlende Kenntnisse, an welche Stelle man sich für die Unterstützung wenden muss, und das umständliche Antragsverfahren.

Neben der Politik helfen auch Kirchen, gemeinnützige Organisationen, Schulen und Privatpersonen, die Armut zu lindern. In vielen deutschen Großstädten gibt es Kinderhilfswerke und soziale Einrichtungen. Das christliche Kinderhilfswerk «Die Arche» ist mittlerweile an 25 Standorten in Deutschland, der Schweiz und in Polen aktiv und erreicht viele Kinder und Jugendliche.

  1. Außerdem unterstützen auch Angebote wie ein günstiger Einkauf in der Kleiderkammer, Hausaufgabenhilfe und die Möglichkeit, mit jemandem zu reden.
  2. Das klingt wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
  3. Aber für ein paar Kinder bedeutet es, dass sie eben nicht mit knurrendem Magen in der Schule sitzen müssen, sondern sich besser auf den Unterricht konzentrieren können.

(Erstveröffentlichung: 2018. Letzte Aktualisierung: 13.07.2020)

Wo ist die größte Kinderarmut?

Im Jahr 2020 lebten 27,3 Prozent der Kinder zwischen 0 und 17 Jahren in Costa Rica in Armut. Das OECD-Land mit der geringsten Kinderarmut ist Finnland (2018). Dort waren zu diesem Zeitpunkt 3,5 Prozent der Kinder von Armut betroffen.

Wo leben die ärmsten Kinder auf der Welt?

Geben Sie Kindern mit UNICEF ein Stück Geborgenheit – Sie sind Tag für Tag da und niemand will sie sehen. Sie scheinen nicht viel wert – die Kinder, die tagsüber Passanten anbetteln, ihnen für ein paar Francs schwere Körbe schleppen oder staubige Autos polieren – Kinder, die sich nach getaner Arbeit am Straßenrand auf Pappkartons zur Nacht betten und mit Müllsäcken zudecken. Bild 1 von 2 | Ein Essen am Tag können sich die Straßenjungen Eric, 15, und Claude, 13, leisten – aber nur, wenn sie gut verdient haben. © UNICEF Bild 2 von 2 | Michelin hat sechs Geschwister, das Essen reicht nicht. Deshalb arbeitet sie tagsüber auf der Straße, abends übernachtet sie bei ihrer Familie. © UNICEF

Wie sieht Kinderarmut aus?

Relative Einkommensarmut: Kinder gelten als armutsgefährdet, die in Haus- halten leben, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median des Haushaltsnettoäquivalenzeinkommens1) aller Haushalte beträgt.

Können wir uns noch ein Kind leisten?

Wer sich noch kein Kind leisten kann – sollte also vielleicht noch einige Monate oder Jahre warten. Das bedeutet aber nicht, den Kinderwunsch endgültig aus dem eigenen Leben verbannen zu müssen. Stattdessen sollte er als Motivation dienen, um seine Lebenssituation so zu verändern, dass ein Kind eben doch in absehbarer Zeit „im Budget liegt».

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Wie viele Kinder haben reiche Menschen?

Mehr als jedes dritte Kind in Deutschland kommt also aus einer kinder- reichen Familie (Statistisches Bundesamt 2018a).

Ist ein Kind Luxus?

Kinder sind Luxus? Sie kosten bis zum Studienabschluss stolze 230.000 Euro – Die Professorin für Soziologie und Familien-/Demografie-Forschung Karen Guzzo sieht in den wirtschaftlichen Aspekten, die Hauptursache für den Kinder-Rückgang in den westlichen Ländern.

Gegenüber dem Insider sagt sie: „Es ist fast so, als gäbe es nur die Reichen und die Besitzlosen, wenn es darum geht, wer Kinder hat. Weil es eben so teuer ist.» In den USA kostet allein die Kinderbetreuung pro Jahr durchschnittlich bei 9.000 US-Dollar. Das sei für 63 Prozent der arbeitenden Eltern dort unerschwinglich, so die Organisation Child Care Aware,

Auch in Deutschland sind Kinder Luxus: Pro Jahr kosten Kinder laut Destatis um die 6000 bis 7000 Euro. Das sind bis zum 18. Geburtstag rund 130.000 Euro je Kind. Laut Frankfurter Allgemeinen (FAZ) sei es bei Kindern, die studieren, fast doppelt so viel.

Wie hilft man armen Kindern?

Kindernothilfefonds: Hilfe für finanziell benachteiligte Kinder – Um finanziell benachteiligten Kindern zu helfen, hat das Deutsche Kinderhilfswerk 1993 den Kindernothilfefonds eingerichtet. Dieser hilft von Armut betroffenen Familien schnell und unbürokratisch, wo staatliche Stellen zu langsam sind oder keine Unterstützung gewähren.

Wie viel Prozent Leben in Deutschland an der Armutsgrenze?

Insgesamt sind in Deutschland 2021 rund 13 Millionen Menschen von Armut bedroht. Damit sind 15,8 % der deutschen Bevölkerung arm.

Wie viel Prozent der Deutschen ist arm?

Pressemitteilung Nr.327 vom 4. August 2022 – WIESBADEN – Rund 13,0 Millionen Menschen waren 2021 in Deutschland armutsgefährdet. Das entspricht 15,8 % der Bevölkerung Deutschlands. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand von Erstergebnissen der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2021 mitteilt, lag damit der Anteil der armutsgefährdeten Personen in der Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr auf einem vergleichbaren Niveau.

Im Jahr 2020 waren es mit 13,2 Millionen Menschen 16,1 % der Bevölkerung. Eine Person gilt nach der EU-Definition für EU-SILC als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (Schwellenwert der Armutsgefährdung).2021 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 15 009 Euro netto im Jahr (1 251 Euro im Monat), für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 31 520 Euro netto im Jahr (2 627 Euro im Monat).

Frauen sind eher armutsgefährdet als Männer Insgesamt waren 16,5 % der Frauen, aber nur 15,1 % der Männer im Jahr 2021 von Armut bedroht. Für Personen zwischen 18 und 64 Jahren war die Armutsgefährdungsquote bei den Frauen mit 15,0 % zwar leicht niedriger als der Bundesdurchschnitt, jedoch leicht höher als die Armutsgefährdungsquote der Männer dieser Altersklasse.

  • Bei den Frauen ab 65 Jahren fiel das Armutsgefährdungsrisiko im Jahr 2021 mit 21,0 % deutlich höher aus als bei den Männern derselben Altersklasse mit 17,4 %.
  • Die geringeren Alterseinkommen von Frauen im Vergleich zu Männern sind beispielsweise auf unterbrochene Erwerbsbiografien und damit geringere Rentenansprüche zurückzuführen.

Die Armutsgefährdungsquote von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren lag bei 16,2 %. Mehr als ein Viertel der Alleinlebenden sowie der Personen aus Alleinerziehendenhaushalten waren armutsgefährdet Untergliedert nach Haushaltstypen sind erheblich mehr Personen aus Alleinerziehendenhaushalten sowie Alleinlebende von Armut bedroht als im Bundesdurchschnitt.

Im Jahr 2021 war mehr als ein Viertel der Personen aus Alleinerziehendenhaushalten (26,6 %) armutsgefährdet. Bei den Alleinlebenden waren es 26,8 %. Für Personen in Haushalten mit zwei Erwachsenen und einem Kind (9,0 %) beziehungsweise mit zwei Kindern (11,4 %) sowie in Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kind (11,5 %) lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2021 unter dem Bundesdurchschnitt.

Dagegen hatten Personen in Haushalten von zwei Erwachsenen mit drei und mehr Kindern mit 23,6 % eine deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegende Armutsgefährdungsquote. Fast jede zweite arbeitslose Person war 2021 armutsgefährdet Differenziert nach dem überwiegenden Erwerbsstatus von Personen ab 18 Jahren war im Jahr 2021 in der Gruppe der Arbeitslosen mit 47,0 % fast jede zweite Person armutsgefährdet.

  • Bei den überwiegend Erwerbstätigen betrug der Anteil dagegen nur 8,6 %.
  • Für Personen im Ruhestand lag die Armutsgefährdungsquote bei 19,3 %.
  • Methodische Hinweise: Bei den Angaben handelt es sich um Ergebnisse der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen ( European Union Statistics on Income and Living Conditions, EU-SILC).

EU-SILC ist die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von Armutsgefährdung und Lebensbedingungen auf Bundesebene in Deutschland sowie in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Erhebung ist in Deutschland seit dem Erhebungsjahr 2020 als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert.

Aufgrund der mit dieser Integration verbundenen umfangreichen methodischen Änderungen ist ein Vergleich der Ergebnisse ab Erhebungsjahr 2020 mit den Vorjahren nicht möglich. Damit zwischen dem Ende des Erhebungsjahres und der Ergebnisbereitstellung möglichst wenig Zeit vergeht, werden seit dem Erhebungsjahr 2020 zunächst Erstergebnisse und mit einigem zeitlichen Abstand Endergebnisse veröffentlicht.

Bei den hier erwähnten Ergebnissen für 2021 handelt es sich um Erstergebnisse. Die Ergebnisse für 2020 sind Endergebnisse. Ausführliche Informationen zu den methodischen Änderungen sowie deren Auswirkungen auf EU-SILC sind auf einer Sonderseite verfügbar.

  • In der Erhebung EU-SILC ist die Grundlage für die Einkommensmessung in einem Erhebungsjahr das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen (nach Steuern und Sozialabgaben) des Vorjahres.
  • Die Fragen zum Einkommen beziehen sich also auf das Vorjahr der Erhebung (Einkommensreferenzjahr).
  • Auch die Frage nach dem überwiegenden Erwerbsstatus bezieht sich auf das Vorjahr der Erhebung.

Im Jahr 2021 wurden 34 387 Haushalte und 59 646 Personen ab 16 Jahren zu ihren Einkommen und Lebensbedingungen befragt. Die amtliche Statistik liefert zum Themenbereich „Einkommen, Armutsgefährdung und soziale Lebensbedingungen» Indikatoren auf Basis unterschiedlicher Datengrundlagen.

Wie viel Prozent der Deutschen Leben unterhalb der Armutsgrenze?

Übersicht Empfehlungen der Redaktion Statistiken

Im Jahr 2021 waren in Deutschland 20,7 Prozent der Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut und ist definiert als Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 Prozent des Bundesmedians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten.

Das Äquivalenzeinkommen ist ein auf der Basis des Haushaltsnettoeinkommens berechnetes bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied. Es wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen und ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der «neuen OECD-Äquivalenzskala» bestimmt wird.

Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Wer in Deutschland weniger als 14.109 Euro im Jahr verdient, gilt nach dem Stand des Jahres 2019 als armutsgefährdet.

Warum gibt es in einem reichen Land wie Deutschland arme Kinder?

Was sind die Ursachen, was muss getan werden? – Arme Familien wohnen oft in tristen Gegenden. Die Schulen sind dort überfüllt, der Ausländeranteil ist hoch und es kann weniger auf einzelne Kinder eingegangen werden. Oft handelt es sich um Kinder, die nur bei einem Elternteil aufwachsen. Auch viele Einwanderer-Familien sind von Armut betroffen.

  • Vor allem durch die hohe Zahl an Arbeitslosen ist die Kinderarmut gestiegen.
  • Die Sozialleistungen, die der Familie dann vom Staat zur Verfügung gestellt werden, reichen nur für das Nötigste.
  • Einige Menschen arbeiten auch hart, bekommen für ihren Job aber so wenig Geld, dass es nicht reicht, um ihre Familie zu versorgen.

Deutschland wird immer wieder vorgeworfen, keine familienfreundliche Politik zu betreiben. Zwar wird kaum anderswo so viel Geld für Familienförderung ausgegeben – kritisiert wird aber, dass die Gelder schlecht verteilt werden. Österreich hat ganz ähnliche Probleme.

Es fehlen vor allem Möglichkeiten zur Kinderbetreuung, zum Beispiel ganztägige Kindertagesstätten. Dadurch könnten Eltern – vor allem allein erziehende Frauen – entlastet werden und einer geregelten Arbeit nachgehen. Viele sind auch der Meinung, dass Mütter eine viel bessere Unterstützung bekommen sollten, um wieder in ihren früheren Beruf zurückzukehren.

Neben dem Ausbau der Kinderbetreuung fordern die Hilfsorganisationen, arme Kinder stärker zu fördern. Vor allem sollten sie in der Schule mehr persönliche Hilfestellungen bekommen.